Kinder- und Jugendschutz / Digitalisierung und Medien

LFK-Medienrat: Jugendmedienschutz ist löchrig

Zwei kleine Mädchen spielen mit einem Tablet-PC
Bild: Helene Souza / pixelio.de

Der Medienrat der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) fordert eine Weiterentwicklung des Jugendmedienschutzes in Deutschland. Mit den Veränderungen in der Medienwelt, insbesondere der rasanten Verbreitung von Smartphones unter Kindern und Jugendlichen, haben sich auch die Anforderungen an den Jugendmedienschutz gewandelt.

Darum dürfe man sich nicht nur auf eine „punktuelle Novellierung des Jugendmedienschutzstaatsvertrages“ beschränken, heißt es in einem Positionspapier des Medienpädagogischen Ausschusses der LFK, das von den 36 Mitgliedern des Medienrates verabschiedet wurde. Gerade auch die Nutzung von sozialen Netzwerken oder Videodiensten über mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablet-Computer brächten neue Risikopotentiale. „Ziel muss sein, dass in Zukunft über die verschiedenen Medien hinweg ein gleiches Schutzniveau erreicht wird“, so der Vorsitzende des Medienpädagogischen Ausschusses, Peter Wittemann.

Medienrat fordert Gesamtlösung und sieht die Internet-Provider in der Pflicht

Besonders technische Schutz- oder Filterprogramme müssten kontinuierlich weiterentwickelt werden, da sie Minderjährigen auch Schutz vor ausländischen Porno- oder Gewaltseiten im Netz bieten. Unternehmen sollten auch in Zukunft an der Finanzierung der technischen Schutzlösungen beteiligt werden, um die Programme noch weiter zu verbessern. Gleichzeitig müssten die anerkannten Jugendschutzprogramme mehr beworben werden. Viele Eltern und Pädagogen seien zu wenig über bestehende technische Möglichkeiten informiert, mit denen sie ihre Kinder vor problematischen Inhalten im Netz schützen können. Aber auch die in Deutschland ansässigen Internet-Provider sehen die Medienrats-Mitglieder in der Pflicht mitzuhelfen, die Schutzprogramme besser bekannt zu machen. „Denkbar wäre, dass die Provider ihren Kunden standardmäßig ein Jugendschutzprogramm anbieten, dass nur noch aktiviert werden muss. Der lästige Download würde entfallen und damit eine mögliche Hürde für die Eltern“, so Wittemann. Wichtiger Nebeneffekt wäre, dass über das W-LAN Netz zu Hause auch alle mobilen Endgeräte gegen jugendgefährdende Inhalte geschützt seien. 

Darüber hinaus betonen die Medienräte in ihrem Positionspapier, dass  Jugendmedienschutz nur gemeinsam mit der kontinuierlichen Vermittlung von Medienkompetenz größtmögliche Wirkung entfalten könne. Das Positionspapier steht hier zum Download bereit. Weitere Informationen gibt es auch auf der Webseite der LFK und bei MediaCulture-Online.

Quelle: Medienrat der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg vom 19.09.2014

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