Kindertagesbetreuung / Familienpolitik

DGB: Betreuungsgeld abschaffen - Kita-Plätze ausbauen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund plädiert dafür, auf das Betreuungsgeld zu verzichten und die frei werdenden zwei Milliarden Euro in Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur zu investieren.

Ab dem 1.August gilt der gesetzliche Anspruch auf einen Krippenplatz für unter Dreijährige. Dazu sagte Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende, am Mittwoch in Berlin:

 "Der Stichtag ist da, doch noch immer gibt es nicht überall genügend Krippenplätze. Der DGB fordert deshalb Bund, Länder und Kommunen auf, zu ihrer Verantwortung zu stehen und endlich mehr gute Kita-Plätze zu schaffen.

Der Bund muss auf das falsche Betreuungsgeld verzichten und die frei werdenden zwei Milliarden Euro in Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur investieren. Länder und Kommunen sind gefordert, qualitativ hochwertige Plätze zu schaffen. Besser statt billiger muss die Maßgabe für die frühkindliche Bildung sein. Der Rechtsanspruch ist auch bildungspolitisch unverzichtbar. Alle nationalen und internationalen Studien belegen, dass in dieser frühkindlichen Lebensphase der Grundstein für den weiteren Bildungsweg gelegt wird.

Wir brauchen deshalb qualitativ hochwertige Kitas. Der Rechtsanspruch darf nicht auf Kosten der Qualität umgesetzt werden. Größere Gruppen, schlechtere Arbeitsbedingungen und eine schlechtere Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern gefährden das Kindeswohl. Hochwertige und stabile emotionale Bindungen legen in dieser Phase das Fundament für die Entwicklung der Kinder.

Nur eine gute frühkindliche Bildung wird letztlich auch von den Eltern akzeptiert werden. Ein mangelhaftes Betreuungsangebot würde die Chancen, die frühkindliche Bildung bietet, konterkarieren.

Das Recht auf einen Krippenplatz ist ein zentrales Modernisierungsprojekt dieses Jahrzehnts. Es ermöglicht Müttern und Vätern überhaupt erst, Beruf und Familie zu vereinbaren. Damit steigen die Arbeitsmarktchancen junger Frauen - gerade auch alleinerziehender - und das entlastet unter dem Strich die Kommunen."

Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund vom 31.07.2013

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