Kindertagesbetreuung / Familienpolitik

Bertelsmann-Ländermonitor 2016 – Bundesweit vergleichbare Entwicklungs- und Bildungschancen für alle Kinder eröffnen

Kleinkind hält sich an einem Zaun fest
Bild: © Maria Sbytova - Fotlolia.com

Um für vergleichbare Bedingungen für Kinder zu sorgen, engagiert sich das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gemeinsam mit Ländern und Kommunen für eine Verbesserung der Qualität in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung. Mit einem vierten Investitionsprogramm sollen die Länder 1,1 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden, um noch mehr Plätze in Kitas und Kindertagespflege schaffen zu können.

Der am 29. Juni veröffentliche "Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme" der Bertelsmann-Stiftung bestätigt, dass sich die Betreuungsschlüssel in der Kindertagesbetreuung deutlich verbessert haben. Dies bedeutet bessere Rahmenbedingungen und damit mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass die Personalschlüssel in den Ländern sehr unterschiedlich ausfallen.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig erklärt: "Die Kita-Qualität steigt.
Aber es gibt noch Luft nach oben. Es ist wichtig, dass allen Kindern, unabhängig von ihrem Wohnort, eine gute Qualität in der frühkindlichen Bildung zu Gute kommt. Es ist wichtig, dass Bund und Länder mit den Kommunen hier an einem Strang ziehen und ein gemeinsames Verständnis von Qualität entwickeln. Denn der Personalschlüssel spielt zwar eine wichtige, aber nicht die alleinige Rolle. Qualität hängt von viel mehr ab. Deshalb habe ich 2014 den Qualitätsprozess mit den Ländern angestoßen. Ende des Jahres legen wir hierzu einen ersten Zwischenbericht vor."

Neben dem Qualitätsprozess entwickelt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Qualität in der Kindertagesbetreuung über seine Bundesprogramme fort.

"Der Bund leistet Unterstützung, um die Qualität vor Ort zu verbessern. Zum einen durch die Mittel des Betreuungsgeldes, die nun den Ländern für die Kinderbetreuung zur Verfügung gestellt werden sowie durch das Programm derSprach-Kitas. Die Mittel für die Sprachkitas werden mehr als verdoppelt, so dass etwa bis zu 10.000 Fachkräfte insgesamt in 2017 beschäftigt werden können. Damit wird die Personalsituation und die sprachliche Bildung vor Ort verbessert", so Ministerin Schwesig weiter.

Programm "Sprachkitas"

Das Bundesprogramm "Sprachkitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist" wird ausgeweitet und weiterentwickelt. Die Sprachkitas sind  eine wichtige Hilfe, um benachteiligten Kindern und Kindern mit Fluchterfahrung die deutsche Sprache zu vermitteln. Die Mittel für Sprachkitas werden aufgestockt: Allein 2017 werden dafür insgesamt 250 Millionen Euro zur Verfügung stehen, bis 2020 insgesamt 600 Millionen Euro.

Programm "Kita-Plus" und "Kindertagespflege"

Das Bundesprogramm "KitaPlus" fördert - unter Wahrung des Kindeswohls - passgenaue Betreuungsangebote für Eltern, deren Arbeitszeit nicht mit den üblichen Öffnungszeiten Betreuungszeiten von Kitas und Kindertagespflege zusammenfällt. Hier liegt die Fördersumme bei 100 Mio. Euro für den Zeitraum von
2016 bis 2018.

Und schließlich stärkt das Bundesprogramm "Kindertagespflege" die Qualifizierung von Tagesmüttern und Tagesvätern.

Investitionsmittel des Bundes

Die Bundesregierung sieht für die kommenden Jahre deutlich mehr Mittel für die Kindertagesbetreuung vor. Mit einem vierten Investitionsprogramm sollen die Länder 1,1 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden, um noch mehr Plätze in Kitas und Kindertagespflege schaffen zu können. Dies sieht der Beschluss des Regierungsentwurfs zum Haushalt 2017 und des Finanzplans bis 2020 vor. Außerdem unterstützt der Bund nach wie vor den quantitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung mit dem dritten Investitionsprogramm mit einem Volumen von 550 Mio. Euro. Zudem werden den Ländern die durch den Wegfall des Betreuungsgelds frei werdenden Mittel bis 2018 mit einem Volumen von rund 2 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 29.06.2016

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