Jugendsozialarbeit / Coronavirus

Umfrage „Schulsozialarbeit in Sachsen“: Zwischenbericht vorgelegt, zweite Erhebungsphase gestartet

Ein Junge mit Schulranzen rennt durch einen leeren Flur eines Schulgebäudes
Bild: Caleb Oquendo - pexels.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Wissenschaftler/-innen und Praktiker/-innen erheben gegenwärtig in einer dreiphasigen sachsenweiten Befragung von Schulsozialarbeiter/-innen deren Arbeitsbedingungen und Unterstützungsbedarfe seitens der Kinder und Jugendlichen unter dem Einfluss der Corona-Pandemie.

Erste Ergebnisse für den Zeitraum der Schulschließungen wurden nun in einem Zwischenbericht veröffentlicht. Sie zeigen, dass die Schulsozialarbeit im Freistaat Sachsen auch während geschlossener Schulen als flexible situative ‚Krisenmanagerin‘ agierte. Durch den Einsatz der pädagogischen Fachkräfte sei es gelungen, stabile und arbeitsfähige Strukturen auch während dieser Zeit und trotz teils herausfordernder und prekärer Bedingungen vorzuhalten.

Dennoch war die Schulsozialarbeit in Sachsen offenbar immer wieder aufgefordert, ihre Legitimität als zentrales pädagogisches Handlungsfeld an der Schnittstelle zwischen Familie, Schule und Kinder- und Jugendhilfe zu erweisen. Die schlechte „digitale Erreichbarkeit“ von Kindern und Jugendlichen in prekären Lebenslagen durch die Schulsozialarbeit lässt indes befürchten, dass sich bestehende Bildungsungleichheiten durch die Corona-Krise weiter verschärfen.

Download der Ergebnisse der ersten Befragung als PDF

Wie verändern sich Arbeit und Kommunikation?

Die zweite Erhebungsphase „Befragung zur Schulsozialarbeit während des eingeschränkten Regelbetriebs“ läuft seit dem 02.07.2020. Schulsozialarbeiter/-innen Sachsens sind eingeladen, sich an der Befragung zu beteiligen. Die Fachkräfte sind dazu aufgerufen, ihre gegenwärtigen Arbeitsbedingungen, Unterstützungsbedarfe der Kinder, Jugendlichen und Eltern sowie zu aus ihrer Sicht nötigen Entwicklungen im Handlungsfeld der Schulsozialarbeit zu bewerten. Besonderes Interesse liegt dabei auf den Fragen, wie sich die Arbeit im eingeschränkten Regelbetrieb der Schulen verändert hat, wie die Kolleg(inn)en die Bedarfe der Kinder, Jugendlichen und Eltern einschätzen, ob und wenn ja, wie sich die Kommunikation und Kooperation mit Klient(inn)en und Kolleg(inn)en verändert hat und inwiefern sich die Schulsozialarbeit aus Sicht der Schulsozialarbeiter/-innen (weiter-)entwickeln sollte. Der Link zur Umfrage kann bei Frau Dr. Brit Reimann-Bernhardt, Evangelische Schulstiftung Sachsen, angefragt werden.

Weiteres Vorgehen

Im Rahmen der Untersuchung sind insgesamt drei Erhebungen zu den Arbeitsbedingungen und zum Tätigkeitsfeld der Schulsozialarbeit in Sachsen geplant. Nach der dritten Ergebungsphase werden alle Ergebnisse in einem Abschlussbericht dargestellt, diskutiert und über verschiedene Wege veröffentlicht.

Quelle: Evangelische Hochschule Dresden vom 06.07.2020

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