Kindertagesbetreuung

DGB: Föderalen Flickenteppich überwinden – Bundesweite Standards für Kitas einführen

Eine Gruppe Kinder hört der Erzieherin beim Erzählen zu.
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Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert bundesweite Qualitätsstandards für Kindertagestätten.

 Zu den Vorschlägen für bundesweite Qualitätsstandards für Kindertagesstätten erklärte Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende, am Montag in Berlin: 

„Wir brauchen eine verlässliche Qualität in der frühkindlichen Bildung. Bundesweite Qualitätsstandards für die Kindertagesstätten sind längst überfällig. Bisher gibt es in Deutschland einen föderalen Flickenteppich in Sachen Kita-Qualität. Jedes Land legt seine eigenen Standards fest. Alle Kinder haben aber das gleiche Recht auf eine gute frühkindliche Bildung – egal, ob sie in Kiel, Köln, Dresden oder Nürnberg aufwachsen. Notwendig sind deshalb verbindliche Standards für die Erzieherausbildung, Gruppengrößen sowie die Zeiten für die Vor- und Nachbereitung, die für alle Kitas unabhängig vom Träger gelten müssen. Diese Standards dürfen keine Mindeststandards sein. Wir brauchen hochwertige Qualität für die Bildung und Betreuung unserer Kinder. Der Bund und die Länder müssen jetzt gemeinsam mit Gewerkschaften und Trägern solche Standards entwickeln.  

Der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ist ein zentrales gesellschaftliches Reformprojekt. Er wird jedoch allzu oft auf Kosten der Qualität umgesetzt, da viele Kommunen kurzfristig Dumpingangebote aus dem Boden stampfen. Größere Gruppen, schlechtere Arbeitsbedingungen und eine unzureichende Ausbildung der Erzieherinnen und Erziehern schaden den Kindern. Hochwertige und stabile emotionale Bindungen legen in dieser Phase das Fundament für die Entwicklung der Kinder. Nur eine gute frühkindliche Bildung wird letztlich auch von den Eltern akzeptiert werden. Ein mangelhaftes Betreuungsangebot würde die Chancen, die frühkindliche Bildung bietet, konterkarieren.

Der Ruf nach einer Qualitätsoffensive für die frühkindliche Bildung wäre glaubwürdiger, wenn sich die Bundesregierung von dem bildungspolitisch irrwitzigem Betreuungsgeld verabschieden würde. Die finanziell chronisch klammen Länder sind allein nicht in der Lage, ein qualitativ hochwertiges Bildungssystem zu finanzieren. Deshalb müssen die zwei Milliarden Euro für das Betreuungsgeld in die Qualität der Kitas investiert werden.“ 

Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund vom 12.08.2013

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