Kinder- und Jugendschutz / Gesundheit

NRW-Gesundheitsministerium kündigt verstärkte Aktivitäten zur Verhinderung von „Komasaufen“ im Karneval an

Angesichts weiterhin alarmierender Meldungen über das sogenannte "Komasaufen" bei Kindern und Jugendlichen hat Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerin Barbara Steffens heute in Düsseldorf landesweit verstärkte Aktionen und Aktivitäten zur Verhinderung von Alkoholmissbrauch im Karneval angekündigt.

Die vorgesehenen Maßnahmen werden in der Regel ge­meinsam mit Präventionsfachkräften, Jugendämtern, Gesundheitsäm­tern, Ordnungsämtern und der Polizei durchgeführt. "Im Karneval ist die Gefahr besonders groß, dass Kinder und Jugendliche Alkohol in erheb­lichen Mengen trinken. Gesundheitsschäden, Krankenhauseinweisun­gen, gewalttätige Auseinandersetzungen bis hin zu Straftaten sind dabei keine seltenen Folgen", erklärte die Ministerin. "Deshalb müssen wir alles daran setzen, dies durch Aufklärung und Kontrollen zu verhindern", betonte Steffens. Zugleich wies die Ministerin darauf hin, dass der Ver­kauf von Alkohol an Kinder und Jugendliche untersagt ist und "dringend auf die Einhaltung dieses Verbots geachtet werden muss".

Die zahlreichen Aktivitäten zu Karneval wollen einerseits mit kreativen Elementen die Risiken des Alkoholmissbrauchs verdeutlichen, anderer­seits soll aber auch mit stärkeren Kontrollen auf die Einhaltung der Ju­gendschutzgesetze geachtet werden. Gleichzeitig werden im Rahmen spezieller Jugendveranstaltungen Alternativen zum Alkoholkonsum ge­boten.

Die Auswahl der Präventionsangebote, die unter der Federführung oder Beteiligung der örtlichen Prophylaxefachkräfte durchgeführt werden, ist vielfältig:

Besonders in den Hochburgen des Karnevals in Düsseldorf und Köln finden zahlreiche Maßnahmen zur Vorbeugung des Alkoholmissbrauchs während der tollen Tage statt. Ab "Altweiberfastnacht" sind in der Alt­stadt und in der Innenstadt von Düsseldorf mobile Teams unterwegs, um im Rahmen einzelner Aktionen (Info-Ständen, Rauschparcours, Quiz) Jugendliche anzusprechen und über die Folgen überhöhten Alko­holkonsums zu informieren. In Köln beginnen die Präventionsmaßnah­men bereits im Vorfeld des Karnevals und werden u. a. unter dem Motto "Keine Kurzen für Kurze" während der gesamten Karnevalstage fortge­führt. Dabei reicht das Angebot von alkoholfreien Karnevalsfeiern über Tipps für Eltern bis hin zur Betreuung jugendlicher "Alkoholleichen". Darüber hinaus hat die vom Kölner Jugendamt und den örtlichen Pro­phylaxefachkräften durchgeführte alkoholfreie Party "Jeck Dance" auf dem Neumarkt bereits eine langjährige Tradition.

Ebenso umfangreich sind die Maßnahmen in Münster, wo sich die städ­tische Präventionskampagne unter dem Leitsatz "Voll ist out" sowohl an Jugendliche und deren Eltern als auch an Gaststätten, Handel und Ge­werbe richtet und u. a. in besonderer Weise über den Jugendschutz in­formiert und Hinweise für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alko­hol vermittelt. Ähnliche Aktivitäten beinhaltet auch die breit angelegte Alkoholpräventionskampagne "Vollrausch...ohne mich!" im Kreis Borken.

Unter dem Leitsatz "Tanzen ist schöner als Torkeln" finden darüber hin­aus viele unterschiedliche Veranstaltungen und Aktionen etwa im Kreis Soest und in den Städten Bergisch Gladbach und Rheine statt.

In Mülheim a. d. Ruhr stehen die suchtpräventiven Karnevalsaktionen wieder unter dem Motto "Feiern statt Reihern" und beinhalten u. a. The­ateraufführungen, Straßenaktionen, Elterninformationen sowie Infover­anstaltungen der Polizei zum Umgang mit Alkohol im Straßenverkehr.

Alkoholfreie Discos und/oder alternative Karnevalsveranstaltungen für Jugendliche werden u. a in Arnsberg, Geldern, Lindlar, Heinsberg, Köln und in der Region Aachen angeboten. Hinweise zum "cleveren Umgang mit Alkohol" gibt die Mini-Messe in der Region Erkrath-Hochdahl-Haan, die in den dort ansässigen weiterführen Schulen durchgeführt wird 

Weitere Aktionen sowohl im Vorfeld des Karnevals als auch während der Karnevalstage wie Informationsveranstaltungen für Karnevalsver­eine, Infos für Eltern, Projekttage, Plakataktionen, Wettbewerbe, Thea­teraufführungen sowie verstärkte Jugendschutzkontrollen laufen u. a. in Ahlen, Dinslaken, Euskirchen, Hamm, Krefeld, Kreis Höxter, Monheim und Wesel.

Den Schwerpunkt auf den Jugendschutz legen auch die Präventions­fachkräfte in Duisburg, die sich in Kooperation mit dem Jugendamt und dem Ordnungsamt speziell um alkoholisierte Kinder und Jugendliche kümmern.

Erfreulich ist es, dass auch die örtlichen Karnevalsvereine die Aktionen unterstützen und sich an den präventiven Maßnahmen aktiv beteiligen. So finden sich entsprechende Hinweise zum verantwortungsvollen Um­gang mit Alkohol mittlerweile an den örtlichen Karnevalswagen (z.B. in Rheine) und Präventionsfachkräfte beteiligen sich aktiv an den Karne­valszügen (z.B. in Bornheim mit dem Slogan "Keine Kurzen für Kurze" und in Münster im Rahmen der "Voll ist out" Kampagne) oder richten entsprechende Aktionsstände am Rand der Züge ein (z.B. in Düssel­dorf, Hamm und Wesel).

Und wie jedes Jahr zu Karneval ist in Bonn der "Event Sprinter" unter­wegs, der als mobile Präventionseinheit die verschiedenen Karnevals­züge und Karnevalsfeiern in Bonn begleitet.

Alle Adressen der hier aufgeführten Präventionsstellen finden sich auf der Internetseite der Ginko Stiftung unter: http://www.ginko-stiftung.de/fachstellen.aspx

Quelle: Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW

 

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