Kinder- und Jugendschutz

Schleswig-Holsteins Innenminister organisiert Widerstand gegen „Käfig-Kämpfe“

Schleswig-Holsteins Innenminister Klaus Schlie organisiert auf breiter Front den Widerstand gegen so genannte Käfig-Kämpfe. In einem Gespräch in Kiel forderte Schlie heute den Präsidenten der „Free Fighting Association (FFA) auf, den Verband aufzulösen.

Die FFA ist der Dachverband für die Mixed Martial Arts (MMA) Amateursport, zu dem die „Käfig-Kämpfe“ gehören. Dessen Präsident, Andreas Stockmann, war auf eigenen Wunsch in die Landeshauptstadt gekommen, um den Innenminister „detailliert über den MMA-Sport in Deutschland zu informieren“.

„Käfig-Kämpfe sind kein Sport“, sagte Schlie. Der Kampf Mann gegen Mann, ohne besondere Einschränkungen hinsichtlich der Art des Kampfes, entspreche nicht den Vorgaben des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Das Regelwerk der FFA lege nicht einmal die Mindeststandards eines sportlichen und fairen Wettbewerbs fest. „Auf einen Gegner, der bereits zu Boden gegangen ist, darf weiter eingeschlagen werden“, sagte Schlie. Das habe mit Sport nichts zu tun. In Käfig-Kämpfen herrschten nur Rohheit und Brutalität. Der Mensch werde zum bloßen Objekt herabgewürdigt. 

„Käfig-Kämpfe sind archaisch, zutiefst menschenverachtend und wecken lediglich niederste Instinkte“, sagte Schlie. Sie pervertierten das sportliche Prinzip von Fairness. Martialische Shows dieser Art dürften in einer zivilisierten Gesellschaft keinen Platz haben. Der Minister rief die Bevölkerung auf, Käfig-Kämpfe nicht zu besuchen. Er begrüßte die Entscheidung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, dem Deutschen Sportfernsehen (DSF) - jetzt „Sport1“ - die Übertragung der Ultimate Fighting Formate zu verbieten.

Schlie hat sich auch an den Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Professor Dr. Hans Heinrich Driftmann, gewandt: „Es wäre eine große Unterstützung für die Abschaffung dieser menschenverachtenden Kämpfe, wenn auch der DIHK seine Partner und die Unternehmerschaft auf die Problematik aufmerksam machen würde“, heißt es in dem Schreiben des Ministers an Driftmann. Unternehmer sollten nicht als Sponsoren dieser Kämpfe zur Verfügung stehen, sagte Schlie zur Begründung seines Appells an den DIHK.

Schlie möchte auch den Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) als Verbündeten gegen Käfig-Kämpfe gewinnen. „Durch mangelnde Werbeunterstützung könnte es gelingen, diese Kämpfe langfristig aus den Veranstaltungszentren der Städte zu verbannen“, heißt es in einem an diesem Mittwoch abgeschickten Brief von Schlie an ZAW-Geschäftsführer Manfred Parteina. Produkte und Dienstleistungen, für die im Umfeld menschenverachtender Gewaltausübung Reklame gemacht werde, dürften es kaum wert sein, beachtet zu werden.

Nach Auffassung der Sportministerkonferenz missachtet das MMA die gesellschaftlichen Wertvorstellungen von Fair-Play, der Achtung des Gegenübers und der Unverletzlichkeit der Person. Auf ihrer Konferenz im November vergangenen Jahres forderten die Sportminister der Länder die zuständigen Behörden auf, bei allen Veranstaltungen, die auf übermäßige Gewaltausübung gerichtet sind, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Schutz von Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten. 

Quelle: Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein

ik

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