Kinder- und Jugendschutz / Kinder- und Jugendpolitik

Hetze stoppen – Hass überwinden: KJM und KCSC kooperieren bei internationaler Konferenz in Seoul

Junge Erwachsene unterschiedlicher Herkunft sitzen nebeneinander und schauen auf ihr Smartphone.
Bild: © Daniel Ernst - fotolia.com

Die für den Jugendmedienschutz in Korea zuständige Korea Communication Standards Commission (KCSC) hat am 27.11.2019 in Kooperation mit der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) in Seoul eine Konferenz zum Thema Hate Speech ausgerichtet. Unter dem Motto „Hetze stoppen –Hass überwinden“ diskutierten koreanische und deutsche Experten soziokulturelle und historische Aspekte des Phänomens sowie die aktuellen Handlungsoptionen der jeweiligen Medienaufsicht.

In dem fachlichen Austausch wurde deutlich, dass die Medienaufsichten in Südkorea und Deutschland mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert sind: Seit einigen Jahren nimmt Hate Speech zunehmend Raum in sozialen Medien ein. In beiden Ländern sind dabei Minderheiten Opfer und Populismus sowie politischer Extremismus die Antriebskraft. Dabei wurde die gesamtgesellschaftliche Tragweite des Themas über Landesgrenzen hinaus unterstrichen. „Eine faire und hassfreie Debattenkultur ist konstituierend für die Meinungsfreiheit und die Meinungsvielfalt und damit für eine funktionierende Demokratie“, sagte der KJM-Vorsitzende Dr. Wolfgang Kreißigin seinem Grußwort. Und weiter: „Wenn diese Debattenkultur durch verbale Gewalt angegriffen wird, wenn Meinungsäußerungen aus Angst vor Hass und Hetze unterbleiben, dann ist auch die Demokratie in Gefahr.“

Hintergründe von Hate Speech und deren Regulierung beleuchten

Der KJM-Vorsitzende und der Vorsitzende der KCSC, Sang-Hyun Kang, waren sich am Ende der Konferenz einig, dass die Veranstaltung dazu beigetragen habe, die Hintergründe von Hate Speech und deren Regulierung zu beleuchten. Dies sei die Voraussetzung für ein zielführendes Vorgehen, vor allem gegen Hassrede auf globalen Plattformen. Wünschenswert sei – auch darin waren sich die Vorsitzenden einig – ein internationaler Zusammenschluss demokratischer Länder, in dem gemeinsame Standards für die Bekämpfung von Hass und Hetze im Netz festgelegt werden können. KCSC und KJM stehen bereits seit einigen Jahren im Austausch zu Fragestellungen eines effizienten Jugendmedienschutzes und werden ihren Austausch auch in Zukunft weiterführen.

Internationaler Zusammenschluss gegen Hass und Hetze im Netz 

Die Kommission für Jugendmedienschutz ist ein Organ der Landesmedienanstalten und ein Expertengremium aus Vertretern von Bund und Ländern. In Deutschland ist die KJM die zentrale Aufsichtsstelle für den Jugendschutz im privaten Rundfunk und Internet.

Weitere Informationen über die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM): www.kjm-online.de

Informationen zu den Landesmedienanstalten:www.die-medienanstalten.de

Quelle: Kommission für Jugendmedienschutz vom 28.11.2019

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