Jugendsozialarbeit

EastWestSideStory - eine HipHop-Oper gegen Gewalt im Berliner Jugendvollzug

Eine Theaterpremiere der besonderen Art steht in der nächsten Woche in der Jugendstrafanstalt Berlin auf dem Programm. Im Theaterprojekt „EastWestSideStory“ stehen erstmals jugendliche Inhaftierte der Jugendstrafanstalt und der Justizvollzugsanstalt für Frauen gemeinsam auf der Bühne.

In dem Kooperationsprojekt beider Anstalten haben sich männliche und weibliche Inhaftierte mit William Shakespeares Werk "Romeo und Julia" und Leonard Bernsteins „Musical West Side Story" befasst. Unter fachkundiger Anleitung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Bildung in der Informationsgesellschaft e.V. und dem Verein Freispieler 05 e.V. haben sie in zweijähriger Arbeit Szenen aus den Stücken herausgenommen, diese mit ihren eigenen Erfahrungen verglichen und dann in ihre Sprache, ihre Musik und ihre Lebenswelten übertragen. Heraus gekommen ist ein beeindruckendes Musik-Theater-Stück, das die Zuschauer gleichermaßen begeistern aber auch zum Nachdenken anregen wird.

Justizsenatorin Gisela von der Aue: “Dieses Projekt habe ich von Beginn an mit großem Interesse verfolgt. Theateraufführungen haben im Berliner Justizvollzug eine lange und erfolgreiche Tradition. Hier ist es erstmals gelungen, zeitgleich mit männlichen und weiblichen Jugendlichen an identischen Themen zu arbeiten. Gewalterfahrung, Fremdenfeindlichkeit und Stereotype spielen in den Lebenszusammenhängen beider Geschlechter eine große Rolle. Sich mit diesen Themen auseinander zu setzen und sie für Dritte sichtbar zu machen, ist eine Leistung der Jugendlichen, die große Anerkennung verdient. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie viele ungeahnte Fähigkeiten und Talente in diesen jungen Menschen schlummern. Das Vorhaben konnte jedoch nur gelingen, weil Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IBI e.V., des Freispieler 05 e.V. und des Justizvollzug dieses Projekt intensiv begleitet haben.“

Quelle: Senatsverwaltung für Justiz des Landes Berlin

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