Jugendsozialarbeit

IB: Migranten sind für den Arbeitsmarkt unentbehrlich

Katrin Altpeter

Der Fachkräftemangel erfordert mehr Investitionen in die Integration von Zuwanderern, um sie für den deutschen Arbeitsmarkt fit zu machen. Der IB hat auf seiner diesjährigen Mitgliederversammlung in Stuttgart die Bundesregierung aufgefordert, dafür mehr Mittel bereit zu stellen und die Kürzungen im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung umgehend zurückzunehmen.

Die Zahl der Personen, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen können, wird in den nächsten 15 Jahren um 6,5 Millionen sinken, schätzt die Bundesagentur für Arbeit. Menschen mit Migrationshintergrund sind eine bislang vernachlässigte stille Reserve des Arbeitsmarkts, so der auf der Veranstaltung wiedergewählte IB-Präsident Bruno W. Köbele. Etwa 300.000 Zuwanderer haben in ihren Herkunftsländern einen Berufsabschluss erworben, der in Deutschland nicht anerkannt wird. Sie benötigen eine Anschlussqualifizierung, um dem deutschen Arbeitsmarkt voll zur Verfügung stehen zu können. Massive Mittelkürzungen der Regierung bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) passten daher nicht in die bildungspolitische Landschaft, so Köbele weiter. Allein in diesem Jahr stehen der BA 1,3 Milliarden Euro weniger für die berufliche Weiterbildung zur Verfügung.

Auch bereits in Deutschland lebende junge Menschen mit Migrationshintergrund haben deshalb schlechtere Chancen beim Start in das Berufsleben. Unter den 300.000 Schulabbrechern jährlich sind sie mit einem Drittel überproportional vertreten. Auch hier müssen gezielte Maßnahmen ergriffen werden: Bislang fördert der IB bundesweit unter anderem mit Integrations- und Sprachkursen sowie Programmen für Schulverweigerer rund 13.000 junge Migrantinnen und Migranten.

Diese jungen Menschen, die bislang meist zu Verlierern auf dem Arbeitsmarkt zählten, sollten mit Hilfe intensiver Unterstützung zu Gewinnern bei der Integration in Arbeitsmarkt und Gesellschaft werden. Der IB ist mit seinen bundesweit 93 Jugendmigrationsdiensten, 38 Bildungszentren, und 100 eigenen berufsbildenden Schulen ein kompetenter Partner bei der Integration.

Gastredner in Stuttgart waren der Stuttgarter OB Dr. Wolfgang Schuster, die frühere Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Lale Akgün und die baden-württembergische Arbeits- und Sozialministerin Katrin Altpeter. „Der IB ist für die soziale Arbeit in Deutschland so etwas wie die Rolling Stones für die Musik: Beide sind und bleiben beweglich!“, lobte Altpeter das Engagement des 1949 gegründeten IB und dankte ihm dafür, dass er seit dieser Zeit immer „ein verlässlicher Partner in der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit gewesen ist.“

Quelle: Internationaler Bund