Kinder- und Jugendschutz / Digitalisierung und Medien

Propaganda und Prävention – Jugendliche gegen extremistische Propaganda immun machen

Zwei junge Männer sitzen sich auf Bänken an einem gemeinsamen Tisch gegenüber und schauen beide auf ihr Smartphone
Bild: rawpixel.com

Rassistische Rap-Videos, islamistische Instagram-Memes oder antisemitische Computerspiele – antidemokratische Akteur(inn)en wissen, wie sie ihre Zielgruppen erreichen. Im digitalen Raum müssen User/-innen nicht lange nach Hate Speech und extremistischer Propaganda suchen. Oft stoßen Jugendliche auch unabsichtlich auf extremistische Inhalte. Solche Angebote vollständig aus dem Netz zu entfernen, ist kaum möglich. Jugendliche müssen daher in der Lage sein, Manipulationsversuche im Internet erkennen, reflektieren und einordnen zu können. Der Sammelband „Propaganda und Prävention“ entstanden aus dem Forschungsprojekt CONTRA Buch liefert konkrete Präventionsansätze für Lehrer/-innen, Eltern und Personen in der Jugendarbeit und stellt kostenlos Materialien zur Verfügung.

Das Internet gilt als Nährboden für Radikalisierung und Extremismus. Propaganda aus dem Netz zu löschen, erscheint nicht möglich. Das Buch „Propaganda und Prävention“ bietet Lehrer/-innen, Eltern und Personen in der Bildungsarbeit Hilfestellung, um Jugendliche im Umgang mit extremistischen Online-Botschaften zu schulen, um sie so vor den Folgen zu schützen. Für das Buch arbeiteten u.a. Wissenschaftler/-innen, Vertreter/-innen des Bundeskriminalamts, der Bundeszentrale für politische Bildung, ufuq.de und jugendschutz.net zusammen.

Anknüpfend an Ergebnisse medienpsychologischer und erziehungswissenschaftlicher Forschung sowie aktuellen Erkenntnissen der Radikalisierungsprävention wurden innovative Materialien und Methoden für den Schulunterricht entwickelt und evaluiert. Diese eröffnen Pädagog(inn)en konkrete Handlungsmöglichkeiten, um Jugendliche auf radikale Online-Botschaften aufmerksam zu machen und ihnen einen selbstsichereren Umgang zu vermitteln.

Der Sammelband „Propaganda und Prävention“ ist aus dem EU-geförderten Forschungsprojekt CONTRA (Countering Propaganda by Narration Towards Anti-Radical Awareness) hervorgegangen.

Unterstützung der Präventionsarbeit

Das Buch unterstützt in der primären Präventionsarbeit. Es stellt Akteur(inn)en der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit Unterrichtsmaterialien sowie Hintergrundinformationen für die Förderung von Medienkritikfähigkeit im Umgang mit extremistischen Online-Botschaften zur Verfügung. Darüber hinaus soll das Buch einen Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs über Online-Propaganda, ihre Strategien, Verbreitung, und Rezeption sowie über Gegenstrategien und und -maßnahmen leisten.

Inhalte:

  • Projekt CONTRA: Hintergrund, Entwicklung und Evaluation der Lernarrangements
  • CONTRA-Lernarrangements
  • Propaganda und Extremismus als Thema der schulischen und außerschulischen Bildung
  • Interdisziplinäre Perspektiven: Propaganda und Gegenerzählungen im Internet
  • Internationale Perspektiven auf Prävention und extremistische (Internet-) Propaganda

Kostenlose Unterrichtsmaterialien: Die Unterrichtsmaterialien aus dem CONTRA-Projekt sind kostenlos verfügbar unter: www.project-contra.org

Expert(inn)en aus Wissenschaft und Praxis steuerten ihre Perspektiven bei

Neben Beiträgen von Autor/-innen damaliger CONTRA-Projektpartner wie dem Bundeskriminalamt, der Bundeszentrale für politische Bildung sowie ufuq.de finden sich Kapitel von Vertreter/-innen von Jugendschutz.net, Perspektiven aus der schulischen Praxis sowie von Wissenschaftler/-innen verschiedener nationaler und internationaler Universitäten.

Über das EU-Forschungsprojekt CONTRA

Mithilfe von Expert(inn)en der Erziehungswissenschaft, der Medien- und Kommunikationspsychologie von den Universitäten Köln und Mannheim, des zivilgesellschaftlichen Präventionsakteurs ufuq.de sowie von Sicherheitsbehörden in Deutschland, den Niederlanden und Österreich wurde das Präventionsprogramm zunächst entwickelt und anschließend an Schulen in Deutschland erprobt und evaluiert.

Herausgeber/-innen:

  • Dr. Josephine B. Schmitt, Center for Advanced Internet Studies (CAIS) GmbH, Bochum
  • Julian Ernst, Arbeitsbereich Interkulturelle Bildungsforschung des Departments Erziehungs- und Sozialwissenschaften der Universität zu Köln
  • Prof. Dr. Diana Rieger, Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Ludwig-Maximilians-Universität in München
  • Prof. Dr. Hans-Joachim Roth, Arbeitsbereich Interkulturelle Bildungsforschung des Departments Erziehungs- und Sozialwissenschaften der Universität zu Köln

Kontakt

Wissenschaftliche Ansprechpartner: Dr. Josephine B. Schmitt
CENTER FOR ADVANCED INTERNET STUDIES (CAIS) GMBH
E-Mail: [email protected]

Originalpublikation: https://doi.org/10.1007/978-3-658-28538-8

Quelle: Center for Advanced Internet Studies (CAIS) vom 11.03.2020

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