Kinder- und Jugendschutz / Jugendforschung

Studienergebnisse zu Sicherheitsrisiken für Kinder und Jugendliche bei der Internetnutzung veröffentlicht

Begünstigt sorgloses Verhalten von Kindern und Jugendlichen beim Surfen im Internet kriminelle Aktivitäten von Tätern im Netz? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines gemeinsamen Forschungsprojekts der Universität Koblenz-Landau und des Bundeskriminalamts (BKA): In Kooperation mit dem Methodenzentrum der Universität Koblenz-Landau hat das BKA das Forschungsprojekt „Sicherheitsrisiken für Computeranwender im häuslichen Umfeld durch kindliche und jugendliche PC-Nutzer (SirUP)“ durchgeführt.

Ziel des Projekts war es, das Nutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen im Internet mit Blick auf die möglichen Gefahren für weitere Nutzer aus ihrem unmittelbaren Lebensumfeld zu untersuchen.

Darüber hinaus sollte festgestellt werden, welche Schutzmaßnahmen die befragten Internetnutzer ergriffen hatten.

Im Rahmen der Studie wurden verschiedene Faktoren und ihr Einfluss auf das Risiko, selbst Opfer von Internetkriminalität zu werden, untersucht. In einer repräsentativen Erhebung wurden 1.271 Schüler und Schülerinnen von neun verschiedenen Schulen, davon drei Hauptschulen, drei Realschulen und drei Gymnasien, in Rheinland-Pfalz befragt 

Im Ergebnis hat die Studie gezeigt, dass Kinder und jugendliche PC-Nutzer umso leichter Opfer von Internetkriminalität werden,

- je riskanter ihr Nutzungsverhalten ist,

- je weniger die Eltern das Nutzungsverhalten ihrer Kinder überprüfen,

- je geringer Kinder und Jugendliche das eigene Risiko, Opfer von Straftaten zu werden, einschätzen,

- je schwächer das Wissen der Befragten zu Sicherheit im Internet ausgeprägt ist

- und je geringer der Computer gegen technische und nutzerseitige Gefahren abgesichert ist.

BKA-Präsident Jörg Ziercke sagte: "Die Studie zeigt deutlich, dass das Wissen um Sicherheit im Internet und das eigene Risiko, im Internet Opfer von Straftaten zu werden, in direktem Zusammenhang mit riskantem Nutzungsverhalten steht. Ein wichtiger Ansatzpunkt für die Prävention gegen Internetkriminalität ist, das Gefahrenbewusstsein von Kindern und Jugendlichen zu schärfen. Eine sorgfältige Kontrolle der Eltern kann dabei präventive Wirkung entfalten und entscheidend dazu beitragen die Wahrscheinlichkeit, im Internet Opfer von Straftaten zu werden, zu senken. Gleiches gilt für fortlaufende technische Sicherheitsmaßnahmen in Form von Anti-Viren-Programmen, Firewalls und regelmäßigen Updates der Schutzsoftware. 

Dieser Hyperlink führt zur Studie: http://www.bka.de/kriminalwissenschaften/sirup.pdf

Quelle: Bundeskriminalamt

 

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