Kindertagesbetreuung / Gender

Bildung frei von Geschlechterklischees: Förderpreis „Verein(t) für gute Kita und Schule“ vergeben

Eine Gruppe von kleinen Kindern, halten sich freudig an den Händen und strecken ihre Arme nach vorne
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Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey hat am 12. November den Förderpreis „Verein(t) für gute Kita und Schule“ der Stiftung Bildung vergeben. Preisträger/-innen sind drei Kita- und Schulfördervereine aus Berlin, die sich unter 17 Nominierten aus elf Bundesländern durchsetzten. Das diesjährige Thema war „Bildung frei von Geschlechterklischees“.

Mädchen lernen leichter Sprachen und Jungs besser Mathe? Klischees wie diese legen Kinder und Jugendliche schon früh auf Rollenmuster fest, mit Folgen für die Persönlichkeitsentwicklung und Berufswahl. Ihre Talente können sie so nicht voll entfalten – weder für sich persönlich noch für den Arbeitsmarkt. Die ausgezeichneten Projekte zeigen auf besondere Weise: Es geht auch anders!

Preis gegen Geschlechterklischees

„Bildungspolitik muss immer auch Geschlechteraspekte berücksichtigen, wenn wir mehr Chancengleichheit erreichen wollen“, sagt Prof.in Dr.in Gesine Schwan, Schirmherrin der Stiftung Bildung. „Die nominierten Kita- und Schulfördervereine und insbesondere die Preisträger/-innen haben dies hervorragend und beispielhaft umgesetzt.“

Nach einer diskussionsfreudigen und intensiven Sitzung war selbst die Jury überrascht: Alle drei Projekte, die in diesem Jahr jeweils 5.000 Euro für ihr herausragendes Engagement erhalten, kommen aus Berlin.

Eltern, Kinder und pädagogische Fachkräfte für Geschlechter- und Familienvielfalt sensibilisieren

Eine der drei Preisträger/-innen ist der Kita-Förderverein Heidemühler Rasselbande im Stadtteil Baumschulenweg. Mit dem Projekt „Jahr des Regenbogens“ sensibilisiert er Eltern, Kinder und pädagogische Fachkräfte für Geschlechter- und Familienvielfalt. Die Kinder kommen spielerisch dem Thema nahe. Dazu sind spezielle Lernmaterialien im Einsatz und bei einem Stammtisch bringen Eltern eigene Ideen ein.

Genderreflektierte und vorurteilsbewusste Bildung

Zweiter im Bunde ist der Kita-Förderverein des Kinderladens Wilde Mö(h)re, ebenfalls in Baumschulenweg. Er hat genderreflektierte und vorurteilsbewusste Bildung fest im Gesamtkonzept verankert ist. Das reicht von der Raumgestaltung bis hin zur Auswahl von Büchern und Spielzeug. Eltern und Fachkräfte ziehen an einem Strang und schaffen den Kindern ein Umfeld, in dem das Geschlecht nicht immer prägend ist.

Themen wie Feminismus, Aufklärung, Gender und Diversity

Das Trio der Ausgezeichneten perfekt macht der Schulförderverein des Werner-von-Siemens-Gymnasiums in Zehlendorf. Dort rücken Schüler/-innen Themen wie Feminismus, Aufklärung, Gender und Diversity stärker ins Bewusstsein. Dazu organisieren sie Workshops und Filmabende. Einnahmen daraus spenden sie etwa für Jugendliche, die wegen ihrer sexuellen Orientierung ihr Elternhaus verlassen mussten.

Wirksame Projekte in Kita und Schule fördern und verbreiten

So vielfältig wie die Preisträger/-innen war auch die Bandbreite der anderen nominierten Projekte. In vielen Fällen sind die Eltern aktiv eingebunden und Aktivitäten strahlen ins Umfeld aus. Zentral ist dabei oft das Engagement der jeweiligen Kita- oder Schulfördervereine. Die Stiftung Bildung arbeitet daher gezielt mit ihnen zusammen, bildet sie fort und sammelt Spenden für deren Projekte. Mit dem Förderpreis „Verein(t) für gute Kita und Schule“ prämiert sie jedes Jahr die besten Ideen zu wechselnden Leitthemen. Ziel ist es, in Kita und Schulen wirksame Projekte zu entdecken, zu fördern und zu verbreiten.

Über „Verein(t) für gute Kita und Schule“

Der Förderpreis „Verein(t) für gute Kita und Schule“ wurde dieses Jahr in Kooperation mit den bundesweiten Projekten „Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag“ und „Boys’Day – Jungen-Zukunftstag“ sowie der Initiative Klischeefrei und dem Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit vergeben. Der Preis wird gefördert auch durch Mittel des Bundesprogramms „Menschen stärken Menschen“ des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Weitere Informationen zum Förderpreis, den Presiträger/-innen und den nominierten Erfolgsgeschichten sind auf den Seiten der Stiftung Bildung zu finden.

Quelle: Stiftung Bildung vom 12.11.2018

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