Jugendstrategie der Bundesregierung

Ob bedarfsgerechter Nahverkehr, schnelles Internet, bezahlbare Mieten oder wirksamer Klimaschutz – Maßnahmen in allen Politikfeldern können Auswirkungen auf junge Menschen haben. Diese Auswirkungen können sich auch von anderen Altersgruppen unterscheiden. Denn Jugend ist eine eigenständige Lebensphase, die besonderer gesellschaftlicher Aufmerksamkeit bedarf. Daher hat die Bundesregierung unter Federführung des Bundesjugendministeriums gemeinsam mit allen Ressorts eine Jugendstrategie entwickelt.

Die Jugendstrategie der Bundesregierung (PDF, 13 MB), die ressortübergreifend entwickelt wurde, benennt neun jugendrelevante Handlungsfelder und führt insgesamt 163 Maßnahmen aller Ressorts auf, die neu ergriffen oder weiterentwickelt werden.

Handeln in gemeinsamer Verantwortung

Jugendpolitik darf nicht an Grenzen der Zuständigkeiten scheiten. Der Kabinettbeschluss am 3. Dezember 2019, in dem sich die gesamte Bundesregierung verbindlich zur gemeinsamen Verantwortung für die Jugend bekennt, markiert den Startschuss in den Umsetzungsprozess der Jugendstrategie.

Die gemeinsame Jugendstrategie der Bundesregierung hat zum Ziel, die junge Generation an Entscheidungen zu beteiligen, die sie betreffen, und jungen Menschen bestmögliche Bedingungen zu bieten, die Herausforderungen der Lebensphase Jugend zu meistern.

Um das ressortübergreifende Denken und Handeln umsetzen zu können, wurde im Oktober 2018 eine Interministerielle Arbeitsgruppe (IMA) „Jugend“ eingerichtet. In der IMA-Jugend wurde seit Oktober 2018 die gemeinsame Jugendstrategie der Bundesregierung entwickelt. Unter Federführung des Bundesjugendministeriums wurden die Inhalte der Jugendstrategie abgestimmt und die Zusammenarbeit der Ressorts koordiniert. Die Entwicklung der Jugendstrategie, die im Koalitionsvertrag für die 19. Legislaturperiode enthalten ist, erfolgt entlang zentraler Handlungsfelder, die von besonderer Relevanz für junge Menschen sind.

Jugend und Zivilgesellschaft beteiligen

Das BMFSFJ wird zusätzlich von einem Beirat aus Vertreterinnen und Vertretern von Fachverbänden, kommunalen Spitzenverbänden und Ländern beraten. Der Beirat des BMFSFJ unter dem Vorsitz der Parlamentarischen Staatssekretärin Caren Marks und dem Co-Vorsitz der AGJ-Vorsitzenden Prof. Dr. Karin Böllert dient dabei der Einbindung und Beteiligung von Zivilgesellschaft und jugendlichen Interessenvertretungen.

Ein zentrales Anliegen im Rahmen der Jugendstrategie ist es, junge Menschen direkt, sichtbar und wirkungsvoll zu beteiligen. Bei der Entwicklung der Jugendstrategie wurden junge Menschen als Expertinnen und Experten in eigener Sache beteiligt. Viele von ihnen brachten ihre Vorstellungen und Wünsche ein bei den JugendPolitikTagen, in themenspezifischen Audits oder via Online-Konsultation.

Neun jugendrelevante Handlungsfelder

Zukunft, Generationendialog & Jugendbilder

Unsere älter werdende Gesellschaft braucht die Jugend – ihre Ideen, ihr Engagement und ihre Potenziale. Gleichzeitig braucht die junge Generation die passenden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, um die Herausforderungen der Lebensphase Jugend zu meistern, ihre Potenziale selbstbestimmt zu entfalten und mit Zuversicht in die Zukunft blicken zu können.

