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Kinder- und Jugendschutz

Ende der Unbefangenheit

Die Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW e.V. bedauert, dass in Folge der aufrüttelnden Berichte über sexualisierte Gewalt nun generell die Unbefangenheit in pädagogischen Kontakten gefährdet wird. Das widerspricht dem pädagogischen Bemühen der Landesarbeitsgemeinschaft.

Die Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW e. V. hat sich auf ihrer diesjährigen Mitgliederversammlung eingehend mit Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche befasst. Sie plädiert für konsequente Strafverfolgung ohne Rücksicht auf die Person des Täters. Seit bereits über zwanzig Jahren hat die Landesarbeitsgemeinschaft mit einer Reihe von Veröffentlichungen und Veranstaltungen zur „sexualisierten Gewalt“ präventiv gearbeitet. Dies schließt den eindeutigen Opferschutz mit ein.

Mahnend weist die Landesarbeitsgemeinschaft darauf hin, dass infolge der derzeitigen Auseinandersetzungen die Unbefangenheit im pädagogischen Umgang mit körperlicher Nähe verloren geht. Diese ist notwendig für die Identitätsbildung und damit auch für die Entwicklung kindlicher und jugendlicher Sexualität. Es drohe ein Generalverdacht auf Sexualisierung jeder körperlichen Geste und jeder Berührung. Wenn in Jugendlagern kein gemeinsamer Schwimmbadbesuch mehr möglich ist, ein freundschaftlich-raufendes Kräftemessen zwischen Gruppenleitern und den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen dem Übergriffsverdacht unterliegt, jede tröstende Geste und jede Umarmung bereits verdächtig würde, ist dem Präventionsgedanken nicht gedient. Erotik und Sexualität würden von Neuem tabuisiert und damit einer bejahenden und positiven Entwicklung mit dem Ziel einer gesunden Beziehungsfähigkeit beraubt. Das „personale Angebot“, das gemäß der Würzburger Synode ein zentrales Prinzip kirchlicher Jugendarbeit darstellt, droht in seinem Kern beschädigt zu werden.

Nach Überzeugung der Landesarbeitsgemeinschaft sind nunmehr vor allem eine offene Kommunikation der Pädagogen sowie interkollegiale Beratung und Supervision vonnöten. Auch einschlägige Fortbildungen helfen Teams und Einzelnen, auf der einen Seite die Unbefangenheit zu schützen und auf der anderen Seite sexuell übergriffigen Motiven vorzubeugen. Die sexuelle Unversehrtheit der Kinder und Jugendlichen ist so am besten zu sichern. Zudem müssen sie lernen, selbst Nein zu sagen und andererseits ein Nein in gleicher Weise zu respektieren. 

Die Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW e.V. sieht auch in der innerkirchlichen Kommunikation Veränderungsbedarf. So müssen die Leitlinien kirchlicher Sexuallehre besser in die gegenwärtigen gesellschaftlichen Kontexte vermittelt und angemessener in die Denk- und Sprachhorizonte der nach Orientierung fragenden Menschen übersetzt werden.

Wenn die Stimme von verantwortlichen Christen und sensiblen Seelsorgern kein Gehör mehr findet, weil die Kirche in Fragen der Sexualität insgesamt diskreditiert ist, bedeutet das für die Entwicklung der Gesellschaft, insbesondere aber auch für den Kinder- und Jugendschutz, einen herben Verlust. 

Mehr Informationen unter: http://www.thema-jugend.de/klein.php3?id=5

Quelle: Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW e.V., Pressemitteilung vom 21.05.2010

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