Stiftung „Haus der kleinen Forscher“

Digitalpakt Kita mit fünf Milliarden Euro gefordert

Eine Gruppe Kinder sitzt um ein Tablet und schaut zusammen drauf.
Bild: Christoph Wehrer/Stiftung Haus der kleinen Forscher

Bei der Digitalisierung im Bildungsbereich liegt der Fokus meist auf den Schulen. Was aber ist mit den Kitas? Damit auch sie auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Digitalisierung vorbereitet sind, fordert die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ einen Digitalpakt Kita. Analog zum „DigitalPakt Schule“ soll das Programm den Kitas über fünf Jahre rund fünf Milliarden Euro zur Verfügung stellen und die Qualität und Zukunftsfähigkeit in den Bildungseinrichtungen stärken und fördern.

Die meisten Programme und Maßnahmen für die Digitalisierung im Bildungsbereich berücksichtigen die frühe Bildung bislang kaum. Damit vernachlässigen sie einen wesentlichen Teil des Bildungswegs von Kindern. Für die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ beginnt gute Bildung und dementsprechend auch gute digitale Bildung bereits mit dem Eintritt in die erste Bildungseinrichtung – die Kita.

„Kitas dürfen nicht auf dem digitalen Abstellgleis landen“, sagt Michael Fritz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. „Wir müssen auch ihnen die Chance geben, von der Digitalisierung zu profitieren – und das nicht nur, wenn uns eine Pandemie dazu zwingt. Multimediales Entdecken und Forschen unterstützt – pädagogisch richtig eingesetzt – den Lernprozess der Kinder und erweitert die Methodenvielfalt der pädagogischen Fachkräfte.“

Wie sollen die Mittel des Digitalpakt verwendet werden?

In ihrem Positionspapier „Digitalpakt Kita – Frühe Bildung für die Welt von morgen stärken“ nennt die Stiftung vier zentrale Bereiche, für die die Mittel aus dem vorgeschlagenen Programm verwendet werden sollen:

  1. Qualifizierung von pädagogischen Fachkräften für den sinnvollen Einsatz digitaler Medien in der Kita (im Kontext guter Lernbegleitung) und zur Förderung der Medienkompetenz von Fach- und Leitungskräften.
  2. Bundesweiter Zugang zu Präsenz- und Online-Fortbildungsangeboten für pädagogische Fachkräfte. Online-Fortbildungen müssen bei der Anerkennung durch die Arbeitgeber Präsenzfortbildungen gleichgestellt werden.
  3. Zielgerichtete digitale Medienausstattung von Kita-Gruppen für einen sinnvollen Einsatz in der Bildungsarbeit. Eine frühe Teilhabe begünstigt Bildungsgerechtigkeit und fördert die Ausprägung wichtiger Zukunftskompetenzen bei Kindern.
  4. Optimierung der Verwaltungsinfrastruktur von Kitas mit Hilfe digitaler Tools (Hard- und Software) als Teil einer ganzheitlichen Organisationsentwicklung, einhergehend mit einem Medienkonzept für die Kita als Ganzes.
    Das Positionspapier kann auf der Website der Stiftung heruntergeladen werden.

Digitalisierung in der Kita: Diskussionsrunde der Konrad-Adenauer-Stiftung

Am 21. Juni 2021, 18-19.30 Uhr, ist der Digitalpakt Kita auch Thema in einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung. In dem Online-Expertengespräch diskutiert Michael Fritz gemeinsam mit Fachleuten und Kita-Fachkräften. Es geht darum, verschiedene Perspektiven auf das Thema Digitalisierung in der Kita zu sammeln und den Handlungsbedarf für die Zukunft zu identifizieren.

Die Anmeldung zu der digitalen Veranstaltung ist ab Dienstag, 1. Juni 2021, über die Website der Konrad-Adenauer-Stiftung möglich.

Quelle: Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ 

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