  • Beispielhafte Maßnahmen

    „Wie ticken Jugendliche?“ 2020, Beteiligung an der Sinus-Jugendstudie | Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

    Das SINUS-Institut erforscht seit vielen Jahren jugendliche Lebenswelten, unter anderem im Rahmen der Jugendstudie "Wie ticken Jugendliche?" (2008, 2012, 2016). Die Studie soll die soziokulturelle Unterschiedlichkeit von Jugend einfangen und verdichtet sie modellhaft. Der Ansatz gruppiert Jugendliche, die sich in Werten, grundsätzlichen Lebenseinstellungen und Lebensweisen sowie in ihrer sozialen Lage ähnlich sind, in den Sinus-Milieu-Modellen. Die Untersuchung zeichnet sich durch eine dichte qualitative Beschreibung der soziokulturellen Vielfalt der Jugend in Deutschland aus und gewährt durch Zitate und kreative Selbstzeugnisse der Befragten Einblicke in Lebensalltag, Wertehorizont und Alltagsästhetik verschiedener jugendlicher Lebenswelten. Die Studie kann als praxisnahe Entscheidungsgrundlage für die strategische, praktische Zielgruppenarbeit herangezogen werden.

    Jugendgerecht.de - Arbeitsstelle Eigenständige Jugendpolitik | Bundesfamilienministerium

    Das Projekt in Trägerschaft der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe - AGJ - sorgt für die fachliche Weiterentwicklung und Kommunikation der Eigenständigen Jugendpolitik. Die Arbeitsstelle informiert über Inhalte und Themen der Eigenständigen Jugendpolitik und befördert jugendpolitische Diskussionen. Es bezieht sich auf die bestehenden Grundsätze, Leitlinien und Ziele der Eigenständigen Jugendpolitik und entwickelt diesen Ansatz im engen Austausch mit Expertinnen und Experten der Jugendhilfe, der Jugendpolitik und der Wissenschaft weiter.

Beteiligung, Engagement und Demokratie

Junge Menschen melden sich mit ihren Anliegen zu Wort und wollen gehört und beteiligt werden. Wir wollen junge Menschen für Politik interessieren und für Demokratie begeistern – und gemeinsam gute Jugendpolitik wirkungsvoll gestalten.

  • Beispielhafte Maßnahmen

    Fortführung der BMU-Jugendstudie | Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

    Im Gegensatz zu traditionellen Erhebungen wird die repräsentative BMU-Jugendstudie durchgängig von der Zielgruppe selbst begleitet und aktiv mitgestaltet. Forschungsdesign und Forschungsfragen werden im Rahmen von Workshops mit jungen Menschen entwickelt, die Untersuchungsergebnisse in verschiedenen Formaten diskutiert und interpretiert. Darüber hinaus wurde für die Studie ein eigener Jugendbeirat eingerichtet.

    Starke Kinder- und Jugendparlamente | Bundesfamilienministerium

    Zentrales Ziel des Projekts in Trägerschaft des Deutschen Kinderhilfswerkes (DKHW) ist die Förderung und Stärkung kommunaler Beteiligungslandschaften mit besonderem Fokus auf die rund 500 Kinder- und Jugendparlamente und 300 Jugendforen. Diese werden durch Sichtbarmachung, Wertschätzung sowie durch konkrete Unterstützungsangebote (zum Beispiel Webinare) gestärkt. Kommunen werden zur Einrichtung von neuen Kinder- und Jugendparlamenten motiviert und bei Bedarf unterstützt. Jugendliche aus Kinder- und Jugendparlamenten werden über einen Jugendbeirat aktiv und von Anfang an in das Projekt einbezogen.

Stadt und Land, Wohnen und Kultur

Junge Menschen brauchen gleichwertige Lebensverhältnisse und jugendgerechte Entfaltungs- und Gestaltungsräume – unabhängig vom Ort ihres Aufwachsens. Sie benötigen Zugang zu bezahlbarem Wohnraum und eine jugendgerechte Infrastruktur. Dazu gehören flächendeckende und bedarfsorientierte Angebote der Jugendarbeit und Sozialarbeit, der Kultur und des Sports.

  • Beispielhafte Maßnahmen

    Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) | Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

    Ziel des BULE ist es, ländliche Räume als attraktive Lebensräume zu erhalten und weiterzuentwickeln und damit gute Bleibe- und Rückkehrperspektiven auch für junge Menschen zu bieten. Beispielhafte Ansätze in der ländlichen Entwicklung sollen mithilfe der BULE-Förderung erprobt werden, um Erkenntnisse insbesondere für die Regelförderung zu gewinnen. Die Förderaufrufe des Bundesprogramms sind jeweils themenorientiert und einmalig. Sie spiegeln die Bandbreite relevanter Handlungsfelder wider - vom zivilgesellschaftlichen Engagement bis hin zur Daseinsvorsorge und Digitalisierung. So ermöglicht beispielsweise das Modellvorhaben "Land(auf)Schwung" die Erprobung auch neuer Instrumente der Regionalförderung in Form eines Regionalbudgets. Im BULE werden daher auch regionale und lokale Projekte gefördert, die die Lebensbedingungen von Jugendlichen verbessern und Jugendbeteiligung stärken.

