Kinder- und Jugendschutz / Digitalisierung und Medien

KJM setzt auf Safety-by-Design: Kinder und Jugendliche effektiv schützen

Ein Junge spielt ein Computerspiel
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Vor dem Hintergrund der in Köln stattfindenden gamescom appelliert die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) an den Gesetzgeber und fordert einen konvergenten Jugendmedienschutz. In der Branche sei eine zunehmende Sensibilität zu beobachten, der Grundsatz „Safety-by-Design“ müsse allerdings konsequent befolgt werden.

Anlässlich der gamescom appelliert Dr. Wolfgang Kreißig, Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) an die Gesetzgeber von Bund und Ländern: „Wir brauchen dringend einen aufeinander abgestimmten konvergenten Regulierungsrahmen für den Jugendmedienschutz. Er muss auf dem tatsächlichen Nutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen basieren und damit auch neuartige Risiken abbilden.“

Jugendmedienschutz muss dem Nutzungsverhalten entsprechen

Bei Games seien dies etwa die Förderung exzessiven Spielverhaltens oder die Zunahme von Geschäftsmodellen, die auf In-Game-Käufe und -Werbung setzen. Angesichts einer dynamischen Entwicklung etwa bei Spiele-Apps, Plattformen oder mobilen Endgeräten seien Schutzlücken entstanden, die es zu schließen gelte. „Leider besteht auch noch kein angemessenes Level-Playing-Field gegenüber Anbietern mit Sitz im Ausland – auch weil wirksame Instrumente zur Rechtsdurchsetzung im Netz fehlen,“ kommentiert Dr. Kreißig die derzeitige Rechtslage.

Zunehmende Senibilität in der Games-Branche

„Dies darf aber kein Grund für ein Absenken der eigenen Standards sein. Kinder und Jugendliche effektiv zu schützen ist eine Aufgabe mit Verfassungsrang, der Gesetzgeber, Aufsicht und Selbstkontrolleinrichtungen verpflichtet sind,“ so Dr. Kreißig. Der KJM-Vorsitzende sieht in der Games-Branche eine zunehmende Sensibilität für das Thema Jugendschutz: „Dennoch müssen alle ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und ihren Teil zu einem funktionierenden Jugendmedienschutz beitragen. Die Anbieter von Online-Games und anderen Internetinhalten sind in der Verantwortung, den Grundsatz ‚Safety-by-Design‘ zu beherzigen und tragfähige Schutzlösungen zu entwickeln,“ so Dr. Kreißig.

Die gamescom 2019 findet vom 20. - 24. August 2019 in Köln statt. Weitere Informationen zu der Spielemesse finden sich auch in der Berichterstattung auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe.

Quelle: Kommission für Jugendmedienschutz vom 23.08.2019

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