Kindertagesbetreuung / Kinder- und Jugendpolitik

Ausbau der Kinderbetreuung wird weitergehen – Ostdeutsche Städte appellieren an Bund und Länder

Eine Erzieherin kümmert sich beim Malen um viele Kinder.
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Die ostdeutschen Städte appellieren an Bund und Länder, den Ausbau der Kinderbetreuung besser zu unterstützen und für weitere Qualitätsverbesserungen die Mehrkosten zu tragen. Die Städte erwarten, dass der Bund sich stärker als bisher an den dauerhaften Betriebskosten der Kindertagesstätten beteiligt. Die kommunalen Ausgaben für die Kindertagesbetreuung haben sich innerhalb von zehn Jahren nahezu verdoppelt.

Nach der Konferenz der Oberbürgermeisterinnen und Ober­bürgermeister der Städte in den neuen Ländern in Bautzen sagte die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Städtetages, Verena Göppert am 29.09.2017: „Immer mehr Kinder können in Kitas oder bei Tageseltern betreut werden. Die Städte bauen ihr Angebot an Kita-Plätzen mit ganzer Kraft und hohen Qualitätsstandards aus. Allein innerhalb eines Jahres bis März 2017 ist die Zahl der betreuten Kinder unter drei Jahren bundesweit um über 40.000 Kinder gestiegen. Und der Bedarf steigt weiter. Deshalb muss der Aus­bau der Kinderbetreuung in den kommenden Jahren weitergehen. Gleichzeitig wachsen die qualitativen Anforderungen an die Erziehung und Betreuung. Deshalb erwarten wir, dass sich der Bund stärker als bisher nicht nur an den Investitionskosten, sondern auch an den laufenden Betriebskosten beteiligt. Bund und Länder müssen außerdem die Finanzierung des qualitativen Ausbaus sicherstellen. Wir erwarten in der neuen Legis­laturperiode dafür einen finanziellen Nachschlag.“

Hintergrund

Mit Stichtag 1. März 2017 wurden insgesamt 763.000 Kinder unter drei Jahren betreut. Das sind in den neuen Bundesländern bei einer traditionell hohen Betreuungsquote 2,2 Prozent mehr Kinder im Vergleich zum Vorjahr. Im früheren Bundesgebiet wurden 7,3 Prozent mehr Kinder betreut. Die kommunalen Ausgaben für die Kindertagesbetreuung bis sechs Jahre haben sich zwischen den Jahren 2005 und 2015 von 5,6 Milliarden Euro auf 10,3 Milliarden Euro nahezu verdoppelt. Der Bedarf an Betreuungsplätzen wächst nach wie vor, besonders in Groß- und Universitätsstädten. Zum einen steigt die Zahl der Geburten wieder an, zum anderen wünschen sich immer mehr Eltern eine Kinderbetreuung für ihren Nachwuchs. Dazu kommen in den vergangenen zwei Jahren etwa 180.000 geflüchtete Kinder bis 6 Jahre mit einem Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung, die zum Teil bereits in den Kindergarten gehen oder über Brückenangebote in den Flüchtlingsunterkünften betreut werden.

Der Oberbürgermeister der Stadt Bautzen, Alexander Ahrens, betonte: „Die Städte nehmen bereits viel Geld in die Hand, um gute Betreuungsangebote zu sichern. Und sie werden solange weitere Plätze schaffen, bis alle Kinder versorgt sind, für die Eltern eine Betreuung wünschen. Qualitätsverbesserungen können aber nur umgesetzt werden, wenn Bund und Länder die Kosten dafür finanzieren.“

Quelle: Deutscher Städtetag vom 29.09.2017

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