    Urbane Liga - Plattform junger Stadtmacher | Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

    Die Urbane Liga ist ein Bündnis junger Stadtmacherinnen und Stadtmacher, die sich aktiv in die Gestaltung ihrer Städte einbringen. Als Projektschmiede, Ideenlabor und Netzwerkplattform zielt die Urbane Liga darauf ab, das Wirken junger Erwachsener in Deutschland zu stärken. Sie fördert ihre Mitsprache im öffentlichen Diskurs, entwickelt jugendgerechte Stadtvisionen und erweitert die Handlungsmöglichkeiten Jugendlicher und junger Erwachsener.

Vielfalt & Teilhabe

"Die" eine Jugend gibt es nicht. In den Lebenslagen der 12- bis 27-Jährigen in Deutschland spiegelt sich große Pluralität wider. Um Teilhabe für alle jungen Menschen zu ermöglichen, gilt es, Diskriminierung zu thematisieren und unterschiedlichen Benachteiligungen und Belastungen wirksam und inklusiv zu begegnen.

  • Beispielhafte Maßnahmen

    www.regenbogenportal.de - Das Wissensnetz zu gleichgeschlechtlicher Lebensweise und geschlechtlicher Vielfalt | Bundesfamilienministerium

    Das Online-Informationsportal ist Informationsquelle, Datenbank und Wissensnetzwerk in einem. Es liefert Aufklärung, passende Beratung und sachlich fundierte Informationen für Lesben, Schwule, Bisexuelle, für trans- und intergeschlechtliche sowie queere Menschen und ihre Familien und Angehörigen, aber auch für Lehrerinnen und Lehrer sowie weitere Fachkräfte. Dies ist insbesondere für Jugendliche bei einem Coming-out eine wichtige Unterstützung, insbesondere auch in ländlichen Gegenden mit geringer queerer Infrastruktur.

    Kunstwelten | Beauftragte für Kultur und Medien

    Das kulturelle Vermittlungsprogramm in Kooperation mit der Akademie der Künste Berlin und weiteren zivilgesellschaftlichen Gestaltungspartnern wendet sich zuallererst an junge Menschen und schöpft aus der Vielfalt und dem Zusammenspiel der Werke und Erfahrungen der Mitgliederinnen und Mitglieder und Stipendiaten, der Künstlerarchive und Sammlungen der Akademie. Künstlerinnen und Künstler aller Sektionen der Akademie treffen junge Menschen in Kulturhäusern und Schulen, stellen ihnen ihre Werke vor und arbeiten gemeinsam in Kunstwerkstätten. Sie begegnen ihnen mit Empathie, wecken ihre Neugier und Begeisterung.

Bildung, Arbeit und Freiräume

Der Bildungserfolg ist zentral für die zukünftigen Erwerbsmöglichkeiten und Lebenschancen. Aufgrund von Verdichtung und Beschleunigung des Alltags, Leistungsdruck und Selbstoptimierung fordern junge Menschen mehr Freiräume, also freie Orte und Zeiten zur selbstbestimmten Verfügung.

  • Beispielhafte Maßnahmen

    Weiterentwicklung des Berufsorientierungsprogramms | Bundesministerium für Bildung und Forschung

    Seit der Etablierung des Berufsorientierungsprogramms im Jahr 2008 konnten rund 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler in über 3000 Schulen überwiegend der Sekundarstufen I von den Bundesmaßnahmen zur Berufsorientierung profitieren. Das Programm soll weiter ausgebaut werden. Künftig sollen auch gymnasiale Schulen davon profitieren.

    Weiterentwicklung der Jugendberufsagenturen | Bundesministerium für Arbeit und Soziales

    Durch die rechtskreisübergreifende, abgestimmte Kooperation insbesondere von Agenturen für Arbeit, Jobcentern und Jugendämtern in Jugendberufsagenturen (JBA) kann jungen Menschen die Angebotsvielfalt der Berufswelt besser veranschaulicht, können ausbildungsfördernde Instrumente zielgerichteter angeboten und Unterstützung im Rahmen der beruflichen und sozialen Teilhabe geleistet werden. Ziel der Bundesregierung ist es, die bereits sehr erfolgreiche Arbeit der JBA am Übergang von der Schule in den Beruf weiter zu unterstützen und auszubauen.

