Jugendsozialarbeit

Assistierte Ausbildung unterstützt chancenarme Jugendliche und Betriebe gleichermaßen

Rätsel zum Thema Arbeit mit kleinen Spielzeugmännchen auf dem Blatt
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Ausbildungsabbrüche verringern, jungen Menschen über den Ausbildungserfolg gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen, dem drohenden Fachkräftemangel in Unternehmen vorbeugen: Die im Koalitionsvertrag verankerte Assistierte Ausbildung ist ein Instrument, das sowohl Jugendlichen als auch Betrieben zugute kommt.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat mit Unterstützung eines Expertenteams ein Papier zur Assistierten Ausbildung vorgelegt, das erstmalig eine Definition der Assistierten Ausbildung leistet und Eckpunkte für die ersten Schritte der politischen Umsetzung empfiehlt. Die Experten kommen aus der Praxis, den Verbänden, der Wissenschaft sowie von den Sozialpartnern (DGB, DIHK, ZDH, Gesamtmetall).

Bei der Assistierten Ausbildung handelt es sich um eine reguläre betriebliche Ausbildung, bei der jedoch die Jugendberufshilfe als dritter Partner ins Boot steigt. Als Dienstleister flankiert sie während der gesamten Lehrzeit mit umfassenden Maßnahmen die Ausbildung. Zielgruppe sind sowohl Jugendliche als auch Betriebe, die gerne ausbilden würden, aber bei der Ausbildung von jungen Menschen mit erhöhtem Förderbedarf Unterstützung benötigen. Dies gilt insbesondere auch für kleine und mittlere Betriebe.

Das Papier gibt konkrete Empfehlungen für die bundesweite Einführung der Assistierten Ausbildung als eigenständiges Förderinstrument des SGB III/ II. Die Empfehlungen umfassen darüber hinaus Fragen der Finanzierung, der Qualitätssicherung und der Einordnung in die bereits bestehenden Förderinstrumentarien. Das Expertenteam stützt sich dabei auf die langjährigen erfolgreichen Erfahrungen mit der Assistierten Ausbildung in Baden Württemberg.

Die Assistierte Ausbildung ist eine der notwendigen Antworten auf die widersprüchliche Lage auf dem Ausbildungsmarkt: 13,55% (1,33 Mio.) der 20- bis 29-Jährigen verfügen derzeit über keinen Berufsabschluss und nehmen auch nicht an einer Ausbildung teil, gleichzeitig sehen Betriebe den drohenden Fachkräftemangel als eines der größten Geschäftsrisiken. Allein die Anzahl der Unternehmen in Industrie und Handel, die ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen können, ist 2013 um 7 Prozentpunkte auf 29 Prozent gestiegen.

Dr. Kirsten Kielbassa-Schnepp (ZDH) und Markus Kiss (DIHK) betonen, dass „die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe hoch ist, auch besteht die Bereitschaft, sich für Jugendliche mit schlechten Startchancen weiter zu öffnen. Die Assistierte Ausbildung ist dabei eine sinnvolle Unterstützung, denn sie baut Jugendlichen und Betrieben, insbesondere auch kleinen und mittleren, eine stabile Brücke zum Ausbildungserfolg.“

Matthias Anbuhl (DGB) ist überzeugt, „dass die Assistierte Ausbildung das einzige Instrument ist, dass das Ausbildungsverhältnis als Ganzes in den Blick nimmt: Jugendliche, Berufsschule aber auch gerade kleine und mittlere Betriebe, die nicht über die personellen und sozialpädagogischen Ressourcen für die Ausbildung chancenarmer Jugendlicher verfügen.“

Die Publikation kann unter folgendem Link abgerufen werden: www.kas.de/wf/de/33.38909/

Quelle: Konrad-Adenauer-Stiftung vom 01.10.2014

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