Kinder- und Jugendschutz

Jugendextremismus im Fokus – Symposium der Polizeidirektion und des Instituts für Islamische Theologie der Universität Osnabrück

Das Bild zeigt einen gut gefüllten Tagungsraum.
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Wie können Jugendliche in Deutschland besser vor radikalen und extremistischen Tendenzen geschützt werden? Über diese Frage diskutierten am 16.02. rund 250 Gäste bei dem vierten gemeinsamen Symposium von Polizeidirektion und Universität Osnabrück. Thema der Tagung: "Jugendextremismen und soziale Räume".

"Kein Jugendlicher wird als Extremist geboren", stellte der Extremismusexperte Dr. Rudolf van Hüllen in seinem Vortrag fest. Vorausgehend sei immer ein kürzerer oder längerer Prozess der Radikalisierung. Leider würden die Menschen, die sich in einen Radikalisierungsprozess befänden, immer jünger. Als Grund nannte van Hüllen extreme Gruppierungen, denen es immer öfter gelinge, über das Internet als virtuell geschützten Raum junge Menschen in ihrer Entwicklungsphase zu beeinflussen und für sich zu gewinnen.  

Das soziale Umfeld präge im Wesentlichen die Kinder und Jugendlichen. Dabei spielten Werte und Normen eine entscheidende Rolle, so Bernhard Witthaut, Präsident der Polizeidirektion Osnabrück, bei seiner Begrüßung.

"Wir müssen es schaffen, die Werte zu festigen, damit junge Menschen nicht vom Weg abkommen." Dazu gehöre auch die richtige Integration und Prävention. Prof. Dr. Martina Blasberg-Kuhnke (Universität Osnabrück), betonte: "Jugendliche sind unsere Zukunft. Wir müssen Jugendextremismus in sozialen Räumen identifizieren und verstehen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen." 

Erkenntnisse aus den Workshops und Diskussionsrunden sind:

  • Um die Jugendlichen auf die Gefahren des Extremismus hinzuweisen und frühzeitig auf eine mögliche Radikalisierung reagieren zu können, ist der Ausbau von Präventionsnetzwerken erforderlich.  
  • Prävention muss differenzierter und abgestimmter auf die unterschiedlichen Zielgruppen erfolgen.  
  • Bezüglich Linksextremismus und Islamismus existieren in Deutschland offensichtlich Forschungsdefizite.
  • Um Gegenstrategien zur Wirkung extremistischer Propaganda zu entwickeln, müssen deren Wirkung, die durch alle gesellschaftlichen Schichten geht, sowie die beeinflussenden Faktoren, mehr diskutiert werden.
  • Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, junge Menschen vor den Gefahren des Extremismus und solcher Gruppierungen und Netzwerke zu schützen.  

Die Gäste der Tagung kamen aus ganz Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz. Die Kooperation zwischen Sicherheitsbehörden und Wissenschaft soll dazu beitragen, potentielle Konfliktquellen zu entschärfen und einen reflektierten Umgang mit gesellschaftlich relevanten Gefahrenquellen zu gewährleisten. 

Das gemeinsame Symposium von Polizeidirektion und Universität Osnabrück fand in diesem Jahr zum vierten Mal statt. 

Quelle: Universität Osnabrück vom 16.02.2017

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