Jugendsozialarbeit

Berliner Senat plant ressortübergreifende Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung

Buchstabensalat
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Der Senat wird bis Ende des Jahres 2014 eine Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung vorlegen. Ziel ist die Verbesserung der Schriftsprach- und Grundbildungskompetenzen von Jugendlichen und Erwachsenen, die nicht oder nur mit großer Mühe lesen und schreiben können.

An der Erarbeitung der Strategie werden sämtliche Ressorts, die Berliner Volkshochschulen sowie der Berliner Runde Tisch Alphabetisierung und Grundbildung beteiligt. Eine entsprechende Vorlage der Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Sandra Scheeres, hat der Senat heute beschlossen.

Bestehende Angebote zur Alphabetisierung sollen überprüft, besser aufeinander abgestimmt und neue Maßnahmen angestoßen werden. Seit Ende 2012 wurden zur Verbesserung der Grundbildungskompetenzen Erwachsener verschiedene Maßnahmen ergriffen. Dazu gehören die Gründung des Berliner Runden Tisches Alphabetisierung und Grundbildung, die Arbeitsaufnahme des ersten Berliner Grundbildungszentrums sowie die Ausweitung des Kursangebots für Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten an den Volkshochschulen und bei freien Trägern.

Menschen zu ermutigen, Lesen und Schreiben zu lernen, sie qualifiziert zu beraten und geeignete Angebote zu entwickeln, ist nicht alleinige Aufgabe der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft. Vielmehr ist zur gezielten Förderung der Schriftsprach- und Grundbildungskompetenzen von Jugendlichen und Erwachsenen ein koordiniertes und gemeinsames Vorgehen aller Senatsressorts notwendig. So geht es hierbei beispielsweise um die Integration der Alphabetisierungsberatung in bereits bestehende Beratungsangebote, die ressortübergreifende Sensibilisierung und Fortbildung von Verwaltungsmitarbeitenden und Lehrkräften, die ressortübergreifende Entwicklung und Umsetzung innovativer und niederschwelliger Lernformate. Zu beachten sind auch die Veröffentlichung von Verlautbarungen, die sich an Bürgerinnen und Bürger richten, in leichter und verständlicher Sprache und die Entwicklung geeigneter Weiterbildungsangebote für Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter mit geringen Schriftsprachkompetenzen.

Laut der im Februar 2011 veröffentlichten leo. “ Level-One Studie der Universität Hamburg können rd. 7,5 Mio. erwachsene Menschen in Deutschland im Alter zwischen 18 und 65 Jahren nur unter größten Schwierigkeiten lesen und schreiben. Das sind rd. 14 % der erwachsenen Bevölkerung. In Berlin schätzt man die Anzahl der Erwachsenen mit geringen Schriftsprachkompetenzen auf ca. 320.000. Genaue Zahlen liegen für die Bundesländer zurzeit nicht vor.

Quelle: Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft vom 08.07.2014