Kinder- und Jugendschutz / Flucht und Migration

Staatsministerin Böhmer fordert Abschiebeschutz für gut integrierte junge Ausländer

"Jedes Kind in unserem Land hat eine Chance verdient. Das gilt insbesondere für ausländische Heranwachsende, die die deutsche Sprache beherrschen, gute Schulleistungen vorweisen können und sich bei uns einbringen wollen. Gute Integrationsleistungen sollten anerkannt werden. Deshalb appelliere ich an die Innenminister von Bund und Ländern, für diese Kinder und Jugendlichen einen sofortigen Abschiebestopp anzuordnen. Durch eine solche Regelung werden die Betroffenen ermutigt, sich weiter aktiv in unserem Land zu engagieren. Die Innenministerkonferenz sollte jetzt dieses wichtige integrationspolitische Signal setzen", forderte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung.

Zugleich sprach sich Böhmer dafür aus, im Aufenthaltsgesetz für gut integrierte Kinder ein eigenständiges Bleiberecht zu verankern. "Bisher werden diese Kinder und Jugendlichen für Versäumnisse ihrer Eltern verantwortlich gemacht- unabhängig davon, ob sie selbst bereits in unserer Gesellschaft integriert sind. Diese pauschale Mithaftung sollte durch ein eigenständiges Bleiberecht ersetzt werden. Dafür setze ich mich schon seit Jahren mit großer Intensität ein", betonte Böhmer.

"Im Interesse der Kinder ist es unverzichtbar, dass sie bei ihren Eltern aufwachsen können. Familien dürfen nicht auseinandergerissen werden. Deshalb halte ich es für notwendig, das Bleiberecht der Eltern in allen Fällen bis zur Volljährigkeit der Kinder zu verlängern", so die Staatsministerin.

"Die Innenminister haben es jetzt in der Hand, gut integrierten Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien eine dauerhafte Perspektive in unserem Land zu geben. Wer Ja sagt zu Deutschland und sich anstrengt, hier Fuß zu fassen, sollte willkommen sein - unabhängig von seiner Herkunft und seinem Status."

Quelle: Bundesregierung, Pressemitteilung vom 17.11.2010

 

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