Kinder- und Jugendschutz / Digitalisierung und Medien

Internet Governance Forum: DKHW bringt Perspektiven von Kindern und Jugendlichen ein

Vier Kinder halten Symbole hoch, u.a. eines für Wlan und eines für "Teilen"
Bild: rawpixel.com

Mit zwei Workshops bringt das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) am 27. November die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen beim 14. Jahrestreffen des Internet Governance Forum (IGF) in Berlin ein. Das IGF ist ein offizielles englisch-sprachiges UN-Forum und bietet eine globale Multi-Stakeholder-Plattform zu Themen der Internetregulierung.

Das 14. Jahrestreffen des Internet Governance Forum (IGF) findet vom 25. bis 29. November 2019 zum ersten Mal in Berlin statt. Unter den drei Hauptthemen „Data Governance“, „Digital Inclusion“ und „Safety, Security, Stability and Resilience“ diskutieren Regierungen, IT-Community, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft auf nationaler und internationaler Ebene in zahlreichen Workshops und anderen Formaten, auch unter dem Menschenrechts-Aspekt.

Sicheres Aufwachsen von Kindern in der digitalen Welt

Schwerpunkte der beiden Workshops des Deutschen Kinderhilfswerks sind die Perspektiven und Positionen der unterschiedlichen Interessengruppen zu den Rechten des Kindes auf Privatsphäre und Datenschutz, und die Frage, wer verantwortlich für den Schutz der Daten von Kindern im Internet ist. Außerdem soll diskutiert werden, welche Verantwortung Gesellschaft, Politik und Wirtschaft für ein sicheres Aufwachsen von Kindern im digitalen Umfeld tragen. Zudem wird die Frage eine Rolle spielen, wie hier Perspektiven von Kindern effektiv und verantwortungsvoll eingebracht werden können.

Bedeutung der UN-Kinderrechtskonvention in digitalen Kontexten

„Da die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen durch das Internet, die Digitalisierung und Mediatisierung seit mehreren Jahren gravierende Veränderungen erfahren, müssen auch ihre Interessen und Perspektiven einbezogen werden. Je nach regionalen wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Bedingungen in verschiedenen Teilen der Welt können die Verständnisse von Kindheit und entsprechende Schutzsysteme für Kinder in den Medien variieren. Weltweit einheitliche Leitlinien für unterschiedliche Gesellschaften bietet die UN-Kinderrechtskonvention. Ihre Beachtung und Umsetzung erhält in digitalen Kontexten besondere Notwendigkeit, und zwar sowohl mit Blick auf die Potenziale als auch auf die Risiken bei der Nutzung des Internets von klein auf. Die kinderrechtliche Perspektive im Dreiklang von Schutz, Förderung und Beteiligung soll hier handlungsleitende und orientierende Impulse für die verschiedenen Stakeholder geben“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Austausch zum Jugendmedienschutz international ausrichten

„Im Hinblick auf die aktuell anstehende Novellierung des deutschen Jugendschutzgesetzes spricht sich das Deutsche Kinderhilfswerk dafür aus, den Austausch über die Herausforderungen und Lösungsansätze beim Jugendmedienschutz auch international auszurichten. Denn die auch von Kindern und Jugendlichen meistgenutzten digitalen Dienste und Plattformen werden von globalen Playern angeboten. Neben erfolgreichen Lösungsansätzen im Jugendmedienschutz auf nationaler Ebene kommt es deswegen auch auf die internationale Akzeptanz und Durchsetzungskraft von gesetzlichen Regelungen an“, so Hofmann weiter.

Interessierte können noch kurzfristig vor Ort sowie online teilnehmen.

Hintergrund

Die Workshops wurden in Kooperation mit Media Monitoring Africa (Südafrika) und mit Unterstützung von minds & makers (Deutschland) organisiert. Die Umsetzung der Workshops erfolgt im Rahmen eines Projektes der Koordinierungsstelle Kinderrechte des Deutschen Kinderhilfswerkes. Die Koordinierungsstelle Kinderrechte begleitet die Umsetzung der aktuellen Strategie des Europarates für die Rechte des Kindes (Sofia-Strategie 2016-2021) und wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Quelle: Deutsches Kinderhilfswerk e.V.

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