Kinder- und Jugendschutz / Jugendsozialarbeit

Kinderhilfsprojekt „KidKit“: Bessere Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Ein junger Mann trinkt aus einer Bierflasche.
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Das Kinderhilfsprojekt „KidKit“ der Drogenhilfe erhält vom Bund 150.000 Euro finanzielle Unterstützung, um ihre Angebote für Kinder und Jugendliche suchtkranker Eltern, dessen Lage von der Corona-Pandemie zusätzlich belastet wird, zu erweitern.

Durch die Corona-Pandemie hat sich die Lebenssituation vieler Kinder und Jugendlicher erheblich verschlechtert. Das gilt gerade für die Kinder suchtkranker Eltern. In der Zeit des Lockdowns waren viele von ihnen quasi auf sich allein gestellt. Bereits vor der Pandemie waren diese Kinder und Jugendlichen schwer zu erreichen, da in den Familien häufig eine Strategie des Schweigens nach innen und nach außen herrscht.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Daniela Ludwig hat sich dafür eingesetzt, dass das Kinderhilfsprojekt „KidKit“ der Drogenhilfe Köln, welches neben einem Chatangebot auch telefonische Erste Hilfe für Betroffene anbietet, in diesem Jahr eine umfassende finanzielle Unterstützung durch den Bund erhält.

Drei Millionen Kinder leben in Familien mit Suchterkrankungen

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig: „In Deutschland gibt es etwa drei Millionen Kinder, die in Familien mit Suchterkrankungen aufwachsen. Diese Kinder sind in einer dramatischen Lage, die sich durch die Coronakrise immens verschärft hat! Wir dürfen diese Kinder und Jugendlichen nicht allein mit ihrem Schicksal lassen und müssen alles tun, was ihnen schnelle und passgenaue Hilfe bietet. Daher freue ich mich sehr, dass wir jetzt das Projekt „KidKit“, welches großartige Hilfe und Unterstützung für genau diese betroffenen Kinder in ganz Deutschland bietet, jetzt zumindest für die Zeit der Krise besser fördern können!“

Kidkit ist ein seit 2003 bestehendes internetbasiertes Informations-, Beratungs- und Hilfsangebot für Kinder und Jugendliche, die in Familien mit Suchterkrankungen, Gewalt oder psychischen Erkrankungen aufwachsen. Das Internetangebot ist so gestaltet, dass sämtliche Angebote für Kinder und Jugendliche suchtkranker Eltern bundesweit mittels einer interaktiven, digitalen Landkarte auffindbar sind (www.kidkit.de/hilfe-vor-ort).

Internetangebote für Betroffene und Qualifizierungen für Fachkräfte

Hilfesuchende Kinder und Jugendliche werden über Kidkit.de von vier hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und mehreren qualifizierten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kostenlos und anonym über E-Mail und Chat beraten. Bei Bedarf erfolgt die passgenaue Weitervermittlung an wohnortnähe Therapie-und Beratungseinrichtungen.

Innerhalb des Projekts KidKit soll aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen jetzt eine web-basierte, interaktive Schulung mit dem Titel "KIDinar" unter dem Leitsatz "Erkennen - Stärken - Handeln" für Pädagogen und Pädagoginnen entwickelt werden.

Diese Qualifizierungsmaßnahme soll Pädagogen und Pädagoginnen dazu befähigen, Kinder und Jugendliche aus suchtkranken Familien, die zuhause mit Problemen kämpfen oder sogar in ihrer Entwicklung gefährdet sind zu identifizieren und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Im Anschluss der Schulungsentwicklung soll die webbasierte Qualifizierungsmaßnahme im Rahmen des Projekts für eine Gruppe von ca. 200 Pädagogen und Pädagoginnen bundesweit kostenfrei durchgeführt werden. Gleichzeitig werden die Website und die Beratungsangebote von KidKit optimiert und durch dieses Modul ergänzt.

Weitere Informationen sind auf der Webseite des Projekts zu finden: www.kidkit.de 

Quelle: Drogenbeauftragte der Bundesregierung vom 02.09.2020

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