Kinder- und Jugendschutz

Rheinland-Pfalz und gesetzliche Krankenkassen fördern Präventionsprojekt

Flaschen
Bild: Petr Vins

Seit dem 1. August 2014 ist eine Rahmenvereinbarung zur Umsetzung und finanziellen Förderung des Alkoholpräventionsprojektes „HaLT-Hart am Limit“ in Rheinland-Pfalz in Kraft getreten. Das Projekt soll dem Rauschtrinken von jungen Menschen entgegen wirken.

„Prävention, die verschiedenste gesellschaftliche Akteure einbezieht, und Frühintervention können problematischem Konsumverhalten und Suchtentwicklungen vorbeugen“, hob Gesundheitsminister Alexander Schweitzer hervor.

Im Rahmen des Projektes „HaLT“ sprechen qualifizierte Fachkräfte - vornehmlich der Suchtberatungsstellen - Kinder und Jugendliche nach einer stationär behandelten Alkoholvergiftung an. Die Gespräche finden meist noch im Krankenhaus statt und thematisieren das Alkoholkonsumverhalten und mögliche Hilfemaßnahmen. Neben den Einzelberatungen für die betroffenen jungen Menschen und ihre Eltern erfolgt zudem eine Auseinandersetzung mit dem riskanten Konsumverhalten im Rahmen eines Gruppenangebotes. Ergänzt werden diese individuellen Hilfen durch eine kommunale Präventionsstrategie mit dem Ziel, Alkoholexzesse und schädlichen Alkoholkonsum zu verhindern. Sie wendet sich an Erwachsene und weist auf die Verantwortung und das Vorbildverhalten im Umgang mit Alkohol und auf die jugendschutzrechtlichen Bestimmungen hin.

„Das in einem Bundesmodell erprobte „HaLT“ Konzept ist ein wirksamer Ansatz, um auf die landes- und bundesweit gestiegene Zahl von Alkoholvergiftungen bei jungen Menschen zu reagieren,“ so der Minister. Die Problematik und die suchtpräventiven Maßnahmen seien nicht alleine auf das jugendspezifische Verhalten zu reduzieren. Gerade den Erwachsenen komme eine wichtige Funktion zu, um nachhaltig positive Veränderungen zu erreichen.

„Die Sensibilität für die Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum zu erhöhen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der auch die Kommunen eine wichtige Rolle übernehmen. Das Projekt ‚HaLT‘ leistet einen wichtigen Beitrag dazu, die notwendigen Strukturen vor Ort zu stärken“, betonten Dr. Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland und Martin Schneider, Leiter der Landesvertretung Rheinland-Pfalz des Verbands der Ersatzkassen e.V. stellvertretend für die gesetzlichen Krankenkassen. Diese beteiligen sich an den Kosten der einzelnen Module des Projektes. Auch das Land fördert die Umsetzung von „HaLT“ in den Kommunen und beteiligt sich unter anderem an den Schulungskosten. Zudem unterstützt das mit der Koordination beauftragte Büro für Suchtprävention bei der Landeszentrale für Gesundheitsförderung e.V. die Implementierung von „HaLT-Standorten“ in den Kommunen.

Minister Alexander Schweitzer hob hervor, mit dem Projekt liege ein geeigneter Ansatz zur Vorbeugung des Rauschtrinkens vor, der auch die Absenkung der Fallzahlen der mit Alkoholintoxikation stationär behandelten Kinder und Jugendlichen sichern könne. Im Jahr 2012 wurden landesweit 1.683 junge Menschen im Alter von 10 bis unter 20 Jahren aus diesem Grund in einem Krankenhaus behandelt.

Die Rahmenvereinbarung wurde unterzeichnet vom Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz sowie der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, dem Verband der Ersatzkassen e.V., dem BKK Landesverband Mitte, der IKK Südwest, der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau und der Knappschaft, Regionaldirektion Saarbrücken. Sie steht auf der Internetseite des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie als Download bereit. Weitere Informationen zum Projekt „HaLT-Hart am Limit“ finden Sie unter www.halt-projekt.de.

Quelle: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. vom 22.09.2014

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