Kindertagesbetreuung / Qualifizierung

Bremen startet Qualifizierungsinitiative für Fachkräfte frühkindlicher Bildung

Mehrere junge Erwachsene stehen hintereinander in einer Reihe und machen "Daumen hoch"
Bild: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Mit der Qualifizierungsinitiative macht sich Bremen auf den Weg, die frühkindliche Bildung in den Kitas weiter zu stärken und den pädagogischen Fachkräften eine gute Basis für die steigenden Anforderungen der anspruchsvollen Arbeit mit den Kindern und deren Familien zu vermitteln. Leitgedanke dafür ist die Förderung der Interaktionsqualität zwischen Fachkraft und Kind.

In einem ersten Schritt der Qualifizierungsinitiative begeben sich jeweils zwei Fachkräfte pro Einrichtung in einen zweieinhalbjährigen Qualifizierungsprozess. Modulhaft werden unterschiedliche Bildungsbereiche – angelehnt an den neuen Bildungsplan 0-10 – behandelt. Begonnen wird mit dem Bereich Sprache. Erfahrene Bremer Fortbildungskräfte setzen die Qualifizierung mit dem jeweiligen Einrichtungs-Duo um. Perspektivisch soll die Qualifizierung auf weitere Fachkräfte und auf weitere Kitas ausgeweitet werden. Ziel ist es, Kita-Kinder in ihrer Entwicklung bestmöglich unterstützen und zielgerichtet fördern zu können.

Fachkräfte sind ein Schlüssel zur erfolgreichen frühkindlichen Bildung

Zur Auftaktveranstaltung „Qualifizierungsinitiative frühkindliche Bildung in Bremen“ war es voll im Bürgerzentrum Neue Vahr: Fachkräfte aus 43 Kitas, deren Leitungen sowie Vertreterinnen und Vertreter der Träger nahmen die Gelegenheit zur intensiven Information wahr. Dr. Claudia Bogedan, Senatorin für Kinder und Bildung, ging in ihrer Rede auf Maßnahmen zur Frühförderung ein. So sei beispielsweise der Cito-Test als Instrument am Übergang zur Grundschule etabliert worden, um zu wissen, bei welchen Kindern ein Förderbedarf bestehe.

„Es gibt aber schon seit wesentlich längerer Zeit Bausteine der frühkindlichen Bildung und Förderung. Jetzt werden diese zu einem großen Ganzen“, so Bogedan. Sie wisse, dass Fachkräfte in den Kitas mit dem Ausbau der Plätze enorm gefordert seien. „Aber ohne den Zugang zur frühkindlichen Bildung, vor allem in Stadtteilen mit vielen Kindern, die Unterstützungsbedarfe haben, können wir nicht erfolgreich sein. Fachkräfte sind ein Schlüssel dazu. Wir wollen Sie unterstützen und in Ihrer Rolle stärken“, sagt die Senatorin an die Fachkräfte gewandt.

So seien an Standorten mit besonders schwierigem Umfeld Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen eingesetzt worden, die unter anderem zur Entlastung von Erzieherinnen und Erziehern beitragen. Und auch die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung sollen sich verbessern. „Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir sehr bald verkünden können, in einem ersten Schritt besonders belastete Erzieherinnen und Erzieher besser zu bezahlen“, so Bogedan.

Informationen auch zur Initiative BRISE

Über BRISE, die Bremer Initiative zur Stärkung frühkindlicher Entwicklung, referierte Projektleiterin Heidemarie Rose. „Es ist ein einmaliges Vorhaben in der Bundesrepublik, manche sagen sogar in Europa. Die Verbesserung der Entwicklungsförderung von Kindern, das ist unser Job, aber auch der der Eltern und der Gesellschaft. Wir wollen die kognitiven, sozialen und emotionalen Kompetenzen der Kinder stärken und sehen, welche Instrumente tatsächlich greifen. Daran arbeiten wir innerhalb von BRISE gemeinsam mit Familien und vielen Akteuren.“

Entwickelt wurde die Qualifizierungsinitiative von Prof. Dr. Gisela Kammermeyer von der Universität Landau/Koblenz und der „Rolf Gruppe“ in Abstimmung mit Vertretern und Vertreterinnen der Bremer Träger von Kindertageseinrichtungen. Gefördert wurde die Qualifizierungsinitiative durch die Bremer Initiative zur Stärkung frühkindlicher Entwicklung BRISE.

Quelle: Die Senatorin für Kinder und Bildung Bremen vom 20.02.2019

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