    Mindestausbildungsvergütung; Novelle zum Berufsbildungsgesetz | Bundesministerium für Bildung und Forschung

    Vorgesehen ist entsprechend den Vorschlägen der Sozialpartner eine Mindestausbildungsvergütung von 515 Euro im ersten Ausbildungsjahr (ab 2020), die sich mit Fortschreiten der Ausbildung sowie in der "Einphasungszeit" bis 2023 jährlich erhöhen soll. Ab dem Jahr 2024 soll die Mindestausbildungsvergütung jährlich entsprechend der Entwicklung der Ausbildungsvergütungen insgesamt (tariflich und außertariflich) angepasst werden.

Mobilität und Digitales

Für jugendgerechte Mobilitätsangebote ist insbesondere ein flächendeckender, bezahlbarer und bedarfsgerechter öffentlicher Personennahverkehr wichtig. Analoge und digitale Welt sind für junge Menschen kaum zu trennen und müssen ebenso zusammen betrachtet werden, wie die Aspekte Selbstbestimmung, Jugendschutz und Medienkompetenz.

  • Beispielhafte Maßnahmen

    "WebDays - Jugendliche gestalten die digitale Lebenswelt der Zukunft" | Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

    Das Projekt möchte junge Menschen motivieren, sich mit den Themen Digitalisierung, Verbraucherschutz, Medienbildung und Netzpolitik aktiv auseinanderzusetzen, eigene Ideen zu formulieren und in den politischen Diskurs einzuspeisen. Mit den "WebDays" soll eine neue Form der Partizipation von jungen Verbraucherinnen und Verbrauchern geschaffen werden, die ihnen ermöglicht, die technologischen Veränderungen in der Gesellschaft zu verstehen, zu begleiten und aktiv mitzugestalten.

    Safe Bike - Entwicklung eines Verkehrssicherheitsprogramms für Radfahrende zwischen 11 und 14 Jahren | Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

    Ziel des Projektes ist die Reduktion der Fahrradunfälle in der besonders auffälligen Zielgruppe der 11- bis 14-Jährigen. Um dies zu erreichen, wird ein Verkehrssicherheitsprogramm für die Zielgruppe entwickelt, das auf Beobachtungsverfahren, Selbstreflexion und Eigenverantwortung basiert. Das Verkehrssicherheitsprogramm wird anschließend in einem Pilotversuch an zwei kooperierenden Schulen durchgeführt und bezüglich seiner Wirkungen evaluiert. Es wird so gestaltet, dass es schließlich an allen Schulen in Deutschland eingesetzt und unter Leitung einer Lehrkraft selbstständig durchgeführt werden kann.

    Verwaltungsvereinbarung DigitalPakt Schule 2019 bis 2024 zwischen Bund und Ländern | Bundesministerium für Bildung und Forschung

    Im DigitalPakt Schule hat sich der Bund verpflichtet, fünf Milliarden Euro für Finanzhilfen für Investitionen der Länder und Gemeinden in die digitale Bildungsinfrastruktur bereitzustellen. Die Länder/Gemeinden ergänzen die Bundesmittel um einen Eigenanteil in Höhe von mindestens zehn Prozent. Förderfähig sind an allgemeinbildenden, beruflichen und Förderschulen die Vernetzung von Schulgebäuden, die WLAN-Ausstattung, Anzeige-Geräte wie zum Beispiel elektronische Whiteboards und Beamer sowie digitale Arbeitsgeräte für den Unterricht. Mobile Endgeräte zum Verbleib in der Schule können in besonderen Fällen bis zu bestimmen Obergrenzen förderfähig sein. Förderfähig sind auch länderübergreifende, landesweite und regionale Entwicklungsprojekte, zum Beispiel für Lehr-/Lernplattformen und für die professionelle Administration und Wartung.

Umwelt

Die Bundesregierung erkennt die Dringlichkeit der mit dem Klimawandel verbundenen Herausforderungen, insbesondere für die jüngere Generation, an. Die Beteiligung junger Menschen und ihrer Interessenvertretungen bei der Ausgestaltung umweltpolitischer Maßnahmen soll gestärkt werden.

