Kindertagesbetreuung

BaWü: Städte bauen Kleinkindbetreuung massiv aus

Die Städte in Baden-Württemberg bauen die Kleinkindbetreuung massiv aus. Die für 2013 angepeilte Betreuungsquote von rund 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren wird in einigen Großstädten bereits 2012 übertroffen. Die Nachfrage sei enorm, erklärten die Kommunen in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Den Finanzierungspakt mit dem Land bewerten sie als Meilenstein.

Der Pakt zwischen kommunalen Spitzenverbände und Land sieht vor, dass das Land im kommenden Jahr 444 Millionen Euro und 2013 insgesamt 477 Millionen Euro auszahlt. Von 2014 soll das Land 68 Prozent der laufenden Kosten für die Kinderkrippen übernehmen.

Mit einer Quote von rund 40 Prozent bei der Kleinkindbetreuung ist Heidelberg Spitzenreiter im Land. Die Stadt will bis 2013 einen Platz für jedes zweite Kind anbieten, sagt eine Sprecherin: «Gerade in Universitätsstädten wie Heidelberg ist der Bedarf an Kleinkindbetreuung besonders groß.» Auch in Stuttgart sei viel erreicht, sagt ein Stadtsprecher: «Zum 1. März 2011 hatten wir einen Versorgungsgrad im Kleinkindbereich von 30,8 Prozent. Wir gehen davon aus, dass er im kommenden Jahr auf mindestens 36 Prozent ansteigt. Bis 2015 sind 47 Prozent angestrebt.»

In Freiburg sind bis Ende dieses Jahres 30 Prozent erreicht, bis 2013 sollen es «deutlich über» 39 Prozent werden, erklärt eine Sprecherin. Sehr weit ist Tübingen, wo es im vergangenen Jahr 1000 Plätze gab - genug, um schon jetzt jedes zweite Kind unter drei Jahren zu betreuen. «Wir haben gesagt: Alles andere muss dahinter zurückstehen», sagt OB Palmer.

In Karlsruhe soll nach den vom Gemeinderat beschlossenen Ausbauplänen die Versorgungsquote ab dem 31. Dezember 2012 bei fast 34 Prozent liegen. Im Jahr 2015 sollen es rund 40 Prozent sein, sagt der zuständige Dezernent.

Reutlingen hat schon für jedes dritte Kleinkind einen Betreuungsplatz. In kleineren Städten sieht es bei Angebot und Nachfrage erheblich anders aus. Etwa in Bad Waldsee (Kreis Ravensburg) mit seinen knapp 20.000 Einwohnern, das auf dem Landesdurchschnitt von rund 20,9 Prozent liege, so Stadtkämmerer Thomas Manz.

In der Gemeinde Hohentengen (Kreis Sigmaringen) mit gut 4.000 Einwohnern sollen insgesamt lediglich 10 Plätze entstehen. «Wir rechnen damit, dass höchstens für ein Fünftel der unter Dreijährigen eine Betreuung in Anspruch genommen wird. Viele Familien haben hier noch ihre Eltern und Großeltern in der Nähe, die sich um die Kinder kümmern», sagt Bürgermeister Peter Rainer.

Für die Finanzierung des Angebots hat die Unistadt Tübingen tief in den Stadtsäckel gegriffen. 10 Millionen Euro Schulden hat sie dafür in den vergangenen vier Jahren gemacht. Stuttgart wird zur Erfüllung des Rechtsanspruchs in der Kleinkindbetreuung und «zum weiteren bedarfsgerechten Ausbau der Kinderbetreuung» bis 2016 rund 102 Millionen Euro investieren, sagt ein Stadtsprecher.

Quelle: dpa/lsw

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