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Kinder- und Jugendschutz / Flucht und Migration

Hotline, Internet-Auftritt, Postkarten, Broschüren: Saarland startet Kampagne „Nein zu Zwangsheirat“

Annegret Kramp-Karrenbauer, saarländische Ministerin für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport, gab heute im Deutsch-Ausländischen-Jugendclub (DAJC) in Saarbrücken den Startschuss zur Kampagne „Nein zu Zwangsheirat!“.

Mit Postkarten, Broschüren, einem Internet-Auftritt und einer Hotline klärt die Kampagne über das Thema Zwangsheirat auf. Betroffene und bedrohte Mädchen und Jungs werden über präventive Maßnahmen informiert.

„Freiheit, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung sind unverhandelbare Werte unserer Gesellschaft und durch das Grundgesetz ausdrücklich geschützt. Jede Form von Gewalt im Namen der Ehre verletzt diese Werte in fundamentaler Weise. Zwangsverheiratung bedeutet die Verletzungen des Rechts auf körperliche und seelische Integrität", erklärt Frauen- und Familienministerin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Ziel der Aufklärungskampagne ist es, insbesondere die immer noch anhaltende Tabuisierung und Tolerierung von Zwangsehen zu durchbrechen. Alle Beteiligten - diverse Einrichtungen, Organisationen, Behörden und auch Familien sollen sensibilisiert werden. 

„Die Ursachen für Zwangsverheiratung oder Morde im Namen der Ehre sind vielfältig“, sagt Ministerin Kramp-Karrenbauer, „es geht um Macht, um Anerkennung in der Familie, um die Bedeutung des Einzelnen in einer sozialen Gruppe. Fest steht aber: Keine Religion legitimiert diese Verbrechen.“ 

Die saarländische Landesregierung verurteilt diese Verletzungen der Menschenrechte nachdrücklich und hat es sich zum Ziel gesetzt, Zwangsheirat nach Möglichkeit zu verhindern, den Schutz der Opfer zu verbessern, die Täter härter zu bestrafen und die Öffentlichkeit verstärkt für die Problematik zu sensibilisieren. Vor diesem Hintergrund hat der Runde Tisch gegen Menschenhandel ein Handlungskonzept gegen Zwangsheirat erarbeitet. Das Handlungskonzept dient der Verbesserung des Schutzes und der Hilfeangebote für Opfer von Zwangsheirat und setzt einen Schwerpunkt auf präventive Maßnahmen.

Die Öffentlichkeitskampagne „Nein zu Zwangsheirat!“ ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit des Runden Tisches gegen Menschenhandel mit den saarländischen Migrantenorganisationen. Im Mittelpunkt stehen dabei ein Informationsfaltblatt, das in mehreren Sprachen vorliegt sowie die Postkartenaktion „Ehre ist, für die Freiheit meiner Schwester zu kämpfen“, die von Informationsveranstaltungen und Fortbildungsangeboten für pädagogische Fachkräfte flankiert wird. 

Einen neuen Weg geht das Familien- und Frauenministerium mit der Online-Beratung, die ein wesentlicher Baustein des Handlungskonzeptes zur Bekämpfung von Zwangsheirat ist, die über http://www.zwangsheirat-saarland.de/ erreichbar ist. Junge Frauen und Mädchen, aber auch junge Männer, können im Internet anonym und unkompliziert Rat und Hilfe einholen.

Beratung bietet auch das kostenlose Krisentelefon, das über die saarlandweit geschaltete Telefonnummer 0800 - 16 11 111 werktags erreichbar ist. Die Anrufenden erhalten dort, auf Wunsch auch anonym, eine kompetente Erstberatung.

„Das Thema Zwangsverheiratung geht uns alle an. Diese gravierende Form der Menschenrechtsverletzung findet auch in unserem Land statt, deshalb müssen wir alle diesen Taten entschieden entgegentreten und uns für ein Leben frei von Gewalt einsetzen“, appelliert Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. 

Das Informationsfaltblatt und die Postkarten stehen als Download im Internet unter http://www.zwangsheirat-saarland.de/ bereit und können dort auch bestellt werden.

ik

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