Achtung Icon

Relaunch - Am 23. Mai ist es soweit:

Unter der bekannten Adresse finden Sie unser Angebot als „Portal der Kinder- und Jugendhilfe“ – mit vollständig neuem Look.
Daher erfolgt ab dem 29. April ein Redaktionsstopp. Ab diesem Zeitpunkt können Sie von extern keine Inhalte mehr einpflegen.
Ab dem 23. Mai können Sie alle Angebote wieder wie gewohnt nutzen.

Kinder- und Jugendschutz / Qualifizierung

Missbrauchprävention: Haderthauer setzt auf Stärkung der Elternkompetenz

Kinderhand greift Holzmast
Bild: Petr Vins

Anlässlich des Fachtags "Sexuelle Gewalt unter Kindern und Jugendlichen" kündigte Bayerns Familienmisterin Haderthauer am 27. Oktober 2011 gezielte Anstrengungen zur Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz an.

"Die wichtigste Prävention gegen sexuelle Gewalt unter Jugendlichen ist Elternkompetenz. Kinder, die mit dieser Situation konfrontiert sind, brauchen ihre Eltern ganz besonders. Aber auch Eltern stehen hier vor einer besonderen Herausforderung. Deshalb will ich Eltern bei ihrer wichtigen Erziehungsaufgabe mit Handlungsempfehlungen für sie und ihre Kinder stärken und Fachkräfte gezielt fortbilden", so Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer im Rahmen der vom Bayerischen Familienministerium gemeinsam mit dem Landesjugendamt und dem Universitätsklinikum Ulm in München veranstalteten Tagung.

Die Themen sexuelle Gewalt und sexuelle Verwahrlosung unter Kindern und Jugendlichen rücken zunehmend in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Die Kriminalstatistik des Bundesinnenministeriums weist aus, dass der Anteil der Jugendlichen an den Tatverdächtigen wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von 6,6 Prozent im Jahr 2000 auf 8,0 Prozent im Jahr 2010 gestiegen ist. Die Ursachen sind vielschichtig. Selbst erlittener Missbrauch, Misshandlung oder Vernachlässigung können im Einzelfall ebenso wie ungünstige familiäre Erziehungsbedingungen und Persönlichkeitsfaktoren sexuelle Gewalt auslösen. Zudem werden Jugendliche in den neuen Medien häufig - auch ungewollt - mit Darstellungen sexueller Gewalt konfrontiert.

Das Bayerische Familienministerium hat sich der Problematik angenommen und Prof. Dr. Fegert, Universitätsklinikum Ulm, beauftragt, im Rahmen einer wissenschaftlichen Expertise Umfang und Ursachen sexueller Gewalt unter Kindern und Jugendlichen zu erforschen. Erste Erkenntnisse werden auf dem heutigen Fachtag vorgestellt und diskutiert. Zielsetzung des Fachtags ist konkrete Handlungsempfehlungen für die Stärkung der Prävention zu entwickeln, um Kinder und Jugendliche stark zu machen, Eltern zu unterstützen und Fachkräfte im Umgang mit dieser schwierigen und sensiblen Materie zu schulen.

Die Ergebnisse des Fachtags werden in die Fortbildungskampagne zur Prävention von sexueller Gewalt einfließen, die das Familienministerium derzeit gemeinsam mit der Aktion Jugendschutz und dem Institut zur Prävention von sexuellem Missbrauch "AMYNA" vorbereitet. Die Initiative richtet sich an Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe und wird vom Freistaat in den Jahren 2011 und 2012 in Höhe von insgesamt 125.500 Euro gefördert.

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen

Info-Pool