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Kinder- und Jugendschutz

Häusliche Gewalt: Niedersachsen fördert Täterarbeit

Niedersachsen fördert erstmals Einrichtungen, die Täterarbeit leisten. Allein 2008 hat die Polizei in Niedersachsen rund 13 100 Fälle häuslicher Gewalt registriert. Unter den Tätern gibt es viele, die nicht zum ersten Mal zuschlagen. Um Frauen noch besser vor häuslicher Gewalt zu schützen, sollen die Täter darin begleitet werden, anders mit ihren Aggressionen umzugehen.

HANNOVER. Sieben Einrichtungen, die ein sogenanntes Verantwortungstraining anbieten, werden 2010 mit insgesamt 140 000 Euro gefördert. Damit knüpft Niedersachsen das bereits bestehende Netz an Institutionen, die Schutz und Hilfe in Fällen häuslicher Gewalt anbieten, noch enger.

„Die Täter müssen lernen, sich mit ihrem gewalttätigen Handeln auseinanderzusetzen und Konflikte gewaltfrei zu lösen", sagt Niedersachsens Sozialministern Aygül Äzkan. „Nur so können wir die Gewaltspirale durchbrechen. Viele der betroffenen Frauen wollen sich nicht trennen. Sie wollen, dass ihr Partner aufhört, sie zu schlagen."

Die Angebote der Täterberatungsstellen haben zwei Zielgruppen im Auge. Sie richten sich einerseits an die Männer, die ihr gewalttätiges Verhalten aus freien Stücken ändern wollen. Andererseits können auch die Strafverfolgungsbehörden Tätern in Fällen häuslicher Gewalt konkrete Auflagen machen und sie einer Täterberatungsstelle zuweisen. 

Die Gewalttäter müssen ein klar umrissenes Programm durchlaufen. Dabei geht es darum, dass sie Unrechtsbewusstsein für die eigene Gewalttätigkeit in Partnerschaften entwickeln. Sie müssen den Umgang mit ihren Aggressionen - ohne gewalttätiges Verhalten - lernen. Und es ist notwendig, dass sie Verantwortung für ihr Tun übernehmen. Während des Programms hält die Täterberatungsstelle die Justiz über den Verlauf und die Ergebnisse der Kurse auf dem Laufenden. 

Die Partnerin des Gewalttäters kann sich bei der Täterberatungsstelle über Zweck, Inhalte und Grenzen des Angebots informieren, selbstverständlich auch über geeignete Unterstützungsangebote als von Gewalt Betroffene. Sie sollte die Einrichtung auch unterrichten, wenn der Partner wieder gewalttätig geworden ist.

Um Täterarbeit effektiv zu gestalten, müssen die Täterberatungsstellen vor Ort gut mit Polizei, Justiz und anderen bestehenden Opferhilfeeinrichtungen für Frauen vernetzt sein.

„Die Arbeit mit Tätern ist für uns ein wichtiger Baustein der Prävention. Wir wollen Frauen noch besser vor Gewalt schützen", sagt Ministerin Äzkan.

Den Zuschlag für die Trägerschaft für die Täterarbeit haben folgende Einrichtungen erhalten:

* Der Paritätische Cuxhaven

* Diakonieverband Lüneburg

* Diakonisches Werk Osnabrück

* Die Gruppe (GJ), Neustadt a.Rbge.

* Landkreis Leer (mit Emden/Aurich/Wittmund)

* Männerbüro Hannover e.V., Zielgruppe gewalttätige Männer mit Migrationshintergrund

* WoGe e.V., Göttingen.

Herausgeber: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration