Kinder- und Jugendschutz / Kinderschutz

Hessens Landesregierung unterstützt neuen pädagogischen Ansatz in der Jugendhilfe Marienhausen

Der neue Ansatz einer gewaltfreien und zugleich grenzsetzenden Erziehung, der in der Rheingauer Jugendhilfeeinrichtung Marienhausen praktiziert wird, findet Unterstützung bei der Hessischen Landesregierung.

„Damit Kinder Freiräume erobern und sich gefahrlos entwickeln können, brauchen sie sinnvolle Begrenzungen und Regeln. Wohlwollende erzieherische Grenzsetzung fördert die Entwicklung innerer Strukturen“, erklärte Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium. Die Jugendhilfeeinrichtung betreut Kinder und Jugendliche, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr in ihren Familien leben können.

Das neue Konzept der pädagogischen Präsenz und des gewaltlosen Widerstandes, das vom israelischen Aggressionsforscher und Psychologie-Professor Haim Omer entwickelt wurde, und die Erfahrungen mit ihm in mittlerweile dreijähriger Praxis standen im Mittelpunkt einer Fachtagung im St. Vincenzstift Aulhausen, bei der die Rheingauer Staatssekretärin als Schirmfrau fungierte. „Es handelt sich um ein innovatives und relativ junges Modell in der Jugendhilfe. In Marienhausen wird Pionierarbeit geleistet“, so Petra Müller-Klepper. Die jungen Menschen bewegten sich in einem Rahmen, der sie vor Gefahren schütze und zugleich Raum für die Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit lasse.

„Für eine gesunde Entwicklung brauchen Kinder und Jugendliche mehr als nur Nahrung und ein Dach über dem Kopf“, betonte die Staatssekretärin. Erforderlich seien eine einfühlsame und fürsorgliche Begleitung, eine liebevolle Grenzsetzung, stabile und unterstützende Gemeinschaften sowie eine angemessene Gesundheitsfürsorge. „Gewalt als Erziehungsmittel ist in jeder Form tabu.“ Ziel der Hessischen Landesregierung sei es, Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu stärken und zu unterstützen, damit sie sich zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten entwickeln. Es gelte, einerseits klare und deutliche Grenzen zu setzen, andererseits aber einen Weg zu finden, ohne Macht- und Kontrollausübung Verhaltensänderung auf Seiten der Kinder und Jugendlichen zu erreichen. Für die Umsetzung dieser Arbeit in den Jugendhilfeeinrichtungen dankte Petra Müller-Klepper den Tagungsteilnehmern. In Marienhausen gehe man den Auftrag mit differenzierten sozialpädagogischen Angeboten, mit individuell und modern gestalteten Lebensformen an. Basis sei das christliche Menschenbild, „ das die Achtung der Würde jedes Menschen, den Respekt vor seiner unverwechselbaren Persönlichkeit, vor seinem individuellen Charakter einschließt.“ Seit drei Jahren orientieren sich die Pädagogen dort an dem Erziehungsmodell. Die Staatssekretärin bestätigte der Einrichtung, die seit über 100 Jahren besteht, eine erfolgreiche Arbeit.

Mehr Informationen unter: http://www.jugendhilfe-marienhausen.de/

Herausgeber: Hessisches Sozialministerium

 

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