Kinder- und Jugendschutz / Digitalisierung und Medien

Schutz von Kindern und Jugendlichen im Netz verbessern – Jahresbericht von jugendschutz.net vorgestellt

3 Mädchen sitzen mit ihren Handys auf der Mauer
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Kinder und Jugendliche werden in Social Media Tag für Tag mit Beleidigungen und Belästigungen konfrontiert – und benötigen besseren Schutz. Das macht der am 13.09.2018 vorgestellte Jahresbericht von jugendschutz.net deutlich. Die gesetzlichen Schutzregelungen sollen modernisiert und Anbieter dazu verpflichtet werden, die Prävention zu verbessern, kündigt das Bundesjugendministerium an.

Über 100.000 Angebote überprüfte jugendschutz.net 2017 auf Verstöße gegen den Jugendmedienschutz und stellte 7.513 Verstöße fest. Zwar konnte in 80 % aller Verstoßfälle eine schnelle Löschung erreicht werden, gleichzeitig geht aus dem Bericht hervor, dass die Plattformen bislang zu wenig Vorsorge ergreifen.

„Es reicht nicht aus, dass Anbieter wie Tik Tok oder Instagram nur auf Hinweise reagieren“, erklärt Friedemann Schindler, Leiter von jugendschutz.net. „Wenn bereits 8-Jährige in den Diensten unterwegs sind, sind sichere Voreinstellungen ein Muss.“

Mobbing und Belästigung in Social Media

„Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Schutz und Teilhabe – auch in den sozialen Medien“, betont Staatssekretärin Juliane Seifert (BMFSFJ). Wer eine App anbiete, die bei einer jungen Zielgruppe beliebt ist, müsse auch sichere Nutzungsmöglichkeiten gewährleisten. „Um Kindern und Jugendlichen ein gutes Aufwachsen mit Medien zu ermöglichen, werden wir die gesetzlichen Schutzregelungen modernisieren und Anbieter dazu verpflichten, die Prävention zu verbessern“, so die Staatssekretärin.

„Das Social Web ist fester Bestandteil des Alltags von Kindern und Jugendlichen. Im Zeitalter von Smartphones und Social Media müssen Eltern besser dabei unterstützt werden, die Eignung einer App für das Alter ihres Kindes einschätzen zu können“ unterstreicht die rheinland-pfälzische Jugendstaatssekretärin Dr. Christiane Rohleder. „Es kann nicht sein, dass das Risiko, beschimpft und belästigt zu werden, bei der Altersangabe von Apps keine Rolle spielt.“

Plattformbetreiber müssen besser vorsorgen

„Die bestehenden Schutzprogramme sind im Social Web nahezu wirkungslos – ausgerechnet dort, wo Kinder und Jugendliche online überwiegend unterwegs sind“, konstatiert Dr. Wolfgang Kreißig, der Vorsitzende der KJM. Angesichts der Fülle an Verstößen und Übergriffen seien funktionierende technische Mechanismen ein wichtiger Bestandteil zeitgemäßen Jugendschutzes. „Wir setzen dafür die Standards und werden Lösungen fördern, die auch 'Künstliche Intelligenz' einbeziehen.“

Der aktuelle Jahresbericht von jugendschutz.net (PDF 1,1 MB) steht zum Download bereit.

„jugendschutz.net - Jugendpolitisches Kompetenzzentrum für den Schutz junger User im Netz“ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert“. Weitere Informationen: www.jugendschutz.net

Quelle: Kommission für Jugendmedienschutz vom 13.09.2018

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