Jugendsozialarbeit

Rechte Gewalt in Sachsen-Anhalt um mehr als zehn Prozent gestiegen

Ein Paar Springerstiefel und ein Morgenstern
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116 politisch rechts motivierte Gewalttaten mit 151 direkt Betroffenen hat die Mobile Opferberatung in Kooperation mit der Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalttaten Region Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg für das Jahr 2013 in Sachsen-Anhalt dokumentiert.

Damit ereignet sich statistisch gesehen mindestens alle drei Tage eine politisch rechts motivierte Gewalttat in Sachsen-Anhalt. Die Mobile Opferberatung hat im Vergleich zum Vorjahr für 2013 einen Anstieg von über 10 Prozent registriert. Daneben ist wie in den vorangegangenen Jahren von einer hohen Dunkelziffer bislang noch nicht bekannter rechter Gewalttaten auszugehen.

Der Anteil rassistischer Angriffe lag 2013 bei rund zwei Dritteln und hat sich nach dem massiven Anstieg in 2012 somit erneut erhöht. "Die Tatsache, dass fast zwei Drittel der von uns registrierten Gewalttaten rassistisch motiviert waren, ist absolut alarmierend", sagt eine Sprecherin der Mobilen Opferberatung. Eine Ursache hierfür sieht die Mobile Opferberatung in der Häufung rassistischer Diskurse und bundesweiter Mobilisierungen gegen Flüchtlinge und MigrantInnen. Rassistische Gewalttäter/-innen fühlen sich durch derartige Diskurse legitimiert. Umso wichtiger sind deutliche Zeichen der Solidarität mit Rassismusbetroffenen, wie zuletzt bei einer Demonstration gegen Rassismus in Merseburg nach einer Häufung von Angriffen auf Flüchtlinge und Migrant(inn)en.

Weitere Informationen gibt es hier bei Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt.

Quelle: JISSA, InfoFax 11/2014 vom 19.03.2014

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