Jugendsozialarbeit / Coronavirus

Digitales Anti-Gewalt-Training für Jugendliche frei zugänglich

Der Zeigefinger einer rechten, männlichen Hand drückt auf einer Computertastatur die Taste für Prävention.
Bild: © momius - fotolia.com

Überall in Deutschland müssen derzeit Jugendhilfemaßnahmen pausieren. Mit dem digitalen Training „CLICK!“ des Thüringer Kinder- und Jugendhilfeträgers Drudel 11 e.V. können Hilfeangebote auch in Zeiten der Kontaktsperre kontinuierlich fortgeführt werden.

Auf der Online-Plattform www.click-training.de haben Jugendliche mit nur wenigen Clicks Zugang zu einem vielfältigen Kursangebot. Das modular aufgebaute Training hilft dabei, Aggressionsbereitschaft abzubauen, Empathie zu stärken und in ein Leben ohne Hass und Gewalt zu starten. Durch eine interaktive, multimediale und spielerische Gestaltung ist das Training für die junge Zielgruppe attraktiv und wendet sich insbesondere an junge Menschen zwischen 14 und 21 Jahren. Parallel zu den Kursen werden die Jugendlichen von den Fachkräften des Trägers individuell per Messenger begleitet. Die Methode ermöglicht es, auch im virtuellen Raum professionelle Beziehungsarbeit zu leisten.

Jetzt können sich Interessierte selbst anmelden. Mit der frei verfügbaren Anmeldung ist das Training nun ohne große Hürden in vielfältigen Kontexten einsetzbar. Nach einer einfachen und anonymen Registrierung ist eine Auswahl an Kursen verfügbar. Mittels des Chats wird eine pädagogische Begleitung gewährleistet, die Rückmeldung zum Trainingsfortschritt gibt und Gelegenheit bietet, die Inhalte tiefergreifend zu reflektieren. Auch dabei wird stets auf Anonymität geachtet, um einen geschützten Rahmen zu schaffen, der Prozesse der Öffnung begünstigt.

Online-Training jetzt frei verfügbar

Bisher arbeitete man eng mit Institutionen des Jugendstrafrechts zusammen. So erreichte man die Jugendlichen, die das Angebot am dringendsten benötigen und konnte gleichzeitig konstruktive Rückmeldungen durch die Nutzer/-innen einholen. Schon seit Entwicklungsbeginn im Vorgängerprojekt „Online Hass Abbauen“ wurde aber die Möglichkeit mitgedacht, das Training öffentlich freizuschalten und für alle Interessierten zugänglich zu machen. Aus den Maßnahmen der Corona-Krise zog man jetzt die Konsequenz, die Veröffentlichung vorzuziehen, um so eine Antwort auf neu entstehende Bedarfe zu geben.

Auch interessierte Fachkräfte, die das Online-Training nutzen möchten, können sich jederzeit an das Click-Team wenden. Sie erhalten Beratung zu den Einsatzmöglichkeiten des Angebots und bedarfsorientierten Zusammenstellungen der modularen Kurse.

Unbürokratische Hilfe für Jugendämter

Auch in der Jugendhilfe im Strafverfahren stehen coronabedingt viele Angebote für straffällig gewordene junge Menschen nicht zur Verfügung. Damit die so wichtige pädagogische Begleitung bei der Aufarbeitung von Straftaten nicht pausieren muss, bietet der Kinder- und Jugendhilfeträger Drudel 11 e.V. allen Jugendämtern mit seinem digitalen Anti-Gewalt-Training schnell und unbürokratisch Unterstützung an. Die auf der Trainingsplattform verfügbaren Kurse können mit einer richterlichen Weisung bzw. Auflage verbunden werden (Sozialer Trainingskurs nach §10 JGG). 

Diese Vorteile haben Fachkräfte der Jugendhilfe vom Einsatz des digitalen Trainings: 

  • Teilnehmende absolvieren das Training einzeln, örtlich und zeitlich ungebunden (erforderlich ist nur ein Endgerät mit Internetzugang)
  • Schnelle Umsetzung von Weisungen und Auflagen
  • Virtuelle pädagogische Begleitung der Teilnehmenden per Messenger durch Fachkräfte des Trägers
  • Teilnehmerbezogene Rückmeldungen an Kooperationspartner bzgl. Trainingsfortschritt
  • Durch interaktive, multimediale und spielerische Gestaltung besondere Eignung für junge Zielgruppe, insbesondere Teilnehmende von 14 bis 21 Jahren
  • Modulares Kursangebot speziell zur Auseinandersetzung mit Straftaten, Gewalt und Hass
  • Bei Bedarf individuelle Zusammenstellung von Kursen nach Wunsch des Kooperationspartners
  • Sichere, anonyme und DSGVO-konforme Nutzung
  • Keine Kosten für Kooperationspartner oder Teilnehmende aufgrund bestehender Projektförderung

Denkbar ist neben einem Einsatz im Bereich der Jugendhilfe im Strafverfahren auch die Einbindung in Betreuungsprozesse des ASD, bspw. zur gezielten Erhöhung von Aggressionsschwellen in konfliktbehafteten häuslichen Situationen. 

Zum Hintergrund

Das Angebot ist Teil des Modellprojekts „CLICK! Digitale Trainings zur Rechtsextremis-musprävention“ von Drudel 11 e.V. und wird gefördert vom Bundesministerium für Fami-lien, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Demokratie fördern. Vielfalt gestalten. Extremismus vorbeugen" sowie durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport im Rahmen des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Vielfalt.

Weitere Informationen

Quelle: Drudel 11 e.V.

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