Kinder- und Jugendschutz / Gesundheit

Saarlands Drogenbeauftragter will Kinder aus Suchtfamilien stärker fördern

Trauriges Kind lehnt auf einer Bank
Bild: © V&P Photo Studio - fotolia.com

Anlässlich der Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien warnt Saarlands Drogenbeauftragter Kolling vor Alkoholkonsum in der Schwangerschaft. Es sei ihm ein besonders Anliegen, die saarländische Suchthilfe neu aufzustellen. In diesem Zuge soll das Präventionsprojekt WIESEL für Kinder und Jugendliche saarlandweit ausgebaut werden. Geplant ist zudem ein „Haus der Familie“ als Anlaufstelle.

„Die Fürsorge für Kinder aus Suchtfamilien ist ein wichtiger Bestandteil der Drogenhilfe. Vor allem Aufklärung und Unterstützung sind wesentlich, um die Kinder vor ihrer eigenen Abwärtsspirale zu bewahren“ so der saarländische Drogenbeauftragte Kolling anlässlich der Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien. Im Saarland wurden bereits vor einigen Jahren ein Netzwerk gegründet, das sich speziell mit der Vermeidung von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft befasst. Die sogenannte fetale Alkoholspektrumstörung (FASD) sorgt bereits im Mutterleib für eine massive Schädigung des Säuglings. Die Kinder kommen mit einer Minderung der Intelligenz und Aufmerksamkeit auf die Welt, die die Kinder ihr ganzes Leben begleiten. Außerdem leiden Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft Alkohol konsumiert haben, vermehrt unter Auffälligkeiten im Sozialverhalten. Im Saarland kommen jährlich rund 122 Neugeborene mit dem Syndrom zur Welt.

Saarländische Suchthilfe neu aufstellen

Auch das aktuelle Gutachten des Instituts für Therapieforschung, das das saarländische Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben hatte, stellt einen besonderen Hilfebedarf für Kinder aus Suchtfamilien fest: „Es ist mir ein besonderes Anliegen, die saarländische Suchthilfe neu aufzustellen und für die geänderten Anforderungen der Zukunft passgenau zu optimieren. Wir müssen daher auch Kinder suchtkranker Eltern in einem Netz aus engmaschigen Angeboten auffangen“, so Staatssekretär Stephan Kolling. „Ich setze mich aus diesem Grund persönlich dafür ein, dass das Projekt WIESEL des Caritasverbands Schaumberg-Blies e.V., mit wir bereits gute Erfahrungen gemacht haben, diesen Kindern flächendeckend im ganzen Saarland zugänglich gemacht wird.“ WIESEL hat allein in den Landkreisen St. Wendel und Neunkirchen im Jahr 2017 28 Kinder betreut und soll nun auf alle Landkreise und den Regionalverband ausgeweitet werden. Entsprechende Gespräche wurden bereits geführt. Aktuell wird ein Eckpunktepapier erstellt, das im Anschluss den Kommunen vorgelegt wird. Das Gesundheitsministerium stellt für das Jahr 2019 rund 105.000 Euro aus eigenen Mitteln für Projekte in der Suchthilfe bereit.

Projekt für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien

Das Projekt „WIESEL – Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien und Lebensgemeinschaften“ der Fachstelle für Suchtprävention – Frühintervention „Die Brigg“ des Caritasverbandes Schaumberg-Blies e.V. existiert seit 2008. Das präventive Angebot ist vor dem Hintergrund der hohen Entwicklungsrisiken für Kinder aus suchtbelasteten Familien entstanden. In Form von Gruppenstunden für die betroffenen Kinder, Einzel- und Fallberatungen in Bezug auf die Familien, Schulungen für Fachkräfte und Öffentlichkeitsarbeit wird der Problematik in umfassender Weise begegnet.  Ein Fahrdienst holt die Kinder zu Hause ab und bringt sie nach den Gruppenstunden oder Freizeitaktivitäten wieder dorthin zurück.

Geplant ist auch ein „Haus der Familie“ als Anlaufstelle, angegliedert an ein Zentrum der Versorgung in der Landeshauptstadt Saarbrücken, für die ganze Familie mit Suchthintergrund. Dort sollen passgenaue und niedrigschwellige Angebote vorgehalten werden.

Quelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie vom 11.02.2019

Info-Pool