Kinder- und Jugendschutz / Jugendforschung

ESPAD-Studie 2011: Weniger Tabak- und Alkoholkonsum bei Berliner Jugendlichen

Ludwig Kraus & Alexander Pabst Kurzbericht ESPAD-Studie 2011 Tabellenband: Trends des Konsums psychoaktiver Substanzen in Berlin, 2003-2011
Bild: Ilja Koschembar

Nach Ergebnissen der kürzlich veröffentlichten Europäischen Schüler-Studie zu Alkohol und Drogen 2011 (ESPAD) hat Berlin im Bundesvergleich die niedrigste Rauch- und Alkoholquote bei Jugendlichen zwischen 15 und 16 Jahren. Der Cannabiskonsum ist im Vergleich höher, andere illegale Drogen sind ähnlich verbreitet wie in anderen Bundesländern.

Berlins Staatssekretärin für Gesundheit Emine Demirbüken-Wegner zeigte sich sehr zufrieden mit dem Rückgang der Zahlen beim Tabak- und beim Alkoholkonsum, die sie ale Erfolg der vielfältigen Präventionsmaßnahmen des Landes bezeichnete. "In diese Richtung werden wir weiter gehen. Die Risiken des Cannabismissbrauchs werden allerdings von vielen Jugendlichen immer noch unterschätzt. Da sind auch Debatten über eine Legalisierung wenig hilfreich. Cannabiskonsum bleibt ein großes Risiko gerade für junge Menschen. Wir haben in Kooperation mit der Fachstelle für Suchtprävention bereits beschlossen, bei der Cannabisprävention in diesem Jahr einen Schwerpunkt zu setzen. So ist u. a. ein Mitmachparcours bei Karuna e.V. geplant, der sich mit dem Thema Cannabis auseinandersetzt", so Demirbüken-Wegner.

Mehr als 40 Länder beteiligten sich an der ESPAD-Studie 2011, die vom Institut für Therapieforschung München erstellt und von der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales mitfinanziert wird. Berlin nahm in diesem Jahr zum vierten Mal teil; auch Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen beteiligten sich an der Studie. Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klasse aller Schultypen werden zu ihrem Konsum von Alkohol und anderen Drogen in den letzten 30 Tagen, den letzten 12 Monaten sowie ihrem gesamten Leben befragt.

Die wichtigsten Ergebnisse der ESPAD-Studie für Berlin

Tabak
Von den befragten Schülern hatten 27% in den letzten 30 Tagen vor der Befragung geraucht. Bei den Schülerinnen waren es 29%. Damit hat Berlin im Vergleich zu den anderen Bundesländern mit 28% bei den 15 bis 16-Jährigen die niedrigste Raucherquote. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die noch niemals geraucht haben, stieg seit der ersten Erhebung im Jahr 2003 kontinuierlich an. Jetzt liegt er bei 41%.

Alkohol
12 % der befragten Berliner Schülerinnen und Schüler gaben an, noch nie in ihren Leben Alkohol getrunken zu haben. Damit hat sich der Anteil seit 2003 fast verdoppelt.
Erfreulich auch der Trend beim sogenannten Rauschkonsum. Hier wird gewertet, wer in den letzten 30 Tagen vor der Befragung fünf und mehr Einheiten Alkohol an sechs oder mehr Gelegenheiten getrunken hat. 6,9% der Befragten gaben das in Berlin an. Das ist im Vergleich zu den anderen Bundesländern die niedrigste Quote.

Cannabis

Anders als bei Tabak und Alkohol konsumieren Berliner Jugendliche Cannabis deutlich häufiger als Jugendliche anderer Bundesländer. 19% der Jungen und 10% der Mädchen in Berlin hatten in den letzten 30 Tagen vor der Befragung Cannabis konsumiert. Das sind rund 14 % der Jugendlichen in diesem Alter. Auffallend hoch ist mit 45% dabei der Anteil der Cannabiskonsumenten an Hauptschulen. Signifikante Veränderungen hat es damit im Vergleich zu den Erhebungen 2003 und 2007 nicht gegeben.

Weitere illegale Drogen

Andere illegale Drogen als Cannabis sind in Berlin ähnlich verbreitet wie in den anderen Bundesländern, die sich an der Studie beteiligt haben. Nach Cannabis werden in dieser Altersgruppe am häufigsten konsumiert: Amphetamine (5,1%), Kokain (3,8%), Drogenpilze (2,9%) und Ecstasy (2,6 %). Der Heroinkonsum liegt in Berlin, wie auch in den anderen Bundesländern, unter 1%.

Die Studie vom Institut für Therapieforschung München ist veröffentlicht unter:

http://www.ift.de/index.php?id=344

Quelle: Senatsverwaltung für Gesundheit und Sozialesd des Landes Berlin

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