Kinder- und Jugendschutz / Gesundheit

Kinder suchtkranker Eltern – Dossier der BAG Kinder- und Jugendschutz

Leere Spirituosenflasche

Schätzungen zufolge wachsen mehrere Millionen Kinder in Familien mit mindestens einem suchtkranken Elternteil auf. Die Neuauflage des Dossiers „Kinder suchtkranker Eltern“ der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Kinder- und Jugendschutz enthält neben grundlegenden Informationen zum Thema auch rechtliche und pädagogische Aspekte, Literaturhinweise und Studien sowie Ansprechpersonen.

In der Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung vom März dieses Jahres heißt es: „Wir wollen die Situation von Kindern psychisch kranker Eltern verbessern. Die Schnittstellenprobleme bei ihrer Unterstützung werden wir mit dem Ziel einer besseren Kooperation und Koordination der unterschiedlichen Hilfesysteme beseitigen“. Dadurch sind die Kinder suchtkranker Eltern wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Hoher Alkoholkonsum – auch unterhalb der Schwelle zur Sucht

Immerhin geht man davon aus, dass ca. 2,65 Millionen Kinder und Jugendliche in Familien mit mindestens einem suchtkranken Elternteil aufwachsen. Aber auch unterhalb der Schwelle zur Sucht wird in deutschen Familien zu viel Alkohol getrunken. Eine Erhebung des Robert-Koch-Instituts hat ergeben, dass bis zu 6,6 Millionen Kinder bei einem Elternteil mit riskantem Alkoholkonsum und davon 4,2 Millionen Kinder bei einem Elternteil mit regelmäßigem Rauschtrinken leben. Und auch die Glücksspielsucht, Medikamentensucht und die Abhängigkeit von Crystal Meth eines Elternteils betreffen Kinder und Jugendliche.

Zentrale Risiken für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

Der Kinder- und Jugendschutz hat sich in den vergangenen Jahren mit der Problematik auseinandergesetzt. Denn diese Kinder erleben in den Familien körperliche Gewalt, Vernachlässigung oder werden sexuell missbraucht. Sie haben häufiger Schulschwierigkeiten, schwänzen öfter die Schule oder brechen sie ab. Das Risiko dieser Kinder, selbst suchtkrank zu werden, ist im Vergleich zu Kindern aus „nichtsüchtigen“ Familien bis zu sechsfach erhöht. Eine elterliche Suchterkrankung ist eines der zentralen Risiken für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Die Prävention ist deshalb gefragt.

Dossier „Kinder suchtkranker Eltern“

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz hat das Dossier „Kinder suchtkranker Eltern“, das erstmals 2012 erschienen ist, erneut 2017 von Henning Mielke, Geschäftsführer von NACOA Deutschland, der Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e.V., überarbeiten lassen. Neben grundlegenden Informationen enthält das Dossier auch rechtliche und pädagogische Aspekte, umfangreiche Hinweise auf Literatur, Studien sowie Ansprechpartner.

Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. vom 15.08.2018

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