Jugendsozialarbeit / Europa

BAG EJSA: Junge Menschen aus Europa zur Qualifizierung bei uns? Wir sollten sie willkommen heißen.

Ein Auszubildener arbeitet mit Kabeln und Elektrotechnik

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA) und das Y.E.S. Forum (Youth and European Social Work) begrüßen es, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel die Jugend in Europa im Blick hat.

Sie sieht es als „Hauptaufgabe“ der Politiker an, jungen Menschen in anderen europäischen Ländern mit hoher Jugendarbeitslosigkeit „Perspektiven aufzuzeigen“ (24.01.2013 beim Weltwirtschaftsforum in Davos).

Die BAG EJSA teilte in einer Pressemitteilung mit: "Wir werden sie gerne dabei unterstützen, wenn sie etwas gegen die Jugendarbeitslosigkeit in Europa tun will – zum Beispiel durch Möglichkeiten der Ausbildung und Qualifizierung in Deutschland.

Junge Menschen aus anderen europäischen Ländern zur Qualifizierung bei uns? Wir sollten sie willkommen heißen und sie als Bereicherung empfinden. Sie lernen unser Land kennen. Wir lernen sie kennen. Uns geht es vergleichsweise gut, auch wenn wir noch mehr für die Perspektiven von benachteiligten jungen Menschen bei uns im Land tun können. Vielen jungen Menschen in anderen europäischen Ländern geht es schlecht. Sie finden keinen Ausbildungsplatz, keine Arbeit, haben keine Perspektive.

Europa wächst zusammen. Dazu gehört auch, sich gegenseitig zu helfen. Erst recht, wenn es um junge Menschen geht, denn sie sind unsere Zukunft!

Wir dürfen sie jedoch nicht dazu benutzen, um einfach unseren Fachkräftemangel mit ihnen zu beheben. Die jungen Menschen, die aus anderen europäischen Ländern zu uns kommen, brauchen eine Chance bei uns. Ihnen eine Chance geben heißt, sie gut zu qualifizieren und ihre Mobilität zu fördern, damit sie später die Möglichkeit haben, bei uns oder in ihren Heimatländern als gut ausgebildete Fachkräfte arbeiten zu können. Diese Option muss ihnen offen stehen, denn die Heimatländer dieser jungen Menschen sind auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen.

Natürlich sind zuerst einmal die Politik und die Wirtschaft gefragt. Sie können die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen und Ausbildungsplätze und andere Qualifizierungsmöglichkeiten anbieten. Aber auch wir als bundesweit und europaweit tätige Organisationen beteiligen uns gerne. So kennen die Fachkräfte in unserem Jugendmigrationsdiensten (www.jmd-portal.de) die Bedürfnisse neu ankommender junger Menschen und können sie bei ihren ersten Schritten in einem fremden Land begleiten. Mit dieser langjährigen Erfahrung in der Beratung und Begleitung von jungen nach Deutschland eingewanderten Menschen und mit transnationalen Projekten können wir ihnen den Anfang hier bei uns erleichtern und in schwierigen Lebenssituationen helfen."

Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA)

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