Jugendsozialarbeit / Kindertagesbetreuung

BaWü: Sozialministerium fördert Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut in Singen

Fassade eines Plattenbaus
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Baden-württembergische Sozialministerin Katrin Altpeter stellt 56.000 Euro Landesmittel für das Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut in Singen zur Verfügung. Mit dem Geld wird eine neue Geschäftsstelle für das Netzwerk eingerichtet, zudem wird die Arbeit des Netzwerks wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

„Das Präventionsnetzwerk in Singen erfüllt in Baden-Württemberg eine Vorreiterfunktion. Der Zusammenschluss so vieler Institutionen vor Ort, die auf vielfältige Weise gemeinsam daran arbeiten, Kinderarmut vorzubeugen, ist vorbildlich“, sagte die Ministerin am Donnerstag (30. Januar) in Stuttgart. Altpeter zufolge soll die Landesförderung dazu beitragen, den weiteren organisatorischen und konzeptionellen Ausbau des Netzwerks voranzutreiben. Sie kündigte an, dass die Ergebnisse der Evaluation in den von ihr auf den Weg gebrachten ersten Armuts- und Reichtumsbericht für Baden-Württemberg einfließen werden. Angedacht ist gegebenenfalls auch eine Übertragung des Modells auf andere Städte, Stadt- oder Landkreise.

Das Singener Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut gibt es seit 2010. Eine Vielzahl von regionalen Institutionen, darunter Vertreterinnen und Vertreter der Stadt, des Landkreises Konstanz, des Jobcenters, der Schulen und Wohlfahrtsverbände, der Familienhebammen in den Kindertagesstätten sowie verschiedene Initiativen wie der Arbeitskreis Frühförderung und das Babyforum, arbeitet kontinuierlich daran, dass junge Menschen in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung unabhängig vom Einkommen der Eltern gefördert werden und gleichberechtigte Chancen auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben haben.

Die Stadt Singen erscheint auch aufgrund ihrer Sozialstruktur besonders geeignet für ein solches Projekt: 19 Prozent der Kinder beziehen Sozialgeld nach dem SGB II (Hartz IV). Im Landesdurchschnitt sind es 8 Prozent. Die Übergangsquote von der Grund- in die Hauptschule beträgt in der Stadt etwa 35 Prozent (zum Vergleich: Baden-Württemberg 25 Prozent).

Je nach Anlass hat das Netzwerk verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten geschaffen, so etwa einen Runden Tisch mit verschiedenen Arbeitsgruppen, Ad-hoc Arbeitstreffen sowie Klausurtagungen, auf denen die Gesamtstrategie weiterentwickelt wird. Dieser Ansatz ermöglicht, dass sich alle verantwortlichen und beteiligten Akteure in der Stadt fortwährend über die konkrete Situation der Kinder und die angestrebten Ziele austauschen und notwendig erscheinende und nach Altersgruppen differenzierte Maßnahmen beschließen und umsetzen können.

Dabei richten die beteiligten Initiativen Ministerin Altpeter zufolge besonderes Augenmerk darauf, dass sich auch Betroffene, also Menschen mit geringem Einkommen, aktiv einbringen und mitarbeiten können. „Gerade weil Baden-Württemberg ein so reiches Land ist, trifft Armut Betroffene bei uns besonders hart. Um erfolgreiche Maßnahmen gegen Armut auf den Weg zu bringen, ist es wichtig, dass die Betroffenen ihre konkrete Situation selbst darstellen und Forderungen und Wünsche formulieren können“, sagte Altpeter.

Quelle: Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg vom 30.01.2014