Jugendsozialarbeit

Träger der Jugendsozialarbeit für Absicherung der Schulsozialarbeit

Junge auf Schulbank

Auf der bundesweiten Fachtagung „Partnerschaftlich gegen Schulabsentismus – Gemeinsam eine Schule für Jugendliche gestalten“ am 12. und 13. Mai in Paderborn präsentierten Experten und Praktiker erfolgreiche Ansätze in der Schulsozialarbeit und berieten gemeinsam, wie Verstetigungsstrategien aussehen können, damit erfolgreiche Kooperationen von Schule und Jugendhilfe vor Ort weitergeführt werden können.

Die Botschaft aus dieser Fachveranstaltung an die Politik: Modellhafte Projekte können gute Impulse geben. Sie bringen aber nicht dauerhaft weiter. Daher muss eine strukturell und rechtlich abgesicherte Finanzierung von Schulsozialarbeit geschaffen werden – und zwar jetzt! Sie muss mit Qualitätskriterien versehen sein und auf der Jugendhilfe und Schulentwicklungsplänen beruhen. Um die notwendigen Gestaltungsmöglichkeiten auf der Bundes- und Landesebene und in den Kommunen zu ermöglichen, ist es unerlässlich, das Kooperationsverbot im Bildungsbereich abzuschaffen.

An der von der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit/IN VIA Akademie, dem Paritätischen Gesamtverband und der Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit im Rahmen des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit organisierten Veranstaltung nahmen über siebzig Fachkräfte und ExpertInnen aus Jugendhilfe, Schulen, Fachverbänden und der Wissenschaft teil.

Schulsozialarbeit und erfolgreich erprobte Ansätze gegen Schulabsentismus dauerhaft etablieren

Wer unterstützt und stärkt Schülerinnen und Schüler in ihrem Schulalltag, wenn sie Probleme haben, ihre Motivation verlieren und der Schule fern bleiben? Wer hilft Schulen, die sozialen und pädagogischen Herausforderungen, die sich daraus ergeben, anzunehmen? In der Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schulen sind in den letzten Jahren wirkungsvolle und erfolgreiche Ansätze entwickelt worden. Eine erste Adresse für alle Probleme und Fragestellungen ist die Schulsozialarbeit, die es an immer mehr Schulen gibt. Und es gibt weitere Angebote der Jugendhilfe, die sich besonders an die jungen Menschen wenden, die landläufig als „SchulverweigererInnen“ bezeichnet werden. Für deren Wirksamkeit ist eine fest etablierte kontinuierliche Schulsozialarbeit ein wesentliches Erfolgskriterium. Aber die kämpft um ihre Kontinuität. Denn derzeit laufen bundesweit gleich mehrere Finanzierungsquellen für solche Unterstützungsleistungen aus (siehe dazu „Weitere Informationen“).

Was hilft in der Arbeit mit schulmüden Jugendlichen?

Neben der erforderlichen Kontinuität der Arbeit stand die Kooperation von Schule und Jugendsozialarbeit im Zentrum der Tagung. Karin Stobbe, Schulleiterin der Gemeinschaftshauptschule Jülich, sieht es als zentrales Element gelingender Kooperation von Jugendsozialarbeit und Schule, „wenn es zu Gesprächen, Kontakten, zu einem Austausch kommt. Nur so kann Schulverweigerung, aber auch Inklusion‚ gemeistert‘ werden.“ Katrin  Kantak, Leiterin der Kooperationsstelle Schule und Jugendhilfe des Landes Brandenburg, betonte in ihrem Vortrag die gemeinsame Verantwortung beider Systeme: „Gerade in der Unterschiedlichkeit der Beteiligten liegt die Chance, dass letztendlich junge Menschen bessere Unterstützung erfahren, als jeder Partner allein für sich hätte leisten können.“

Weitere Informationen

Bundesweit förderte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zuletzt 189 Koordinierungsstellen des erfolgreichen Programms „Schulverweigerung – Die 2. Chance“. Die Kofinanzierung über den Europäischen Sozialfonds (ESF) endete bereits 2013, ein Großteil der Standorte arbeitet noch bis Ende Juni mit Restmitteln weiter. Wenn es den Trägern nicht noch gelingt, eine Anschlussfinanzierung in den Kommunen oder den Schulen zu finden, müssen die Standorte ihre Arbeit definitiv einstellen. Zusätzlich fallen neu eingerichtete Stellen für Schulsozialarbeit vielerorts schon wieder weg, denn auch die Bundesfinanzierung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket endete 2013 und zurzeit können nur noch in einigen Bundesländern Restmittel eingesetzt werden. Somit ist bundesweit mit gravierenden Einschnitten in der Jugend- und Schulsozialarbeit zu rechnen.

Quelle: Gemeinsame Presseerklärung von Der Paritätische Gesamtverband, Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit, Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit

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