Kindertagesbetreuung / Europa

Christoph Matschie würdigt Kita-Engagement für Europa

Eine Erzieherin kümmert sich in der Einrichtung um drei Kinder.
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Für ihr COMENIUS-Projekt "European Explorers" hat Thüringens Kultusminister Christoph Matschie die zweisprachige Kita "Billy" in Jena ausgezeichnet.

Gemeinsam mit Grundschulkindern in England und Irland bearbeitete sie zwei Jahre lang verschiedene Themen, von denen die BiLLY-Kinder dem Thüringer Kultusminister stolz berichteten.

Die Kindertagesstätte "Billy" in Jena wurde durch den Pädagogischen Austauschdienst (PAD) der Kultusministerkonferenz für ihre Projekte im Rahmen des europäischen Bildungsprogramms COMENIUS ausgezeichnet. Als bilinguale integrative Kindertageseinrichtung unterhält die Kita "Billy" Partnerschaften mit zwei Grundschulen in Irland und England. Dort können Kinder bereits ab fünf Jahren eine Grundschule besuchen. Für ihre Initiativen zur Spracherziehung von Kindern, zum gemeinsamen länderübergreifenden Lernen mit den Kindern der Partnerschulen sowie ihre Aktivitäten im internationalen Austausch hat die Kita im Juli 2014 die Auszeichnung "Projekt des Monats" vom PAD erhalten.

Thüringens Bildungsminister lobt das Projekt als gelungenen Beitrag für die frühkindliche Bildung in Thüringen. "Fremdsprachen öffnen Türen in andere Kulturen. Sie werden aber auch in Schule, Studium und Beruf immer wichtiger. Mit ihrem Engagement vermitteln die Pädagoginnen und Pädagogen der Kita 'Billy' bereits den Kleinsten spielerisch diese wichtigen Kompetenzen. Damit legen sie einen wichtigen Grundstein für die weitere sprachliche Entwicklung der Kinder", so der Minister.

In der Kita werden 50 Kinder aus verschiedenen Nationen betreut. Im Verlauf ihres COMENIUS-Projektes brachte die Kita gemeinsam mit ihren Partnern Themen wie Freundschaft, Toleranz und Vielfalt in den pädagogischen Alltag ein. Unter anderem führten die Kinder mehrsprachige Theaterstücke auf, halfen ihrem englischsprachigen Erzieher beim Einkaufen und verschickten Videos über einen typischen Tag in ihrer Kita an die Partnerschulen in England und Irland.
Auf sechs Treffen in Irland, England und Thüringen trafen sich die Erzieher/-innen und diskutierten, wie sie die Themen in der pädagogischen Praxis umsetzen können. "Wir haben in der ganzen Zeit sehr viel gelernt. Eine Möglichkeit, nach England und Irland zu reisen, die Bildungssysteme vor Ort kennenzulernen und sich beruflich auszutauschen, haben Kita-Mitarbeiterinnen eigentlich nicht", sagt Anke Mamat, Leiterin der Kita.

Die BiLLY-Kinder waren zwar noch zu jung, um zu gemeinsamen Treffen zu fahren. Aber dank moderner Technik konnten auch die Jenaer Vorschulkinder mit den Kindern in England und Irland in Kontakt treten. Per Skype sangen sie sich Lieder vor und waren verblüfft über die Schuluniformen. Zudem erfuhren sie, dass Gleichaltrige in England bereits zur Schule gehen.

Der PAD würdigt das hohe Engagement der Kita. Ein solches Projekt fördert das bessere Verständnis für andere Kulturen und weitet den Blick aller Beteiligten. Zudem ist es bisher sehr selten, dass Kitas an europäischen Austauschprojekten teilnehmen. "Unser heterogen zusammengesetztes Team und unsere Familien aus verschiedenen Nationen mit allen eigenen individuellen Besonderheiten haben den Prozess beflügelt", betont Anke Mamat. Dabei waren besonders die englischsprachigen Muttersprachlerinnen der Motor der Entwicklung und haben die Kollegen in der Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern sehr unterstützt und motiviert.

Anke Mamat richtete daher noch eine ganz konkrete Bitte an Christoph Matschie. Seit der Gründung der zweisprachen Kita vor neun Jahren kämpft der BiLLY um die Anerkennung englischsprachiger Fachkräfte für das pädagogische Konzept. Der Kultusminister nahm den Wunsch interessiert auf und mit nach Erfurt.

BiLLY ist die bilinguale Kita des QuerWege e.V. 50 Kinder mit und ohne Behinderung aus verschiedenen Kulturen wachsen hier zusammen auf. Die deutschen und englischen Pädagogen/-innen sprechen jeweils in ihrer Muttersprache mit den Kindern und betten so die fremde Sprache ganz normal in den Kita-Alltag ein. Das offene Konzept und die besondere Architektur mit bewusst gestalteten Räumen für Experimente, Kunst etc. bieten den Kindern viele Möglichkeiten, sich mit der Welt auseinanderzusetzen.

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Quelle: Pädagogischer Austauschdienst vom 21.07.2014

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