Jugendsozialarbeit / Sozialpolitik

BAG EJSA fordert angemessene Grundsicherung für Kinder und Jugendliche

Ein Junge legt traurig den Kopf auf die Knie
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Auf dem 34. Deutschen Evangelischer Kirchentag hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA) zur Bekämpfung von Kinder- und Jugendarmut in Deutschland aufgerufen.

“Kinder und Jugendliche brauchen gesicherte materielle Rahmenbedingungen und Grundlagen für ein gesundes Aufwachsen. Dazu ist eine Neugestaltung der familienpolitischen Leistungen durch die Bundesregierung dringend notwendig, “ betonte Doris Beneke (Diakonie Deutschland und Vorstand der BAG EJSA) heute auf dem 34. Deutschen Evangelischen Kirchentag in ihrer Begrüßung beim Empfang am Stand der BAG EJSA. Die Diakonie Deutschland hat sehr konkrete Vorschläge zu einer einfachen, transparenten und zielgenauen Ausgestaltung der sozialen Sicherung für Kinder und Jugendliche gemacht, auf die sich auch die BAG EJSA als Fachverband der Diakonie in ihrer Kampagne zur Bundestagswahl im September bezieht.

Die Zahlen sprechen für sich: Bundesweit waren im August 2012 8,8 Prozent aller erwerbsfähigen jungen Menschen im Alter von 15 – 24 Jahren Hartz IV-EmpfängerInnen. Junge allein erziehende Mütter sind überproportional im Hartz-IV-Bezug. Ungefähr ein Prozent (mindestens 80.000) der Jugendlichen in Deutschland sind nach einer Studie des Deutschen Jugendinstitutes aus allen institutionellen Kontexten (auch aus der Schule) herausgefallen.

Kinder- und Jugendarmut sei nicht nur ein Mangel an finanziellen Ressourcen, so Doris Beneke. „Sie ist mehrdimensional und führt zu vielfacher Diskriminierung. Junge Menschen, die – oft mit ihren Familien oder allein erziehend – in Armut leben, müssen meist früh Verantwortung für sich und andere Familienmitglieder übernehmen. Förderangebote und Chancen auf Bildung können sie nicht ergreifen. Ihnen fehlen dauerhafte Beziehungen und soziale Netzwerke. Nicht beachtete Jugendarmut wird häufig mit allen negativen Folgen für die Gesellschaft und den Einzelnen an die nächste Generation vererbt.“

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Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA)