Kinder- und Jugendschutz / Digitalisierung und Medien

Spiele-Apps: SCHAU HIN! empfiehlt einen gemäßigten Umgang mit Minispielen

Eine Reihe bunter Smartphones
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SCHAU HIN! erklärt, warum Candy Crush, Minecraft und Co. den Spieler so schnell in ihren Bann ziehen und empfiehlt auf einen gemäßigten Umgang zu achten und In-App-Käufe auszuschalten.

Minispiele als App für Smartphone oder Tablet stehen hoch im Kurs und werden auch bei Kindern immer beliebter. Oft spielt man auch online gegeneinander, was einfach Spaß macht und das soziale Miteinander fördert, aber auch dazu verführt, lange zu spielen. Noch eine Quizrunde lösen, bevor die Bahn kommt, oder bei der Autofahrt auf dem Rücksitz einige Bonbons zum Krachen bringen: Viele Kinder und Jugendliche nutzen Minispiele als App auf mobilen Geräten oder über Soziale Netzwerke wie Facebook. Der Reiz liegt darin, online gegen Freunde oder andere Spieler – auch weltweit - anzutreten. Zudem funktionieren die Spiele sehr einfach. Man braucht keine Anleitung und hat meist sofort Erfolg und damit Spaß beim Spielen. Diese Minispiele entpuppen sich aber oftmals als Zeitfresser. Sogar die Anbieter werben mit Slogans wie: „Dieses Spiel macht süchtig“. Die kurzen Levels lassen sich leicht zwischendurch spielen. Bonusgeschenke und Zusatzlevel sowie ein Highscore motivieren zusätzlich, dabei zu bleiben.

Zeit ist die wichtigste Ressource

„Zeit ist bei diesen Spielen die wichtigste Ressource“, meint Kristin Langer, Mediencoach bei „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“, dem Medienratgeber für Familien. Daher ist wichtig, dass Eltern den zeitlichen Einsatz für die Spiele im Blick haben und ihrem Kind signalisieren: Der Spaß steht im Vordergrund und nicht, immer gewinnen zu müssen, zumal das Spiel mit den Levels immer anspruchsvoller wird. Daher sind Benachrichtigungen, die Kinder immer wieder an das Spiel erinnern und zum Weiterspielen auffordern, auszustellen bzw. bei der Installation nicht zuzulassen.

Die Apps setzen auf die Verbreitung durch persönliche Empfehlungen. Spieler können ihre Freunde über Soziale Netzwerke wie Facebook einladen, die App zu nutzen, oder mit ihnen neue Spielstände und Objekte tauschen. Oft werden Spieler dazu offensiv aufgefordert und mit Belohnungen im Spiel gelockt. Über teilweise integrierte Chats können sich die Spieler direkt mit Kontrahenten unterhalten oder aber auch gemeinsam Strategien entwickeln. Die Mehrzahl der Mitspieler ist in Mini-Games jedoch fremd: Hier gilt, wie bei jedem Chat, keine persönlichen Daten preiszugeben, da nicht sicher ist, wer sich hinter dem Gegenüber wirklich verbirgt.

Spielerfolg auch ohne In-App-Käufe

Viele Spiele basieren auf dem „Free-to-Play“-Modell. Die Apps sind kostenlos, verleiten aber oft dazu, besondere Extras oder Spielwährungen gegen echtes Geld zu kaufen. Damit lassen sich Aufgaben schneller, besser oder überhaupt erst lösen, Zusatzlevel freischalten oder Wartezeiten verkürzen. Den ersten Bonus gibt es oft noch kostenlos. Danach aber müssen Spieler in der Regel bezahlen. „Grundsätzlich ist die Installation von Apps bei Kindern bis etwa zwölf Jahren Aufgabe der Eltern. Bis zu diesem Alter ist auch von Apps abzuraten, die In-App-Käufe beinhalten“, meint Kristin Langer. Erfolgreich Spielen ist manchmal auch ohne Zukäufe möglich – es dauert nur etwas länger. Wichtig ist also, dass nicht aus „Free-to-Play“ ein „Pay-to-Win“ wird.

Zudem empfiehlt es sich in jedem Fall, den Zugang zum Konto im App-Store mit einem Passwort zu schützen, die Sicherheitseinstellungen für mobile Geräte zu aktivieren. Bei Android ist der Zugang zum App-Store mit einem Passwort zu beschränken, das bei jedem App-Kauf abgefragt wird. Bei iOS kann man Einschränkungen aktivieren und dabei In-App-Käufe blockieren. Da Spiele-Apps häufig auch auf Daten zugreifen, die in Smartphone, Tablet oder Online-Profil gespeichert sind, ist eine Auseinandersetzung mit den Nutzungsbedingungen der App in jedem Fall zu empfehlen.

Tipps und Empfehlungen erhalten Eltern im Bereich Mobile Geräte sowie im Artikel Kleine Spiele, goße (Sog-) Wirkung: Spiele-Apps auf www.schau-hin.info.

Hintergrundinformation

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Telekommunikationsunternehmens Vodafone, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, ihre Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

Quelle: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg vom 01.10.2014

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