  • Beispielhafte Maßnahmen

    Innovationsfonds Klimaschutz als Jugendpolitik | Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

    Der Innovationsfonds "Klimaschutz als Jugendpolitik" soll niedrigschwellig und unkompliziert Mikrofinanzierungen für Projekte und Initiativen der außerschulischen Klimaschutzbildung und des Klimaschutzengagements von Jugendlichen und jungen Erwachsenen bereitstellen. Neben der Mikroprojektförderung sollen Klimaschutzstipendien vergeben werden, die außerordentliches Engagement von jungen Menschen für den Klimaschutz auszeichnen. Ein besonderes Augenmerk wird in beiden Komponenten auf Vernetzung und zusätzliches Empowerment gelegt. Der Innovationsfonds verfolgt den Anspruch, junge Menschen aus Stadt und Land sowie aus allen sozioökonomischen Schichten gleichermaßen zu erreichen. Jugendliche und junge Erwachsene werden aktiv in die Konzeption und Umsetzung der Maßnahme eingebunden.

    Beteiligung am Maßnahmenprogramm Klimaschutz 2030 | Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

    Das Bundesumweltministerium verstetigt seit mehreren Jahren systematisch den Ansatz, junge Menschen konsequent an den Programmen und Initiativen des Hauses zu beteiligen. Vor diesem Hintergrund werden im Aktionsbündnis Klimaschutz, dem zentralen Dialogforum zur kontinuierlichen Diskussion klimaschutzpolitischer Positionen zwischen den gesellschaftlichen Gruppen und der Bundesregierung, auch Vertreterinnen und Vertreter von Jugendverbänden beteiligt. Ziel ist, einen breiten fachlichen und generationsübergreifenden Dialog zu initiieren und die Perspektive junger Menschen im Maßnahmenprogramm Klimaschutz 2030 zu berücksichtigen.

Gesundheit

Die meisten 12- bis 27-Jährigen in Deutschland verbringen ihre Jugend bei guter Gesundheit. Einzelne Gruppen neigen aber zu einem höheren Risikoverhalten. Wesentliche gesundheitsrelevante Aspekte für junge Menschen sind ausreichende Bewegung, gesunde Ernährung, Suchtprävention, Unfallvermeidung, die Stärkung der Gesundheitskompetenz, die Prävention sexualisierter Gewalt und eine Reduzierung von psychischen Belastungen.

  • Beispielhafte Maßnahmen

    Fachdialog zur Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung bei Heranwachsenden | Bundesministerium für Gesundheit sowie die Bundesministerien für Arbeit und Soziales, für Bildung und Forschung, für Ernährung und Landwirtschaft sowie für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

    Der Dialog dient der alters-, zielgruppen- und themenübergreifenden Zusammenarbeit von Akteuren aus Wissenschaft, Praxis und Politik, die sich gemeinsam für die Gesundheit von jungen Menschen einsetzen. Ein wichtiger Meilenstein der Vernetzung ist der "Wegeweiser zum gemeinsamen Verständnis von Gesundheitsförderung und Prävention bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland", der von den beteiligten Organisationen und Vertretenden der beteiligten Gremien gemeinsam verabschiedet wurde. Der Wegeweiser formuliert die inhaltlichen Eckpunkte und benennt Aufgaben des Fachdialogs im Rahmen des Prozesses.

    Nationaler Aktionsplan IN FORM - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht | Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Bundesministerium für Gesundheit

    Im Rahmen des Aktionsplans setzen sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und das Bundesministerium für Gesundheit für die Verbesserung des Bewegungs- und Ernährungsverhaltens ein, wie durch Maßnahmen zur Intensivierung der Ernährungsbildung und Stärkung der Ernährungskompetenzen in allen Altersklassen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Konkrete Beispiele sind: Entwicklung des DGE-Qualitätsstandards für Schulverpflegung, Einrichtung von Schulvernetzungsstellen mit den Ländern zur Unterstützung von Schulträgern und Schulen bei der Umsetzung eines ausgewogenen Verpflegungsangebotes, Entwicklung von Ernährungsbildungsmaterialen und die Förderung von Modellprojekten, um Lehrkräfte in Schulen bei der Ernährungsbildung zu unterstützen. Außerdem werden Bürgerinnen und Bürger für Bewegungsförderung sensibilisiert. Für Jugendliche ist die Lebenswelt Schule auch für die Bewegungsförderung von Bedeutung. Diese wird durch das Schulfach Sport formal abgedeckt, braucht aber ergänzende Angebote in der Pause und im Unterricht. Die "Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung" geben allen Akteuren einen Orientierungsrahmen und zeigen Möglichkeiten, wie Menschen in verschiedenen Settings zu mehr Bewegung animiert werden können.

