Jugendsozialarbeit / Coronavirus

Jugendinitiative startet Petition: Straßenkinder schützen und Herbergen öffnen

Turnschuh
Bild: © Maik Doumlrfert - Fotolia.com

Die Jugendinitiative MOMO - The Voice of disconnected Youth setzt sich aktuell dafür ein, Straßenkinder vor Corona und sexuellem Missbrauch zu schützen. So wurde eine Petition aufgesetzt, in der die sofortige Unterbringung der obdachlosen jungen Menschen in augenblicklich leerstehende Hotels und Jugendherbergen gefordert wird.

Die Lage obdachloser Kinder und Jugendlicher in Deutschland verschlechtert sich aufgrund der Corona-Krise zunehmend. Nach Ansicht der Jugendinitiative MOMO - The Voice of disconnected Youth können sie sich ohne ein Zuhause nicht ausreichend vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus schützen. Die Versorgungsstrukturen seien größtenteils runtergefahren und die sonst üblichen Überlebensstrategien, wie beispielsweise Flaschensammeln oder der Verkauf von Straßenzeitungen, funtionierten aufgrund der menschenleeren Straßen nicht mehr.

Straßenkinder brauchen besonderen Schutz

Die Jugendlichen seien gezwungen in derzeit überfüllte Erwachsenenunterkünfte zu gehen, wo oft nur Mehrbettzimmern verfügbar seien. Nach Auffassung der Jugendinitiative dürften die, oftmals wegen Gewalt und Missbrauch im Elternhaus traumatisierten Kinder und Jugendlichen nicht in solchen Einrichtungen untergebracht werden. Zum einen bestehe ein größeres Ansteckungsrisiko durch das Corona-Virus, zum anderen fehle der persönliche Schutz. Gleichzeitig bewirke der Shutdown einen Anstieg von häuslicher Gewalt, während Schutzräume zur Zeit rar seien. Mehr junge Menschen als sonst fliehen vor der Gewalt im Elternhaus auf die Straße.

Einblick in den Lebensalltag der Straßenkinder bietet ein aufgezeichnetes Gespräch mit zwei minderjährigen Obdachlosen in Berlin.

Petition fordert Öffnung leerstehender Herbergen für Straßenkinder

MOMO - The Voice of disconnected Youth hat vor diesem Hintergrund eine Petition aufgesetzt, in der die Initiatoren eine sofortige Unterbringung in augenblicklich leerstehende Hotels und Jugendherbergen unter Leitung erfahrender Jugendhilfeträger fordern. Es müsse unverzüglich ein Rettungsschirm für Straßenkinder durch die Politik gespannt werden, um ein Jugendnotprogramm umzusetzen. Die Jugendlichen von MOMO - The Voice of disconnected Youth rufen daher zur Unterstützung der Petition auf.

Die Petition ist unter folgenden Link abrufbar: http://change.org/Straßenkinderschützen

Zum Hintergrund

MOMO - The Voice of disconnected Youth ist eine Organisation von Jugendlichen für Jugendliche.  Sie fordern:

  • Gesellschaftliche und politische Teilhabe
  • Verwirklichung der UN-Kinderrechtresolution
  • Ein bundesweites und internationales Netzwerk, um Informationen über die Belange und Bedürfnisse von jungen benachteiligten Menschen zu bündeln und verfügbar zu machen

Quelle: MOMO - The Voice of disconnected Youth

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