Jugendsozialarbeit / Bildungspolitik

Mit Bildungsketten Schulabschluss: Minister Dr. Klug dankt für das Engagement von Bund und Arbeitsagentur

Schleswig-Holsteins Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug bezeichnete es heute als „große Herausforderung für die Bildungspolitik“, das Missverhältnis zwischen dem Fachkräftemangel auf der einen Seite und der Tatsache, dass viele junge Menschen keinen Job haben auf der anderen Seite zu bekämpfen.

KIEL. Dr. Ekkehard Klug: „Dabei gilt unsere Aufmerksamkeit jeder einzelnen Schülerin und jedem einzelnen Schüler“, sagte der Minister in Kiel bei der Vorstellung der Initiative „Abschluss und Anschluss - Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“ gemeinsam mit dem Bundesbildungsministerium und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. 

Viele junge Menschen brauchten individuelle Unterstützung, weil ihnen der Weg zur Fachkraft nicht geebnet, nicht in die Wiege gelegt worden sei, sagte der Bildungsminister. Diese jungen Menschen müssten ihr Stärken erkennen, und sie brauchten Perspektiven, die über den Schulabschluss hinausreichten. „Ich freue mich sehr über das Signal, das von dieser Initiative und der heutigen Veranstaltung ausgeht“, sagte Klug. Er betonte, dass das Land Schleswig-Holstein die Berufsorientierung seit 2007 als Bildungsziel im Schulgesetz verankert habe. Die Kräfte würden gebündelt, um allen Jugendlichen eine berufliche Perspektive zu ermöglichen. Mit der Bildungsketten-Initiative des Bundesbildungsministeriums würde dieser Gedanke nun weiter ausgebaut, etwa 280 Jugendliche an 41 Schulen Schleswig-Holstein würden damit in den kommenden Jahren durch eine Berufseinstiegsbegleitung unterstützt.

„Mit der Initiative Bildungsketten gehen wir - gemeinsam mit den Ländern und anderen Partnern - einen weiteren entscheidenden Schritt, damit sich insbesondere für förderbedürftige Jugendliche an Haupt- und Förderschulen die Chancen verbessern, den Schulabschluss zu schaffen und eine Ausbildungsstelle zu bekommen. Prävention statt Reparatur ist das Ziel der Initiative" sagte Kornelia Haugg, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). „Wir wollen, dass Jugendliche den direkten Weg von der Schule in Ausbildung finden - ohne Warteschleifen. Das dient auch der notwendigen Sicherung der Fachkräfte von morgen." Durch das Berufsorientierungsprogramm des BMBF sei es gelungen, bereits mehr als 175.000 Schülerinnen und Schüler für ihre berufliche Zukunft zu sensibilisieren. In Kooperation von BMBF, Ländern, der Bundesagentur für Arbeit (BA) und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) werden bundesweit an über 1.000 Haupt und Förderschulen Jugendliche individuell beim Berufseinstieg begleitet. 

Jürgen Goecke, Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, hob hervor: „Wir müssen zwei Kernbotschaften immer wieder betonen, um den allgemeinen Gedanken der Prävention auch am Übergang Schule-Beruf einer breiten Öffentlichkeit plausibel zu machen: 1. Wir dürfen angesichts des demografischen Wandels und des drohenden Fachkräftemangels grundsätzlich keine Bildungsverlierer zulassen, die später am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt kaum noch Chancen haben. 2. Wir müssen allen Schülerinnen und Schülern - mit Blick auf die fast unüberschaubare Zahl beruflicher Perspektiven - so früh wie möglich individuelle Orientierung bieten. Dies gilt insbesondere für schwächere Schüler. Die Berufseinstiegsbegleitung liefert hierbei einen wichtigen Beitrag.“ Goecke ergänzte, dass alleine die Berufsberaterinnen und Berufsberater der regionalen Arbeitsagenturen im Jahr 2010 in Schleswig-Holstein 66.000 Beratungsgespräche geführt und 6.500 Informationsveranstaltungen für Schulklassen und Eltern durchgeführt haben. „Hier zeigt sich der große Informations- und Beratungsbedarf. Doch nicht nur diese Angebote sind unverzichtbar, auch unsere vielfältigen Qualifizierungschancen für junge Menschen beim Übergang in Ausbildung und Beruf sind notwendige Investitionen - in Schleswig-Holstein 120 Millionen Euro im Jahr 2010 - in die Zukunft. 

Minister Klug dankte dem Bundesbildungsministerium und der Regionalagentur Nord. „Wir wissen dieses Engagement auch deshalb zu schätzen, weil wir in Schleswig-Holstein mit dieser Herangehensweise sehr gute Erfahrungen gemacht haben“, sagte der Minister. Er erinnerte damit an das „Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt“ des Kieler Bildungsministeriums, das wie das Bundesprogramm persönliche Stärken fördert und individuelle Begleitung ins Berufsleben leistet. So erleichterten flexible Übergangsphasen so genannten „Wackelkandidaten“ das Erreichen des Hauptschulabschlusses. „Zahlen belegen erste Erfolge: Die Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss ist seit 2005 um drei Prozentpunkte zurückgegangen“, sagte Klug.

Herausgeber: Ministerium für Bildung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein

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