Europa und die Welt

Durch das Überschreiten nationalstaatlicher Grenzen eröffnen sich jungen Menschen neue Erfahrungs- und Entfaltungsmöglichkeiten. Alle jungen Menschen brauchen Möglichkeiten, sich mit internationalen Entwicklungen auseinanderzusetzen und Europa aktiv mitzugestalten.

  • Beispielhafte Maßnahmen

    Jugend erinnert | Auswärtiges Amt, Bundesfamilienministerium, Beauftragte für Kultur und Medien

    Mit dem Programm "Jugend erinnert" soll außerschulische historisch-politische Bildungsarbeit mit jungen Menschen zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus unterstützt und ausgebaut werden. Dies beinhaltet die Förderung von 500 außerschulischen Gedenkstättenfahrten für über 10.000 Jugendliche in den Jahren 2019 und 2020, den Wettbewerb "Erinnern für die Gegenwart" an deutschen Auslandsschulen sowie das deutsch-polnische Schüleraustauschprojekt "menschen gedenken - jugend macht zukunft", in dem Einzelschicksale von Opfern deutscher Kriegsverbrechen in Polen und von Opfern der Shoa in Deutschland aufgearbeitet werden. Darüber hinaus werden bi- und trilaterale Jugendbegegnungen und Projekte von Jugendlichen aus Deutschland, Israel und Europa in Gedenkstätten gefördert.
    Ein davon unabhängiges, bei der BKM ressortierendes Förderprogramm "Jugend erinnert" soll in Deutschland gelegene NS-Gedenkstätten und Dokumentationszentren als maßgebliche Akteure der außerschulischen historisch-politischen Bildungsarbeit dabei unterstützen, für ihre pädagogische Arbeit neue Ansätze und Methoden auszubilden. Vor allem durch die Vernetzung mit neuen Kooperationspartnern sollen nachhaltig wirkende Bildungsformate für junge Menschen gestärkt und weiterentwickelt werden. Auch die Qualifizierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren - so zum Beispiel Lehramtsstudierende - steht im Mittelpunkt.

    Umsetzung der EU-Jugendstrategie 2019-2027 | Bundesfamilienministerium

    Die Umsetzung der EU-Jugendstrategie 2019-2027 erfolgt in Deutschland als integraler Bestandteil der Jugendstrategie der Bundesregierung. Dies bedeutet, dass europäische Themen und Entwicklungen in die Diskussionen zur Jugendstrategie der Bundesregierung und darüber hinausgehende (jugend-)politische Diskurse einfließen. Umgekehrt werden Ergebnisse und Erfahrungen aus Deutschland in die jugendpolitischen Diskussionen auf EU-Ebene eingebracht. Junge Menschen werden an der Umsetzung unter anderem über den EU-Jugenddialog beteiligt.

Die Bausteine der Jugendstrategie

  • Interministerielle Arbeitsgruppe „Jugend“

    Die IMA-Jugend ist das zentrale Element der gemeinsamen Jugendstrategie der Bundesregierung. Unter Federführung des BMFSFJ und unter Beteiligung der anderen Ressorts wird hier die Jugendstrategie entwickelt und koordiniert sowie in der Umsetzung begleitet. Eine der wichtigsten Aufgaben der IMA-Jugend ist die Vorbereitung eines Kabinettbeschlusses, mit dem sich die Bundesregierung zur gemeinsamen Verantwortung für die Jugend bekennt.

  • Beirat des BMFSFJ zur gemeinsamen Jugendstrategie der Bundesregierung

    Der Beirat des BMFSFJ dient dabei der Einbindung und Beteiligung von Zivilgesellschaft und jugendlichen Interessenvertretungen. In dem Gremium, unter Vorsitz der Parlamentarischen Staatssekretärin Caren Marks und dem Co-Vorsitz der AGJ-Vorsitzenden Prof. Dr. Karin Böllert, beraten Vertreterinnen und Vertreter von Fachorganisationen das BMFSFJ bei der Entwicklung und Umsetzung der Jugendstrategie.

    Weitere Informationen zur Konstituierung des Beirats finden sich auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe.

  • EU-Jugendstrategie

    Im November 2018 wurde die neue EU-Jugendstrategie 2019-2027 verabschiedet. Die Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland ist ein eigenständiger Prozess im Rahmen der Jugendstrategie der Bundesregierung.

