Kindertagesbetreuung / Europa

Die Hälfte der unter 3-Jährigen wurde 2014 in der EU ausschließlich von den Eltern betreut

Kleines Kind sitzt auf einer Schaukel, wird links von einem Mann und rechts von einer Frau festgehalten
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Von insgesamt 15,5 Mio. Kindern unter drei Jahren wurde die Hälfte (50%) ausschließlich von den Eltern betreut. 28% wurden zumindest teilweise formal betreut, was bedeutet, dass die Zielvorgabe von Barcelona, dass 33% der unter 3-Jährigen eine formale Betreuungseinrichtung besuchen, 2014 immer noch nicht erreicht war. Es bestanden jedoch beträchtliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten.

Familien nutzen unterschiedliche Formen der Kinderbetreuung für ihre Kinder unter drei Jahren. Einige Eltern betreuen ihre Kinder selbst. Andere Eltern nutzen Tagesstätten (formale Kinderbetreuung), Tagesmütter oder -väter, Großeltern oder andere Haushaltsmitglieder, Verwandte, Freunde oder Nachbarn (nicht formale Kinderbetreuung) oder eine Kombination aus formaler Kinderbetreuung und nicht formaler Kinderbetreuung. Wie es im EU-weiten Vergleich bei der Betreuung von U-3-jährigen aussieht, dazu veröffentlichte Eurostat, das statistische Amt der Europäischen Union, anlässlich des Internationalen Tags der Familie am 15. Mai nun Daten aus 2014.

Höchster Anteil der unter 3-Jährigen, die ausschließlichvon ihren Eltern betreut werden, in Bulgarien, niedrigster Anteil in den Niederlanden

Betreuung ausschließlichdurch die Eltern war in der Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten die häufigste Betreuungsform für unter 3-Jährige. Es bestanden jedoch große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Die höchsten Anteile wurden in Bulgarien (73%), Lettland 70%), Ungarnund der Slowakei (je 68%) erfasst, während die niedrigsten Quotenin den Niederlanden (23%), Portugal (27%), Dänemark (30%) und Zypern (32%) gemeldet wurden. Auf EU-Ebene wurde jedes zweite Kind unter drei Jahren ausschließlich von den Eltern betreut.

Barcelona-Ziel von 33% formaler Kinderbetreuung in zehn Mitgliedstaaten erreicht

Im Jahr 2002 wurde auf dem Gipfel in Barcelona beschlossen, die Mitgliedstaaten aufzufordern, Hemmnisse zu beseitigen, die Frauen von einer Beteiligung am Erwerbsleben abhalten und danach zu streben, für mindestens 33% der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen. Im Jahr 2014 wurde dieses Ziel von 33% vollständiger oder teilweiserformaler Kinderbetreuung in zehn Mitgliedstaaten erreicht: Dänemark (70%), Schweden (56%), Belgienund Luxemburg (je 49%), den Niederlanden und Portugal (je 45%), Frankreich (40%), Slowenien und Spanien (je 37%) sowie Finnland (34%). Insgesamt besuchte in der EU weniger als ein Drittel (28%) der unter 3-Jährigen eine formale Betreuungseinrichtung.

Größte Zunahme bei der Zahl der unter 3-Jährigen in Irland, stärkster Rückgang in Rumänien und Portugal

Zwischen 2000 und 2014 blieb die Zahl der in der EU lebenden unter 3-Jährigen nahezu unverändert, allerdings gab es zwischen den Mitgliedstaaten erhebliche Unterschiede. Die Mehrheit meldete 2014 mehr unter 3-Jährige als 2000, wobei die höchste Zunahme in Irland (+34,5%) verzeichnet wurde, vor Schweden (+27,6%), Spanien (+21,6%), Slowenien (+21,4%) und der Tschechischen Republik (+20,7%). In Rumänien (-21,5%) und Portugal (-20,3%), gefolgt von Litauen(-17,4%), Deutschland (-14,1%), Dänemark (-13,0%) und den Niederlanden (-11,8%) wurden hingegen die stärksten Rückgänge gemeldet. Die in diesem Zeitraum beobachteten nationalenTrends waren jedoch nicht linear: Ausnahmen bildeten Schweden, wo die Zahl der unter 3-Jährigen konstant stieg, und Dänemark, Deutschland, Portugal sowie Rumänien, wo ein konstanter Rückgang verzeichnet wurde.

Quelle: Eurostat vom 13.5.2016.

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