Kinder- und Jugendschutz / Digitalisierung und Medien

Zocken, Daddeln, Spielen – Online-Games zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Spielerschutz

Eine Jugendliche mit Baseballkappe liest oder spielt etwas auf ihrem Smartphone
Bild: rawpixel.com

Die milliardenschwere Games-Industrie verändert Konsum- und Freizeitverhalten der meist jugendlichen Spieler, nutzt trickreich neue Geschäftsmodelle und verursacht nicht selten Streit in Familien zum Medienkonsum und der Gefahr von krankhafter Spielsucht. Grenzen, Herausforderungen und Risiken der Spielewelt sind am 17. Mai 2018 Thema bei den 7. Jenaer Medienrechtlichen Gesprächen „Online-Games zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Spielerschutz“ von Thüringer Landesmedienanstalt und Friedrich-Schiller-Universität.

Zocken, Daddeln, Spielen: Online-Games üben einen schier unwiderstehlichen Reiz auf Kinder, Jugendliche und viele Erwachsene aus. Dank mobiler Endgeräte können sie fast überall gespielt werden und sie erlauben die Flucht in eine virtuelle Spielewelt. Eltern wissen ein Lied davon zu singen. Zugleich werfen die Online-Games neue rechtliche Fragen auf. Themen, über die während der 7. Jenaer Medienrechtlichen Gespräche am 17. Mai diskutiert wird.

Kinder und Jugendliche vor überraschenden Kaufappellen schützen

„Welches Vertragsrecht gilt eigentlich bei grenzüberschreitenden Angeboten“, fragt Prof. Dr. Christian Alexander. Der Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht und Medienrecht macht auch deutlich, dass es zunehmend Angebote gibt, bei denen die Spieler zunächst einen kostenlosen Zugang erhalten. Später, so Prof. Alexander, werden den Spielern oftmals kostenpflichtige Angebote unterbreitet, etwa neue Spiele-Level oder bessere Ausrüstung für Spielecharakter. Solche Kaufangebote sind bei Online-Spielen übliche Praxis, obwohl die Rechtsordnung Kaufappelle, die sich gezielt an Kinder und Jugendliche richten, untersagt.

Jochen Fasco, Direktor der TLM und Mitglied der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) fordert, dass „insbesondere Kinder und Jugendliche vor überraschenden Kaufappellen und Käufen geschützt werden. Es braucht einen grenzüberschreitenden und durchsetzbaren Jugendschutzstandard für In-Game-Käufe bei Online-Games“, so Fasco.

Nach der Einführung durch den Münchner Rechtsanwalt Dr. Axel von Walter über „Geschäftsmodelle und aktuelle Rechtsfragen von Online-Spielen“ thematisiert Prof. Dr. Jörg Fritzsche (Universität Regensburg) „Kaufappelle und aggressive Einflussnahme auf Kinder und Jugendliche bei Online-Spielen“. Der Vorsitzende der KJM, Dr. Wolfgang Kreißig, informiert über „Lootboxen – Ein Fall für den Jugendmedienschutz?“. Zum Abschluss wird Prof. Dr. Christian-Henner Hentsch vom Verband der deutschen Games-Branche „game – Neue Wege der Rechtsdurchsetzung im Gaming“ erläutern.

Zur 7. Auflage der Jenaer Medienrechtlichen Gespräche sind Medienschaffende, Mediennutzer und alle medienrechtlich Interessierten herzlich eingeladen.

Die Teilnahme ist kostenlos, es wird bis zum 14. Mai um Anmeldung gebeten. 

Die 7. Jenaer Medienrechtlichen Gespräche finden am 17. Mai in den Rosensälen der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Fürstengraben 27) statt.

Kontakt

Prof. Dr. Christian Alexander
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 942100
E-Mail: ls-alexander@uni-jena.de

Quelle: Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) vom 08.05.2018