Kinder- und Jugendschutz / Digitalisierung und Medien

Neues Informationsangebot zum technischen Jugendmedienschutz

Ein junges Mädchen sitzt mit Mama und Papa auf dem Sofa, um gemeinsam auf das Tablet zu schauen.
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Technische Schutzoptionen wirken nur dann, wenn Eltern von deren Existenz und Einsatzmöglichkeiten wissen. Die Medienanstalten von Baden-Württemberg (LFK), Bremen (brema) und Mecklenburg-Vorpommern (MMV) entwickeln deshalb gemeinsam ein Online-Informationsangebot zum technischen Jugendmedienschutz. Die Veröffentlichung des Portals ist für Anfang 2020 geplant.

Ob über Smartphone, Spielekonsole, Laptop, Tablet oder Smart-TV: Kinder und Jugendliche nutzen heutzutage ganz unterschiedliche Endgeräte und Dienste, um auf Online-Inhalte zuzugreifen. Aber wie können Eltern und Erziehungsverantwortliche ihre Kinder vor gefährlichen Inhalten schützen? Viele stehen vor der Herausforderung, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, welche Möglichkeiten des technischen Jugendmedienschutzes für die einzelnen Zugangswege und Betriebssysteme existieren und wie diese jeweils aktiviert und konfiguriert werden.

Vor diesem Hintergrund haben die Medienanstalten von Baden-Württemberg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern beschlossen, ein Online-Informationsangebot zu entwickeln, das die bestehenden Optionen im Bereich des technischen Jugendmedienschutzes (wie z.B. Filtersoftware oder Geräteeinstellungen) darstellt, bündelt und für die Bedarfe von Eltern, Pädagog(inn)en und Erziehungsverantwortlichen aufbereitet.

Wissensstand der Eltern ist entscheidend

„Die bisherigen Erfahrungen im Bereich des Jugendmedienschutzes haben gezeigt, dass der Erfolg von technischen Schutzmaßnahmen – neben einer kontinuierlichen Weiterentwicklung technischer Aspekte – maßgeblich davon abhängt, welchen Wissensstand Eltern und Erziehungsberechtigte zu diesem Thema haben“, betont Dr. Wolfgang Kreißig, Präsident der LFK und Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). „Sie sind die entscheidende Schnittstelle am Übergang von technischer Entwicklung und gelebter Praxis“. Auch aus Sicht von Cornelia Holsten, Direktorin der brema und Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) ist es unerlässlich, Eltern in ihrer Medienerziehung zu unterstützen: „Es ist wie bei der Kindersicherung der Steckdose: Technische Schutzoptionen wirken nur dann, wenn Eltern von deren Existenz und Einsatzmöglichkeiten auch wissen. Mit unserem neuen Online-Angebot bieten wir Eltern dafür eine leicht zugängliche Informationsquelle und Orientierung“. Nutzende würden dort zukünftig auch erfahren, „ob eine Eignungsbeurteilung durch eine Einrichtung der freiwilligen Selbstkontrolle oder eine Positivbewertung durch die KJM vorliegt, wo die Stärken aber auch Schwächen der jeweiligen Schutzmaßnahme liegen und welche pädagogischen Maßnahmen eventuell flankierend ergriffen werden können, um mögliche Schwachstellen zu kompensieren“, so Bert Lingnau, Direktor der MMV.

Launch für Anfang 2020 geplant

Das Informationsportal wird voraussichtlich ab Frühjahr 2020 online verfügbar sein. Finanziert wird das Projekt aus einem gemeinsamen Entwicklungsfonds der drei beteiligten Medienanstalten, über den gezielt Maßnahmen im Bereich des technischen Jugendmedienschutzes aufgebaut und gefördert werden. Die Federführung hat die LFK inne. Der Auftrag für den Aufbau und die Pflege der Webseite wurde an die mecodia GmbH vergeben.

Quelle: Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg vom 04.11.2019