Jugendsozialarbeit / Coronavirus

Erneut abgehängt: Benachteiligte Jugendliche erhalten keine angemessene Prüfungsvorbereitung

Ein Klassenzimmer ist an jedem Arbeitsplatz mit einem Computer bestückt.

Für Jugendliche, die zur Erreichung eines erfolgreichen Berufsabschlusses durch die Jugendberufshilfe unterstützt und begleitet werden, ist eine gute Prüfungsvorbereitung derzeit nicht möglich. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) fordert deshalb, Maßnahmen der Jugendberufshilfe wieder aufzunehmen.

Mit der schrittweisen Öffnung der Schulen wird auch der Unterricht in den Berufsschulen wieder aufgenommen. Zunächst sollen vor allem die Abschlussklassen beschult und die Auszubildenden auf ihre Abschlussprüfungen vorbereitet werden. Für die Jugendlichen, die zur Erreichung eines erfolgreichen Berufsabschlusses durch die Jugendberufshilfe unterstützt und begleitet werden, ist dies derzeit nicht möglich. Denn aktuell dürfen diese Fördermaßnahmen nicht wieder aufgenommen werden. Dies betrifft vor allem die außerbetriebliche Ausbildung, aber auch die Unterstützung der betrieblichen Ausbildung mit ausbildungsbegleitenden Hilfen und der assistierten Ausbildung.

Unsere Einrichtungen sind bereit und in der Lage ihre Auszubildenden unter Berücksichtigung der geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen ab sofort wieder zu unterstützen. Die Verantwortlichen in den Bundesländern erlauben die Öffnung bislang nicht. Die BAG KJS hält dies für eine Fehlentscheidung, weil der Ausbildungserfolg der Jugendlichen hierdurch stark gefährdet ist. Viele dieser jungen Menschen laufen damit Gefahr, auch langfristig ohne Berufsabschluss zu bleiben.

„Jugendliche mit schlechteren Startchancen werden damit übersehen und erneut benachteiligt“, meint Lisi Maier, Vorsitzende der BAG KJS. „Nicht nur die oft erheblichen Anstrengungen der Jugendlichen, auch unter erschwerten Umständen eine Berufsausbildung zu absolvieren, werden konterkariert. Auch die bisherige Unterstützung dieser jungen Menschen wird durch die Gefährdung des erfolgreichen Abschlusses in Frage gestellt. Bereits jetzt bleiben viel zu viele – über 2 Millionen – junge Menschen bei uns langfristig ohne Berufsabschluss und es besteht die Gefahr, dass diese Zahl in der aktuellen Krise erheblich ansteigt.“

Die BAG KJS fordert den Bund, die Länder und die Bundesagentur für Arbeit auf, die gezielte Wiederaufnahme der Maßnahmen unter Berücksichtigung entsprechender Hygiene- und Abstandsregelungen zeitnah zu ermöglichen und damit die Chancengleichheit für die Abschlussprüfungen aller jungen Menschen zu sichern. Nur so können die Jugendlichen auf ihren unmittelbar bevorstehenden Ausbildungsabschluss vorbereitet werden. 

Quelle:  Die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e. V. vom 30.04.2020

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