    Weitere Informationen: www.jugendhilfeportal.de/eu-jugendstrategie

  • Jugendbeteiligung

    Es ist ein zentrales Anliegen im Rahmen der Jugendstrategie, junge Menschen direkt, sichtbar und wirkungsvoll zu beteiligen. Für eine möglichst breite und fundierte Beteiligung an der Entwicklung der gemeinsamen Jugendstrategie der Bundesregierung sorgen unterschiedliche Formate, in denen junge Menschen als Expertinnen und Experten in eigener Sache agieren. Wirksame Jugendbeteiligung ist eine Grundanforderung der Jugendstrategie und wird auch bei Einzelmaßnahmen konsequent umgesetzt. Dazu gehören aktuell:

    • JugendPolitikTage 2019: Die JugendPolitikTage bieten vom 9. bis 12. Mai 2019 etwa 450 Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie den Ressorts der Bundesregierung ein Forum zum Austausch über jugendrelevante Politikfelder und mögliche Maßnahmen. In diesem Dialog mit Politik und Verwaltung können die jungen Menschen ihre Positionen vertreten und konkrete Empfehlungen für die gemeinsame Jugendstrategie der Bundesregierung entwickeln.
    • jugend.beteiligen.jetzt: Mit dem Projekt jugend.beteiligen.jetzt wird e-Partizipation leichter; Tools und Themen rund um die Praxis digitaler Partizipation haben hier einen gemeinsamen Ort.
  • Eigenständige Jugendpolitik

    Das Projekt „jugendgerecht.de – Arbeitsstelle Eigenständige Jugendpolitik“ verfolgt die Weiterentwicklung und Verbreitung der Ziele, Grundsätze und Inhalte einer Eigenständigen Jugendpolitik. jugendgerecht.de dient der Vernetzung und dem Informationstransfer zwischen der öffentlichen und freien Jugendhilfe sowie weiteren jugendpolitischen Akteuren auf den Ebenen von Kommunen, Regionen, Länder, Bund und EU.

  • Jugend-Check

    Der Jugend-Check ist ein Instrument zur Gesetzesfolgenabschätzung. Gesetzentwürfe der Bundesregierung werden durch das Kompetenzzentrum Jugend-Check (KomJC) anhand einer standardisierten Methodik auf mögliche Auswirkungen auf die Lebenslagen junger Menschen zwischen 12 und 27 Jahren überprüft. Damit werden beabsichtigte Wirkungen und nicht beabsichtigte Nebenwirkungen der Vorhaben sichtbar. Der Jugend-Check wirkt dabei als Prüf- und Sensibilisierungsinstrument, um die politische Aufmerksamkeit für die Lebenslagen und Belange junger Menschen zu steigern.

Eigenständige Jugendpolitik fortsetzen und weiterentwickeln

Das Vorhaben einer gemeinsamen Jugendstrategie fußt auf der „Eigenständigen Jugendpolitik“, die das Bundesjugendministerium seit einigen Jahren verfolgt und mit der es die gemeinsamen Belange der etwa 14 Millionen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 12 und 27 Jahren sichtbar macht.

Unter dem Dach der Jugendstrategie „Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft“ hat das Bundesjugendministerium 2015 – 2018 mit zahlreichen Partnern vielfältige Einzelvorhaben umgesetzt, die sich an den Leitlinien, Grundsätzen und Zielen der „Eigenständigen Jugendpolitik“ orientieren. Der Koalitionsvertrag für die 19. Legislaturperiode schreibt vor, die „Eigenständige Jugendpolitik“ weiterzuführen und eine gemeinsame Jugendstrategie der gesamten Bundesregierung zu entwickeln.

Weitere Informationen zur Eigenständigen Jugendpolitik und der Entwicklung einer gemeinsamen Jugendstrategie der Bundesregierung stehen in einem ausführlichen Hintergrundbericht zur Verfügung. Das Bundesjugendministerium informiert darüber hinaus auf einer Sonderseite: www.bmfsfj.de/jugendstrategie

Kontakt

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Referat 501 – Jugendstrategie, Eigenständige Jugendpolitik
Glinkastr. 24
10117 Berlin  
 
Telefon: 03018/ 555-0
Telefax: 03018/ 555-1145
E-Mail: jugendstrategie@DontReadMebmfsfj.bund.de
Internet: www.bmfsfj.de/jugendstrategie