Kinder- und Jugendschutz / Ganztagsbildung

Gewaltprävention ist eine Querschnittsaufgabe – Fachtagung Gewalt in der Schule

Junge ballt Faust
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Bewährte und neue Ansätze schulischer Gewaltprävention waren Inhalte einer Fachtagung am 20. November in Berlin. Die Teilnehmenden diskutierten – vor dem Hintergrund des neuen Orientierungs- und Handlungsrahmens Gewaltprävention – verschiedene Fragestellungen, z.B. wie an Schulen angstfrei gelehrt, gelernt und gelebt werden kann.

Gewaltprävention ist eine Querschnittsaufgabe, die Schule als Ganzes betrifft. Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Landeskommission Berlin gegen Gewalt haben die Veröffentlichung des „Orientierungs- und Handlungsrahmens Gewaltprävention“ zum Anlass genommen, zum Austausch über bewährte und neue Ansätze der schulischen Gewaltprävention einzuladen.

„Kein Kind wird gewalttätig geboren“

Bildungssenatorin Sandra Scheeres: „Kein Kind wird gewalttätig geboren. Die Entwicklung der Persönlichkeit hängt davon ab, was wir erfahren haben und unsere Umwelt uns bietet. Schulen müssen mit Konflikt- und Gewalterfahrungen ihrer Schülerinnen und Schüler umgehen können. Oftmals gelingt dies, aber es kann auch eskalierende Situationen geben, in denen Lehrkräfte Unterstützung benötigen. Was wird benötigt, damit an Schulen angstfrei gelehrt, gelernt und gelebt werden kann? Was können Schulen tun, damit sich alle Kinder respektiert, gehört, sicher und geschätzt fühlen? Diese Fragestellungen wurden auf dem Fachtag diskutiert.“

Kompetenzen und Standards für gewaltfreies Handeln

Der Orientierungs- und Handlungsrahmen ist ein Novum in der bundesdeutschen Bildungslandschaft. Er definiert erstmals Kompetenzen und Standards für verschiedene Aspekte des gewaltfreien Handelns und gibt allen an Schule Beteiligten damit ein Hilfsmittel in die Hand, Bedarfe in der individuellen Entwicklung von Schülerinnen und Schülern zu diagnostizieren und konkrete Ziele für die Entwicklung hin zu einer gewaltfrei handelnden Persönlichkeit ins Auge zu fassen. Mit dem Orientierungs- und Handlungsrahmen lässt sich die Präventionsarbeit an Schule systematisch und über alle Jahrgangstufen hinweg kontinuierlich und konsistent gestalten.

Methoden der gewaltpräventiven Arbeit

In den Workshops wurden Methoden der gewaltpräventiven Arbeit an Schulen vorgestellt. So zeigte etwa die Schulleiterin der Pusteblume-Grundschule, wie an ihrer Schule das Thema Gewaltprävention die gesamte pädagogische Arbeit durchdringt: nicht nur im Unterricht, sondern auch im Fortbildungskonzept für Lehrkräfte und in der Elternarbeit. An diesen und anderen Beispielen konnten die Teilnehmenden praxisnah erfahren, wie Gewaltprävention Erfolge erzielen kann, wenn alle an Schule Beteiligte – Schulleitung, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und Eltern – in das Bemühen um eine gewaltfreie Schule einbezogen werden.

Quelle: Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie vom 21.11.2018

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